04.06.2018

In Drogerie & Supermarkt Mit diesen Verkaufsstrategien werden wir zum Kauf verführt

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Irgendwie ist der Einkauf nie so kurz wie eigentlich geplant. Das liegt vor allem an genau durchdachten Verkaufsstrategien im Supermarkt und in der Drogerie.

Foto: iStock/vgajic

Irgendwie ist der Einkauf nie so kurz wie eigentlich geplant. Das liegt vor allem an genau durchdachten Verkaufsstrategien im Supermarkt und in der Drogerie.

Sie wollten nur schnell im Supermarkt oder Drogeriegeschäft ein paar Kleinigkeiten besorgen, doch am Ende liegt wieder viel mehr im Einkaufswagen? Das geht den meisten so, sagt Hirnforscher Dr. Hans-Georg Häusel und verrät, warum das so ist.

Eigentlich sollte es ein schneller, kleiner Einkauf werden – und dann haben wir doch viel mehr Zeit und Geld im Laden gelassen. Dieses Phänomen ist genau kalkuliert, denn die Verkaufsstrategien im Supermarkt oder Drogeriegeschäft sind in der Regel die gleichen und verführen oftmals ganz unbewusst zum Kauf von Dingen, die eigentlich gar nicht auf der Einkaufsliste standen...

Sind Sie diesen 10 Verkaufsstrategien im Supermarkt schon auf den Leim gegangen?

  1. Große Einkaufswagen: Ein großer Wagen schreit nach Füllung. Oft ist der Boden nach hinten geneigt. Dadurch rutschen Einkäufe aus dem Blickfeld. Unser Gehirn folgert: Zu wenig gekauft! Bestes Gegenmittel: sich strikt an den Einkaufszettel halten.
  2. Stressfreies Rumkurven: Bloß kein Anrempeln mit anderen Einkaufswagen! Das löst Stress aus. Darum sind die Gänge in den meisten Märkten breit und gut ausgeleuchtet. Stopper-Regale im Weg bremsen und steuern uns. Es gibt übrigens fünf goldene Regeln, mit denen das Einkaufen stressfreier wird und Sie sich sogar glücklich shoppen können.
  3. Gute-Laune-Musik: Wo wir uns wohlfühlen, da bleiben wir länger. Dafür sorgt Musik, möglichst mit 72 Schlägen pro Minute. Das entspricht dem Puls gesunder Menschen.
  4. Lockende Angebote: Steht "Aktionspreis" dran, wird das Belohnungssystem im Gehirn aktiviert. Wir wollen das Produkt haben, auch wenn wir es nicht brauchen. Und: Die Geschäfte wissen, dass kaum jemand Lust hat, wirklich Preise zu vergleichen. Eine geniale Verkaufsstrategie...
  5. Raffinierte Zonen: Was für den Handel viel Gewinn bringt, liegt im Regal in der Sehschlitz-Zone auf etwa 1,50 bis 1,70 Meter. Das wird bis zu 30 Prozent häufiger gekauft. Preiswertes kommt nach unten in die Bück-Zone. Weit oben in der Reck-Zone sind Lock-Artikel – von Weitem gut zu sehen, damit wir das Regal gezielt ansteuern.
  6. Frische Düfte: Backautomaten liefern den ganzen Tag frisches Brot. Kein anderer Geruch stimuliert Belohnungszentrum und Appetit ähnlich stark. Tipp: Nicht hungrig in den Supermarkt gehen! In der Drogerie ist es sanfter Zitrusduft, der die Stimmung hebt und vitalisiert. Er macht Lust aufs Einkaufen. Diese Verkaufsstrategie im Supermarkt riecht wenigstens gut...
  7. Joghurt ganz hinten: Milchprodukte brauchen wir fast immer. Um im Supermarkt ans Kühlregal zu kommen, müssen wir durch den ganzen Laden, entdecken dabei dieses und jenes, was dann im Einkaufskorb landet.
  8. Bequemes Zahlen mit Karte: Zahlen mit Karte schmerzt gefühlt deutlich weniger. Wir kaufen dann mehr. Übrigens: Sympathie-Pluspunkte bekommt ein Laden, wenn sich der Kunde an der Kasse Bargeld auszahlen lassen kann.
  9. Kosmetik am Eingang: Kurz hinter dem Eingang einer Drogerie werden Lippenstifte und Nagellack attraktiv präsentiert, auch mit Gratis-Testern. Die Kundin kommt dort automatisch vorbei, bleibt stehen und probiert aus. Nützliches wie etwa Papiertaschentücher, die man eigentlich kaufen wollte, gibt's dann ganz hinten irgendwo.
  10. Siegel als Versicherung: Prangt auf einer Verpackung ein Gütesiegel, glauben die Kunden und Kundinnen daran. Kaum jemand prüft, was wirklich dahintersteckt. Die Siegel sind eine Art Rückversicherungsknopf in unserem Gehirn. Sie machen ein gutes Gewissen.

Lesen Sie auch unsere Tipps, um Fehlkäufe zu vermeiden.

Jetzt wissen Sie über die typischsten Verkaufsstrategien im Supermarkt und Drogeriegeschäft Bescheid – und können sich beim nächsten Einkauf vielleicht etwas besser dagegen wappnen. Lesen Sie zudem, wie Sie schon beim Einkaufen Kalorien sparen können.

Dieser Artikel erschien zuerst in der FUNKE-Zeitschrift "Frau von Heute".

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