18.12.2018

Igitt! Alltägliche Hygienemängel: Diese Fehler macht fast jeder

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Wetten, dass es bei Ihnen auch die folgenenden Hygienemängel gibt? Denn die geschehen häufig völlig unbewusst.

Foto: iStock/SolStock

Wetten, dass es bei Ihnen auch die folgenenden Hygienemängel gibt? Denn die geschehen häufig völlig unbewusst.

Keime lauern überall – auch da, wo wir sie nicht immer erwarten oder einfach vergessen. Ein Experte erklärt, mit welchen Angewohnheiten wir Keime unbewusst verteilen.

Hygienemängel im Alltag geschehen oft einfach unbewusst, denn bei bei bestimmten Gewohnheiten vergessen wir, dass Keime und Bakterien in Umlauf gebracht werden. "Das häufigste und bedeutendste Problem im Alltag ist mangelnde Händehygiene", sagt Dr. Ernst Tabori, ärztlicher Direktor des Deutschen Beratungszentrums für Hygiene. "Nur wenige Keime verbreiten sich durch die Luft, 80 Prozent der Infektionskrankheiten werden laut WHO über die Hände übertragen." Wir stellen Ihnen fünf typische Gewohnheiten vor, die zur Keim-Verbreitung führen.

Typische Hygienemängel: Achten Sie auch auf diese versteckten Keime?

Lebensmittel zu schnell aufgetaut

Beim Einfrieren fallen Bakterien in Lebensmitteln in einen Kälteschlaf. Wird die Tiefkühlkost der Zimmertemperatur ausgesetzt, werden die Erreger an der Oberfläche schnell wieder aktiv: Kolibakterien etwa, die oft in tierischen Produkten wie Fleisch stecken, verdoppeln ihre Zahl dann alle 20 Minuten. "Im Kühlschrank wird bei vier bis sieben Grad die Vermehrung stark gebremst. Lassen Sie Fleisch nach Möglichkeit dort in einem Behältnis langsam auftauen", rät Dr. Tabori.

Um Hackfleisch keimfrei einfrieren und auftauen zu können, gibt's zum Beispiel ein paar Tricks.

Zahnputzbecher nicht gespült

Gruselige Vorstellung, aber wahr: Am Zahnputzbecher lauern mehr Keime als auf der Toilette – nämlich drei Millionen pro Quadratzentimeter. "Stellen Sie den Becher regelmäßig in die Spülmaschine und geben Sie am besten die Zahnbürste mit dazu", rät Dr. Tabori. Damit sich Bakterien erst gar nicht auf der Bürste vermehren, diese stets gut trocknen lassen – und nicht verschlossen, sondern offen mit dem Kopf nach oben aufbewahren.

Am Geschirrtuch Finger abgewischt

Hähnchen schneiden, dabei kurz etwas aus dem Kühlschrank holen oder die Finger am Geschirrtuch abwischen? Hygiene-Experten können da kaum hinsehen: "In tierischen Rohprodukten findet sich eine Vielzahl von Bakterien, in vielen Fällen sogar multiresistente Erreger. Diese werden dann unbedacht in der Küche verteilt", sagt Dr. Tabori. Deshalb: Fleisch schneiden, dabei möglichst nichts anderes berühren – danach Schneidebrett und Messer sofort in die Spülmaschine, die Hände waschen – und an einem extra bereitgelegten Handtuch oder einem Papiertuch abtrocknen.

Übrigens: Abwaschen sollten Sie rohes Geflügelfleisch ebenfalls nicht!

Künstliche Fingernägel

Künstliche Fingernägel bieten ideale Bedingungen für Bakterien. "Unter ihnen sowie in den Mikrofurchen und Minirillen an der Klebestelle sammeln sich oft Talg, Fett und Schmutzpartikel, in denen sich die Organismen wunderbar vermehren", sagt Dr. Tabori. Seife erreicht diese Furchen nicht, sodass sich Keime von einem Kunstnagel schwerer abwaschen lassen. "Hinzu kommt, dass das Händewaschen oft zurückhaltender ausgeübt wird, um den Fingerschmuck zu schonen."

Am besten sind unbehandelte, unlackierte Nägel, die regelmäßig sauber gehalten werden. Oder Sie ziehen sich immer dann, wenn Sie etwa für andere kochen, Gummihandschuhe an.

Bei offenem Toiletten-Deckel gespült

"Der Deckel hat den Sinn, Spritzer aus der Toilettenschüssel nicht zu verteilen. Das funktioniert aber nur, wenn man ihn auch schließt", sagt Dr. Tabori. Stuhl und Urin enthalten eine hohe Zahl an Keimen. "Beim Spülen entstehen zwangsläufig Spritzer sowie ein feiner Nebel sehr kleiner Tropfen, die sich in einem beachtlichen Radius im Bad ausbreiten können." Sie landen dann zum Beispiel auf der Zahnbürste am Waschbecken neben der Toilette. Noch ein Grund mehr, Zahnpflegeutensilien regelmäßig zu reinigen, oder?

Auch die Gegenstände dieser Galerie sind wahre Keimschleudern – dabei hätten wir einen Hygienemangel bei diesen Dingen gar nicht verdächtigt... Wetten, dass auch Sie zumindest einige der folgenden Beispiele zu selten reinigen oder austauschen?

Klar, das bedeutet jetzt alles nicht, dass Sie sich und alles um Sie herum ständig desinfizieren sollten. Übermäßiger Gebrauch von Desinfektionsmittel kann sogar schädlich sein. Und ein wenig Abhärtung hilft dem Immunsystem in der Regel. Aber ein paar Tipps einzuhalten und auf gewisse Dinge zu achten kann zum Beispiel vor Erkältung schützen.

Dazu gehört übrigens auch die richtige Handhygiene: Richtig Hände waschen schützt besser als jedes Desinfektionsmittel.

Wir informieren Sie nicht nur hinsichtlich versteckter Hygienemängel, sondern geben auch wertvolle Haushaltstipps für Haus, Garten und Balkonien.

Dieser Artikel erschien zuerst in der BILD der FRAU Nr. 12.

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