31.05.2018 - 07:58

Plastikmüll ade! EU-Kommission will Plastikgeschirr verbieten

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Produziert werden etwa PET-Flaschen in Deutschland, doch sie landen in den Ozeanen der ganzen Welt. Höchste Zeit, den Plastikmüll zu verbieten.

Foto: imago/CHROMORANGE

Produziert werden etwa PET-Flaschen in Deutschland, doch sie landen in den Ozeanen der ganzen Welt. Höchste Zeit, den Plastikmüll zu verbieten.

Nach der dramatischen Verschmutzung der Weltmeere durch nicht recycelbaren Plastikmüll plant die EU-Kommission ein Verbot von Plastikgeschirr.

In Geisternetzen verendete Tiere und Berge von angeschwemmten Plastikflaschen an Stränden - wenn es nach der EU-Kommission geht, sollen diese Bilder bald der Vergangenheit angehören. Nach Angaben von EU-Haushaltskommissar Günther Oettinger will die Kommission der Umweltverschmutzung durch Plastikmüll Einhalt gebieten.

Plastikmüll wird aus Erdöl gewonnen und ist nicht recyclebar. Aber er verschmutzt nicht nur die Weltmeere. Was viele Verbraucher nicht wissen: Kleinste Plastikpartikel gelangen über die Nahrungskette in den menschlichen Körper. Von 2005 bis 2015 stieg die Menge an Plastikmüll in der Gemeinschaft um zwölf Prozent – in Deutschland liegt der Zuwachs sogar bei 29 Prozent. Gegen die wachsende Umweltverschmutzung mit Plastikmüll sollen nun politische Maßnahmen ergriffen werden.

Der Plan der EU-Kommisssion gegen Plastikmüll

Zur Diskussion steht ein Maßnahmenkatalog, der auch eine "Plastikmüllabgabe" vorsieht, die aber nicht direkt die Verbraucher belasten würde: „Unser Vorschlag ist, dass jeder Mitgliedstaat pro Kilogramm nicht recyceltem Plastikmüll einen bestimmten Betrag an den EU-Haushalt abführt“, sagte Oettinger der "Funke Mediengruppe". Nach der Finanzplanung der Kommission wären das 80 Cent pro Kilo.

Mit den Regulierungen sollen Anreize geschaffen werden, Plastikmüll zu reduzieren, zum Beispiel über Verbote, Aufklärung, eine nationale Steuer oder eine Gebühr. Außerdem soll bei den EU-Mitgliedstaaten eine Wiederverwertung des Materials angestoßen werden.

Eine Plastiksteuer wird von mehreren Mitgliedstaaten abgelehnt, in Deutschland hat sich Umweltministerin Svenja Schulze (SPD) dagegen ausgesprochen. Der Chef der Verbraucherzentrale des Bundesverbands, Klaus Müller, begrüßt dagegen das Vorhaben: „Statt Müll teuer beseitigen zu müssen, ist es besser, den Müll gar nicht erst zu produzieren.“

Für den Umweltschutz setzen sich sogar die Royals ein. Auch die Queen greift durch: Kein Plastik mehr im Palast forderte sie erst im Februar und ließ Strohhalme und Plastikbecher verbannen.

Alternativen zum Plastikmüll

Seit Juli 2016 sind bereits in vielen Geschäften Plastiktüten kostenpflichtig, was den Konsum erheblich reduzieren soll. Seitdem feiern Papiertüten und Stoffbeutel ihr großes Revival.

Von den geplanten Verboten der EU-Kommission sollen vor allem Produkte betroffen sein, die sich ersetzen lassen, zum Beispiel Plastikgeschirr und -besteck, Strohhalme, Wattestäbchen und Ballonhalter.

Kompostierbare Bio-Trinkhalme aus Papier sind jetzt bereits erhältlich. Auch der Plastikteller hat ein Pendant aus Papier. Wer etwas tiefer in die Tasche greift, kann auf Einwegbesteck aus biologisch abbaubaren Kunststoffen zurückgreifen.

Die Liste der bedenklichen Materialien ist lang. 60 Prozent unserer Textilien bestehen aus Polyester. Kunststofffasern werden aus Erdöl gefertigt, durch die Abreibung der Kleidung in der Waschmaschine gelangen sie ins Abwasser und schließlich über unsere Flüsse ins Meer. Einer Studie der Weltumweltorganisation IUCN zufolge machen ausgewaschene Fasern synthetischer Kleidungsstücke rund 35 Prozent des Mikroplastik im Meer aus, Partikel, die wohl noch Hunderte Jahre lange unsere Gewässer verschmutzen werden.

Wer dem ein Ende setzen möchte, stöbert beim nächsten Shopping-Bummel vielleicht in den Kollektionen der "Green Fashion"-Labels. Dass auf diesem Gebiet vieles im Wandel ist, zeigt das Unternehmen Amsilk. Künstlich hergestellte Spinnenseide ist ein völlig natürliches Material und zu einhundert Prozent biologisch abbaubar, trotzdem belastbar und reißfest. Eine echte Spinne braucht es dafür nicht, dafür aber Wissen aus der Biotechnologie. Das Material soll zum Beispiel in Kleidung und in Kosmetikartikeln zum Einsatz kommen.

Umweltschutz kann jeder im Alltag praktizieren – zum Beispiel bei der Mülltrennung. Manche gehen sogar noch einen Schritt weiter und richten sich mit Möbelstücken aus Recycling-Materialien ein. ist alles dabei.

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