13.04.2018 - 11:48

Diagnose Leukämie Tim Lobinger: „Der zweite Krebs ist schwerer zu besiegen“

Von

Redaktion

Am Mittwoch war Ex-Stabhochspringer Tim Lobinger zu Gast in der ZDF-Talkshow "Markus Lanz". Dort hat er das erste Mal im TV ausführlich über seinen Krebs-Rückfall gesprochen.

Foto: imago/APress

Am Mittwoch war Ex-Stabhochspringer Tim Lobinger zu Gast in der ZDF-Talkshow "Markus Lanz". Dort hat er das erste Mal im TV ausführlich über seinen Krebs-Rückfall gesprochen.

Ex-Sportler Tim Lobinger ist an Leukämie erkrankt. Nach seinem Rückfall machen ihm die Ärzte wenig Hoffnung auf eine vollständige Genesung.

Er war einer der größten Leichtathletik-Stars der Jahrtausend-Wende. Tim Lobinger übersprang als erster Deutscher die magische Grenze von sechs Metern, wurde 2006 Vize-Europameister im Stabhochsprung. Doch der größte Kampf seines Lebens ist kein sportlicher. Lobinger bestreitet ihn seit vielen Monaten – gegen den heimtückischen Krebs.

Tim Lobinger hat Leukämie. Der 45-Jährige leidet an einer sehr aggressiven Form, an der nur fünf Prozent aller Blutkrebs-Patienten erkrankt sind. Am Montag erscheint sein Buch "Verlieren ist keine Option". Darin arbeitet er auf, wie er gegen den Krebs kämpft.

Tim Lobinger: "Der Feind ist im ganzen Körper"

Vor der Erscheinung des Buchs hat er in der ZDF-Talkshow "Markus Lanz" nun erstmals öffentlich über seine Erkrankung gesprochen. "Leukämie ist etwas Spezielles, das ist etwas, was man nie mehr ganz abschütteln kann, besonders meine Leukämie", erklärte Tim Lobinger. "Aber auch wenn das komisch klingt, mir geht es gut. Ich fühle, ich bin gesund – was ich aber nicht bin."

Im März 2017 wurde dem dreifachen Vater die Diagnose gestellt. Eine Krankenhaus-Odyssee folgte: fünf Chemotherapien und eine Knochenmarkstransplantation. Lobinger verbrachte mehrere Wochen isoliert im Krankenhaus, Haare, Wimpern und Augenbrauen fielen ihm aus. "Der Feind ist im ganzen Körper, alles ist Kampfzone, das ist natürlich hart", so Lobinger bei "Markus Lanz".

Lebenserwartung von ein bis zwei Jahren

Lobinger hielt dem Druck stand und bekämpfte die Leukämie. Doch im Januar dieses Jahres der Rückfall, eine mutierte Form des Krebses ist zurückgekehrt. "Der zweite Krebs ist schwerer zu besiegen", so Lobinger. Die Ärzte rechnen mit ein bis zwei Jahren Lebenszeit. Der Ex-Sportler lässt sich davon aber nicht entmutigen, glaubt an mindestens drei bis fünf Jahre. "Man ist am Ende nur so krank, wie man sich fühlt", so Lobinger. "Ich brenne darauf, beruflich etwas zu tun, und allein das zeigt mir, dass ich gesundheitlich auf einem guten Weg bin."

Wir wünschen Tim Lobinger alles erdenklich Gute – und dass er auch den zweiten Teil seines Kampfes übersteht.

Er ist nicht der einzige Sportler, der mit einem schweren Schicksal zu kämpfen hat. Auch Paralympics-Star Marieke Vervoort ist schwer erkrankt – und plant ihren Tod.

Mehr zur heimtückischen Erkrankung Krebs erfahren Sie auf unserer Themenseite.

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