19.04.2018

Tierschützer sind empört Tierquälerei! Bär muss Fußballfans in Russland belustigen

Ein Bär musste zum Anpfiff eines Fußballspiels in Russland den Fußball übergeben und klatschen. Ein klarer Fall von Tierquälerei.

Foto: Screenshot Youtube/FC-Angshut

Ein Bär musste zum Anpfiff eines Fußballspiels in Russland den Fußball übergeben und klatschen. Ein klarer Fall von Tierquälerei.

Ein Braunbär musste jetzt als Animateur vor einem Fußballspiel in Russland herhalten – und hat für weltweite Empörung gesorgt. Was Tierschützer dazu sagen – und warum die Gesetzeslage auch in Deutschland dringend verbessert werden müsste.

Wen, bitte schön, können solche Szenen ernsthaft erheitern? Eine russische Fußballpartie zwischen den Vereinen FC Mashuk-KMV Pyatigorsk und FC Angusht Nazran in der Kaukasus-Region wurde jetzt mit einer Form von Tierquälerei eröffnet, bei der einem das Lachen im Halse stecken bleibt: Ein stattlicher Braunbär wurde von seinem Trainer vor die Zuschauertribüne geführt, wo er den Balljungen geben und fortwährend mit seinen großen Pranken klatschen musste. Gut sichtbar im Video: der Maulkorb, extrem eng anliegend und einschneidend.

Tierquälerei an Braunbär bei Fußballspiel in Russland

Braunbär als Balljunge bei Fußballspiel in Russland

Tierschützen reagieren empört

Dipl.-Biologe und Wildtierexperte Thomas Pietsch von "Vier Pfoten", einer Stiftung für Tierschutz, ist empört. Auf der Website der Organisation erklärt er: "Vor Publikum muss der Bär unnatürliche Bewegungsabläufe ausführen. Der Trubel und der Lärm eines Fußballspiels bedeuten immensen Stress für das hochsensible Wildtier. Als Tierschutzorganisation verurteilt 'Vier Pfoten' jegliche Ausbeutung von Wildtieren für Unterhaltungszwecke rigoros!" Er verweist auch auf die enorme Gefahr einer solchen Aktion: "Der Auftritt ist darüber hinaus mit großen Sicherheitsrisiken verbunden. Zwar trägt der Bär einen Maulkorb, jedoch kann er mit seinen Krallen Menschen schwer verletzen."

Und auch Elisa Allen, Vorsitzende der Tierrechtsorganisation "Peta" in Großbritannien, reagiert dem Nachrichtenportal "BBC" gegenüber schockiert: "Abgesehen davon, dass es unmenschlich und absolut unzeitgemäß ist, einen Bären als gefangen gehaltenen Diener zu missbrauchen, ist es auch noch extrem gefährlich."

Erschütterte Kommentare in den sozialen Medien

In den sozialen Netzwerken erntete die Tierquälerei einen Shitstorm an Kommentaren, in denen sich User ähnlich entrüstet zeigten – hier drei Beispiele:

  • "Ekelhaft und sehr verstörend. Es müssen schreckliche Qualen für den Bären gewesen sein, ihn dazu zu bringen, was er tun musste."
  • "Herr, schmeiß Hirn vom Himmel ... oder besser Steine ... und die bitte direkt auf die Köpfe dieser hirn- und herzlosen, tierquälenden Dreckskerle"
  • "Ich hoffe nur, dass alle Sportler sich da sportlich verhalten und den Schwachsinn boykottieren"

Schlimme Zustände auch in deutschen Zirkussen

Zustände, die bei uns undenkbar wären? Leider nein – Thomas Pietsch von "Vier Pfoten": "Man muss jedoch nicht bis nach Russland schauen, um solch eine schockierende Tierquälerei zu sehen: In Deutschland werden Bären zwar nicht vor Fußballspielen präsentiert – Zirkusse dürfen Wildtiere wie Bären, Großkatzen oder Elefanten jedoch immer noch legal mitführen. Hunderte Wildtiere leiden hierzulande ähnlich wie dieser Bär in Russland."

So berichtet "Peta" von zwei Bären, die im Circus Luna "wie im finsteren Mittelalter (...) zu artwidrigen Vorführungen gezwungen werden, zum Beispiel zum Rollerfahren oder von einer Rutsche hinabzugleiten. Ansonsten sind sie die meiste Zeit auf ein paar Quadratmetern in einem winzigen Käfigwagen eingesperrt."

Und auch beim Zirkus Alberti herrschen laut "Peta" unzumutbare Zustände: "Die Skrupellosigkeit der Zirkusbetreiber hat einen neuen Höhepunkt erreicht: Während sich der Zirkus in Fürstenfeldbruck als Opfer widriger Umstände präsentiert, wurde Bär Ben einfach in eine winzige Box gesperrt und in einer Seitenstraße geparkt."

Wildtierverbot in Zirkussen für Deutschland gefordert

Nur wenige europäische Länder lassen Wildtiere im Zirkus noch uneingeschränkt zu – darunter auch Deutschland. In 26 Ländern sind bereits bestimmte oder alle Tierarten im Zirkus verboten, ist bei "Peta" nachzulesen. Seit Jahren schon wird immer wieder die Forderung von Tierschutzverbänden laut, diesen Zustand endlich zu ändern und ein Gesetz einzuführen, das Wildtiere im Zirkus generell verbietet – bislang erfolglos.

Der jüngste Vorfall, das Schicksal des Braunbären in Russland, veranlasst die Tierschützer nun erneut, ihren Appell vorzubringen. Thomas Pietsch von "Vier Pfoten": "Ein Wildtierverbot im Zirkus ist längst überfällig! 'Vier Pfoten' appelliert an die neue Bundesregierung, endlich zu handeln."

Dieser Forderung schließen wir uns voll und ganz an!

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Wie schützt unser Gesetz eigentlich die Rechte der Tiere? Erfahren Sie mehr im Video:

Tierquälerei - Wie schützt das Gesetz unsere Tiere?

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