11.12.2019

Sternschnuppen im Dezember Sternschnuppenkalender: Wann gibt’s ein Himmelsspektakel?

In manchen Nächten im Jahr sind besonders viele Sternschnuppen zu sehen. Aktuell stark: Die Geminiden und die Ursiden.

Foto: iStock/Cylonphoto

In manchen Nächten im Jahr sind besonders viele Sternschnuppen zu sehen. Aktuell stark: Die Geminiden und die Ursiden.

Wer eine Sternschnuppe sieht, darf sich was wünschen – so heißt es. Die Nächte sind zurzeit besonders lang und wer gerne den Nachthimmel nach Sternschnuppen absucht, hat nun wieder gute Chancen, spektakuläre Erscheinungen zu beobachten. Wir verraten, wann die nächste Sternschnuppenflut ansteht.

Es gibt gewisse Zeiten im Jahr, in denen die Chance auf Wunscherfüllung rapide steigt. Und das hat rein naturwissenschaftliche – nämlich astronomische – Gründe. BILD der FRAU hat Ihnen einen Sternschnuppen-Kalender zusammengestellt, damit Sie Ihren Wünschen näher kommen und gleichzeitig kein faszinierendes nächtliches Himmelsspektakel verpassen.

Sternschnuppen-Kalender: Die Geminiden sind da – der Mond aber auch

Dieser Tage ist es wieder soweit: Wer gerne Sternschnuppen am nächtlichen Himmel betrachtet und den ein oder anderen Wunsch gen Himmel schicken möchte, der sollte zurzeit immer mal die Augen auf den Nachthimmel richten – und ganz besonders in der Nacht vom 13. auf den 14. Dezember. Der Strom der Geminiden ist zurzeit nämlich wieder aktiv und beschert uns gerade in dieser Nacht rund 120 Sternschnuppen pro Stunde, manchmal sogar viel mehr. Blöd nur in diesem Jahr: Der Mond strahlt uns ein wenig zu sehr dazwischen. Er ist zur Peak-Zeit der Geminiden nämlich noch fast voll und steht die ganze Nacht so hell am Himmel, dass die Meteore kaum sichtbar sein werden.

Die Geminiden sind aber noch bis zum 17. Dezember ganz gut sichtbar – Sie können also auch in den folgenden Tagen noch Glück haben – vorausgesetzt, das Wetter spielt mit.

Die Geminiden sind sehr beständig

Das Praktische an den Geminiden ist die Beständigkeit des Schauers. Von anderen Meteorschauern wie den frühjährlichen Lyriden oder den bekannten und beliebten Perseiden im August kennen wir es, dass das Maximum in einem recht kurzen Zeitraum, meist mitten in der Nacht für kurze Zeit liegt. Die Geminiden hingegen verteilen sich ganz gut auf mehrere Tage, so dass Sie quasi täglich mit einem kleinen Spektakel rechnen können.

Wo genau Sie schauen müssen? Die Geminiden haben ihren Namen von ihrem scheinbaren Ursprungssternbild, den Zwillingen – genauer nahe dem Stern Kastor, dem hellsten im Sternbild. Und die Zwillinge erscheinen zurzeit schon früh abends gegen 7 Uhr etwa im Nordosten und stehen später sogar recht mittig am Himmel. Um 2 Uhr nachts steht der Ausstrahlungspunkt dann so hoch im Süden und damit fast über uns als Beobachtern, dass die Sternschnuppen eigentlich von überall zu sehen sind.

Anders als viele andere Meteorschauer stammen die Geminiden aber nicht von einem Kometen, sondern wohl von einem Asteroiden – dem "3200 Phaethon". Das ist insofern bemerkenswert, als Asteroiden eigentlich aus festem Gestein bestehen und nicht wie Komenten aus einem Stein-Eis-Gemisch. Doch "3200 Phaethon" kreist näher um die Sonne als Merkur und wird durch die Sonnen-Anziehungskraft sozusagen "geschreddert" – diese Gesteinsklümpchen sehen wir dann später als Meteore – also Sternschnuppen. Und die Geminiden werden von Jahr zu Jahr kräftiger.

Ursiden lösen die Geminiden als Weihnachts-Sternschnuppen ab

Doch auch, wenn die Zwillings-Sternschnuppen ihre Leuchtkraft leider kurz vor Weihnachten verlieren, haben wir auch zur heiligen Zeit noch die Chance auf viele Wünsche. Denn vom 17. bis 26. Dezember sind die Ursiden, die aus dem Kleinen Bären – und eigentlich vom Kometen "8P/Tuttle" stammen, aktiv. Ihr Maximum haben sie in der Nacht vom 22. auf den 23. Dezember – allerdings mit nur rund zehn Meteoren pro Stunde. Hier müssen Sie also meist ein wenig länger gen Himmel blicken. Aber vielleicht werden Sie auch überrascht: Denn in manchen Jahren kommen die Ursiden auch weitaus kräftiger daher und können bis zu 50 Sternschnuppen pro Stunde schicken. Nur lange wach bleiben müssen Sie dafür: Der Höhepunkt liegt am Morgen des 23. Dezember um 4 Uhr. Praktisch allerdings: Der Mond stört diesmal nicht, denn der geht erst gegen 4.30 Uhr auf.

Sternschnuppen-Kalender zeigt regelmäßige Meteorschauer

Sternschnuppen sind eigentlich nichts anderes als Gesteins- und Staubbrocken von Kometen, deren Bahn die Erde zu bestimmten Zeiten im Jahr kreuzt. Wenn diese Partikel in die Erdatmosphäre eintreten, verglühen sie – und das aufleuchtende Gas sehen wir als Sternschnuppe. Also eigentlich eine recht nüchterne Erklärung für ein aber überaus hübsch anzusehendes Spektakel.

Es sieht für uns Betrachter dabei immer so aus, als würden die Sternschnuppen in einem bestimmten Sternbild starten. Oft sind sie dann auch danach benannt.

Die Kometenlaufbahnen kreuzen die Erde immer zu wiederkehrenden Zeiten – daher lassen sich Meteorschauer, also Sternschnuppenregen, auch immer sehr gut terminieren. Die größten treten jedes Jahr zur ähnlichen Zeit auf. Eine Übersicht geben wir Ihnen im Folgenden.

Die größten Meteorströme: Hier haben Sie die besten Chancen auf Wunscherfüllung

  • Quadrantiden: Das Jahr startet mit Sternschnuppen aus dem Sternbild Bärenhüter nicht weit vom Großen Wagen (auch Großer Bär genannt). Sie stammen vom Asteroiden 2003 EH1. Von der Nordhalbkugel aus können wir zwischen letzter Dezemberwoche und 12. Januar Sternschnuppen sehen – die meisten sind vom 3. auf den 4. Januar gegen 3 Uhr nachts zu bewundern – vorausgesetzt, das Wetter ist gut. Praktisch: Anfang 2019 ist zu dieser Zeit Neumond, es wird also dunkel sein des nachts.
  • Lyriden: Mitte April geht es weiter mit den Lyriden, die aus dem Sternbild Leier auftauchen. Zwischen 16. und 26. April sehen Sie die Meteore, der Peak ist in der Nacht vom 22. auf 23. April. Bei den Lyriden vom Kometen C/1861 G1 Thatcher ist es egal, wo auf der Erde Sie sich befinden, sie sind auf beiden Erdhalbkugeln zu sehen. Wann Sie dieses Sternschnuppen-Spektakel am besten sehen, lesen Sie hier.
  • Eta-Aquariiden: Der Halleysche Komet versorgt uns um den 6. und 7. Mai herum mit Sternschnuppen aus dem Sternbild Wassermann – allerdings eher auf der Südhalbkugel. Zu sehen sind die Eta-Aquariiden dort zwischen 19. April und 28. Mai – also recht lange.
  • Perseiden: Zu den wohl bekanntesten Sternschnuppenschauern zählen wohl die Perseiden vom 17. Juli bis 24. August. Vor allem zwischen 11. und 13. August sind diese oft sehr starken Meteore zu sehen – und zwar aus Richtung des Sternbildes Perseus vom Komet Swift Tuttle. Bei gutem Wetter können über 100 Sternschnuppen pro Stunde beobachtet werden. Unter die Perseiden mischen sich oft auch sogenannte Feuerbälle – besonders große Meteore, die so hell wie Venus oder Jupiter leuchten und deren Schweif sogar bis zu zwei Sekunden lang leuchten kann – und zwar in verschiedensten Farben.
  • Draconiden: Weiter geht’s mit dem Sternschnuppen-Kalender im Oktober mit den Draconiden vom Komet 21P/Giacobini-Zinner – daher auch Giacobiniden genannt. Aus dem Kopf des Sternbildes Drache können Sie um den 8. und 9. Oktober herum Sternschnuppen bewundern.
  • Orioniden: Auf die nächsten Meteore müssen Sie nicht lange warten. Um den 21. und 22. Oktober sollten Sie Ihren Blick auf das Sternbild Orion werfen. Dort versorgt uns wieder der Halleysche Komet mit den nun sogenannten Orioniden, die aber schon vom 2. Oktober bis zum 7. November sichtbar werden können.
  • Leoniden: Ähnlich bekannt wie die Perseiden sind die Leoniden um den 17. und 18. November. Sie entspringen dem Sternbild Löwe und können ebenfalls sehr stark sein. 2018 geht dann auch noch der Mond zwischen 1 und 2 Uhr nachts unter. Danach herrschen bei gutem Wetter also tolle Sichtbedingungen – wenn Sie sich warm anziehen.
  • Geminiden und Ursiden: Ein Doppelgespann gibt es dann zum Jahresabschluss. Die Geminiden aus dem Sternbild Zwillinge sehen Sie besonders um den 14. Dezember herum (bei früh untergehendem Mond im Jahr 2018), sie werden aber dicht danach von den Ursiden aus dem Sternbild Ursa Minor bzw. vom Komet 8P Tuttle abgelöst. Deren Höhepunkt ist der 22. bis 23. Dezember – eine schöne Einstimmung auf Weihnachten also, zumindest bei gutem Wetter, in diesem Jahr allerdings mit Mondschein.

Daneben gibt es natürlich noch jede Menge andere Meteorströme, deren Kraft aber eher schwach bis mittel ist oder die nur auf der Südhalbkugel zu sehen sind. Daher beschränken wir uns hier auf die kräftigsten.

Sie wollen mehr über Perseiden erfahren? Dann werfen Sie einen Blick ins Video:

Perseiden: Die Sternschnuppen kommen – das muss man wissen

Perseiden: Die Sternschnuppen kommen – das muss man wissen

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So sehen Sie die Sternschnuppen am besten

Noch ein Tipp für tolle Sternschnuppen-Nächte: Vorausgesetzt es ist nachts nicht bewölkt und entsprechend sternklar, sollten Sie sich eine lichtarme Gegend suchen, am besten auf dem Land außerhalb von Städten mit ihrer Lichtverschmutzung. Ein weites Feld ohne hohe Bäume oder andere Sichtbehinderungen gibt Ihnen die besten Möglichkeiten auf ein fantastisches Himmelsspektakel. Vielleicht ziehen Sie unseren Sternschnuppen-Kalender ja in Ihre Urlaubsplanung mit ein.

Und auch, wenn die wissenschaftliche Erklärung einer Sternschnuppe den Zauber zu nehmen vermag, die mystische Aura eines Sternschnuppenregens berührt uns doch am Ende alle. Schauen Sie doch mal auf unsere Sternzeichen-Themenseite, wenn Sie sich für die astrologische Richtung interessieren.

Wir wünschen viel Erfolg beim Sternschnuppen-jagen und bei der Wunscherfüllung – und hoffen auf gutes Wetter und tolle Sicht!

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