31.12.2019

"Schwein gehabt" Diese Bedeutung haben typische Glücksbringer

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Warum verbinden wir mit Pilzen,  vierblättrigen Kleeblättern und Schweinchen eigentlich Glück? Erfahren Sie mehr über typische Glücksbringer und deren Bedeutung.

Foto: imago images / Manfred Segerer

Warum verbinden wir mit Pilzen, vierblättrigen Kleeblättern und Schweinchen eigentlich Glück? Erfahren Sie mehr über typische Glücksbringer und deren Bedeutung.

Ein Hufeisen an der Tür, stundenlange Suche nach einem Kleeblatt mit vier Blättern, Schweinchen aus Marzipan... Woher typische Glücksbringer kommen, was sie bedeuten.

Das Glück suchen Menschen auf viele unterschiedliche Arten, an bestimmten Orten oder mit bestimmten Personen. Glücksbringer, in Form von z. B. Anhängern, Figuren oder Bildern, werden im Alltag gern verschenkt. Doch warum tun wir das eigentlich? Welche symbolische Bedeutung haben die Glücksbringer wie Kleeblatt, Hufeisen & Co.? Wir haben uns die Geschichte von Glückssymbolen, die bei uns typisch sind, genauer angesehen.

Beliebte Glücksbringer: Welche Bedeutung haben die Symbole?

Es sei vorab gesagt: Es gibt keine eindeutige Antwort auf die Herkunft und Bedeutung der einzelnen Glücksbringer. Das liegt schlicht und ergreifend daran, dass sie schon so lange als Glückssymbole existieren. Über die Jahrhunderte wurden die Figuren von verschiedenen Völkern und Religionen interpretiert und verwendet. Im Folgenden informieren wir Sie daher über verschiedene Geschichten, Legenden und Riten dazu.

Das vierblättrige Kleeblatt

Über den wahren Ursprung des vierblättrigen Kleeblatts als Glücksbringer gibt es viele Legenden, zumindest ist die Geschichte des seltenen Pflänzchens bereits 2.200 Jahre alt:

  • Die gängigsten Geschichten stammen aus der christlichen Symbolik: Eva nahm angeblich nach dem Rauswurf aus dem Paradies ein Andenken in Form des vierblättrigen Kleeblattes mit in die menschliche Welt – und hielt damit sprichwörtlich ein Stück Paradies in den Händen. Ebenso stehen die Blätter im christlichen Glauben für die vier Evangelien.
  • Bei den Kelten und Druiden, noch kurz vor der christlichen Zeitrechnung, hielt das Glücksblättchen zum Schutz vor dem Bösen her, genauso symbolisierten die vier Blätter aber auch die vier Himmelsrichtungen und die vier Elemente.
  • Sowohl in der Zahlenmystik als auch in der Tiefenpsychologie spielt die Vier heute zudem die Rolle der Vollkommenheit und Ausgeglichenheit.

Welche Überlieferung auch immer, eins ist sicher: Aufgrund seiner Seltenheit ist es schon ein kleiner Glücksgriff, wenn Sie ein vierblättriges Kleeblatt in der freien Natur finden.

Dann muss nur noch die Farbe des Glückskleeblatts stimmen: Sind die Blätter noch hell, soll das Glück den Finder bereits ereilt haben. Sind sie dunkel, dann wartet das Glück noch.

Wer sich jetzt auf die Suche begeben will, dem sei gesagt: Der Glücksklee bringt demjenigen Glück, der ihn als Geschenk erhält.

Der Fliegenpilz

Kulturhistorisch gibt es zahlreiche Referenzen zu den roten Pilzen, die eigentlich fast immer in einem Rausch enden. Es liegt nahe, dass der Zustand des Rauschs an sich eben als Glück genügte, weil dem Entspannungszustand oft Erkenntnisse folgten.

  • Die altnordische Saga über den Fliegenpilz besagt, dass sich die Kämpfer germanischer Stämme am Gift der Pilze berauschten, um in den Kämpfen und Feldzügen effizienter zu sein und keine Schmerzen mehr zu spüren. Laut Überlieferung soll Wotan, Gott der Ekstase und der Erkenntnis, für seine Entdeckung verantwortlich gewesen sein. Trocknet man die Fliegenpilze in der Sonne oder im Backofen, wird aus der enthaltenen Ibotensäure und dem sich in der Säure bildenden Muscimol die psychoaktive Substanz, die für den Rausch sorgt.
  • Nicht nur die Germanen, auch andere Völker nutzen das Gift seit Jahrhunderten für Zeremonien oder Riten, beispielsweise um in gewissen Trance-Zuständen ihr Bewusstsein zu erweitern und mit ihren Ahnen zu kommunizieren oder, wie vor allem in Südamerika, um Traumata zu überwinden.
  • In der Popkultur spielt der Pilz eine ähnliche Rolle: Auch Romanheldin Alice im Wunderland erlebt das Abenteuer ihres Lebens, nachdem sie von einem Pilz genascht hat.

Vielleicht gibt es aber auch eine botanische Erklärung für den Glückspilz: Pilzkenner sagen, dass allein die Sichtung eines Fliegenpilzes ein Glücksfall ist, da in seiner Nähe essbare Exemplare wie Steinpilze oder Rotkappen wachsen. Das könnte viele Menschen wiederum vor dem Hunger bewahrt haben. Fest steht jedoch: Einen Fliegenpilz tatsächlich essen sollten Sie nicht!

Ähnlich wie Glücksbringer gibt es aber auch sogenannte Glückszahlen – und die wiederum hängen mit der Astrologie zusammen: Den Sternzeichen können Glückszahlen zugeschrieben werden, welche u. a. etwas über Charakterzüge und Talente eines Menschen aussagen können. Und welche Glückszahl hat Ihr Sternzeichen?

Das Hufeisen

Eine besondere Geschichte hat auch das gute alte Hufeisen als Glücksbringer. Vermutlich stammen die ersten genagelten Hufeisen, wie wir sie kennen, von den Kelten. Die Römer optimierten sie anschließend, allerdings wird die Erfindung des Hufeisens offiziell erst später ins frühe Mittelalter gelegt. Damals war Eisen noch ein teurer Rohstoff, der den Pferden dabei half, ihre Hufe zu stärken und damit länger und effektiver ihre Arbeit für die Menschen zu verrichten.

  • Ein türkisches Sprichwort verdeutlicht vor allem die spätere militärische Bedeutung der Pferde für den Menschen: "Ein Nagel kann ein Hufeisen retten, ein Hufeisen ein Pferd, ein Pferd einen Reiter und ein Reiter ein Land." Darum galt das Hufeisen als wahres Wundermetall, schon Turnierritter im Mittelalter überlebten in ihren schweren Rüstungen auf vermeintlich wundersame Weise den Kampf. So brachten die Menschen den Glücksbringer an Türen, Schiffen, Kaminen und Ställen an, um drohendes Unheil in Form von bösen Geistern oder Naturkatastrophen fernzuhalten.
  • Auch glaubten die Menschen im Mittelalter, dass jeder Hinweis auf Pferde die bösen Hexen vom Haus abhielt – weil die angeblich nur auf Besen schwebten, weil sie eben Angst vor Pferden hatten.
  • Viel aufregender als die ökonomische Erklärung ist allerdings folgende Legende, die ebenfalls zum Hufeisen-Hype geführt haben könnte: Der Teufel persönlich klopfte eines Tages an die Tür eines Geistlichen (in vielen Überlieferungen der spätere Bischof von Canterbury) und bat ihn darum, ein Hufeisen für seinen Fuß zu schmieden. Der Pfarrer willigte ein, band den Teufel aber plötzlich an einem Amboss fest und fing an, ihn mit seinem Schmiedehammer ordentlich zu verprügeln. In seinem Schmerz winselte der Teufel um Gnade und der kirchentreue Mann erklärte, er werde ihn losbinden, wenn er ein Versprechen einhalte: Ab sofort dürfe er nie mehr an jene Plätze gehen, an denen ein Hufeisen hängt. Der Teufel willigte ein – und die Menschen hatten einen ziemlich guten Grund, das Eisen überall anzubringen.

Uneinigkeit besteht auch in der Ausrichtung der Öffnung des Hufeisens:

  • Das Eisen sollte entweder mit der Öffnung nach unten hängen, damit das Glück herausfließen kann und der Teufel oder böse Geister dem Glauben nach niemals durch das magische, eiserne Tor gehen könnten. Auch als Blitzableiter war diese Variante beliebt.
  • Die Öffnung nach oben symbolisiert für viele die Teufelshörner. Wieder andere sahen in der oben offenen Variante einen Brunnen, durch den das Glück eintreten kann.

In der Neuzeit ist eigentlich nur ein Hinweis wichtig: Das Hufeisen darf nur durch Zufall gefunden werden – ansonsten verliert der Glücksbringer seine Bedeutung und Wirkung.

Das Glücksschweinchen

Zu Silvester gibt es sie vermehrt in Marzipanform – und mit merkwürdigen Kostümchen. Schweine sind seit Jahrtausenden Glückssymbole der Fruchtbarkeit, Stärke und des Wohlstands.

  • Die Germanen erhoben den Eber als heiliges Tier der Götter und nannten ihn Gullinbursti (den mit den Gold-Borsten), die alten Griechen brachten ihrer Fruchtbarkeitsgöttin Demeter Schweine als Opfer und auch im asiatischen Raum ist das Tier ein Zeichen für Glück und Zufriedenheit.
  • Bei den Griechen und Römern sah man den Besitzer eines Schweins als großen Gewinner, da die Tiere kein teures Futter brauchen, zweimal pro Jahr bis zu zehn Ferkel werfen können und bereits nach einem halben Jahr schlachtreif sind – Hunger war also kein Problem für den Besitzer.
  • Die Redewendung "Schwein gehabt" kommt auch nicht von ungefähr: Im Mittelalter gab es kleine Schweinchen auf Volksfesten als Trostpreise – allerdings brachten die dann eben auf lange Sicht unerwartetes Glück.

Im Christentum sah man das Schwein als schmutzige, maßlose und gefräßige Kreatur. Viele orientalische Völker lehnen das Tier ebenfalls ab, weil es "unrein" sei. Seit dem 16. Jahrhundert wird das Schwein vermutlich auch in Deutschland als Sparbüchse genutzt, da wurde nämlich das älteste Exemplar gefunden, das sogar noch Münzen in sich trug.

Sie träumen von einem süßen Schweinchen als Haustier, um sich den Glücksbringer und dessen Bedeutung nach Hause zu holen? Lesen Sie hier wichtige Infos zur Minischwein-Haltung.

Glück gibt es also auf verschiedenen Wegen, heißt es. Es muss nur richtig gedeutet werden. Erfahren Sie auch, welche Bedeutung häufige Traumsymbole haben. Noch mehr dazu gibt's auf unserer Themenseite Sternzeichen. Außerdem: Kennen Sie schon die tiefgehende Bedeutung von weißen Rosen?

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