23.03.2018

Gesund und rein Putzen ohne Chemie: So reinigen Sie mit natürlichen Mitteln

Clever putzen mit dem, was Sie zuhause haben: Wussten Sie, dass die Zitrone nicht nur für den Körper gut ist, sondern auch Kalk und Bakterien im Haushalt den Kampf ansagt? Hier gibt's Tipps zum Putzen ohne Chemie!

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Clever putzen mit dem, was Sie zuhause haben: Wussten Sie, dass die Zitrone nicht nur für den Körper gut ist, sondern auch Kalk und Bakterien im Haushalt den Kampf ansagt? Hier gibt's Tipps zum Putzen ohne Chemie!

Wer es zuhause rein und sauber haben möchte, kann sich im Laden mit allerhand Mittelchen eindecken, die klinische Sauberkeit und Hygiene versprechen. Aber muss das sein? Putzen ohne Chemie ist möglich!

Viele der Putzmittel im Verkauf bestehen aus aggressiven Chemikalien, die schlecht für die Haut, die Atemwege sowie auch für die Umwelt sind. Sauber wird’s aber auch mit diversen Hausmitteln, die weit weniger bis gar nicht schädlich sind und die Sie sicherlich bereits zuhause haben. Putzen ohne Chemie tut Ihnen und der Natur gut. Und noch ein Vorteil: Diese Putztricks sind zum einen wesentlich günstiger als teure Reiniger – und oft auch viel einfacher in der Handhabung.

Essig, Zitronensäure, Backpulver, Natron und Kernseife sowie geeignete mechanische Reinigungsutensilien – vielleicht noch ein bisschen Alkohol. Mehr braucht es kaum, um die Bude tipptopp zu halten – und auch hygienisch rein.

Putzen ohne Chemie mit der Allzweckwaffe Zitrone

Die Zitrone ist nicht nur gesund – sie hat auch tolle reinigende Eigenschaften und riecht dazu gut. Die enthaltene Säure bekämpft Bakterien und damit einhergehende schlechte Gerüche:

Ihren Abfluss zum Beispiel können Sie ganz einfach mit einer Zahnbürste und einer Zitrone reinigen. Unangenehme Gerüche kommen dort nämlich von Bakterien und Keimen, die sich durch Essensreste und warmes Wasser angesiedelt haben:

  1. Schrubben Sie mit einer alten Zahnbürste kräftig das Abflussgitter.
  2. Anschließend legen Sie eine dicke Zitronenscheibe genau in den Abfluss. Warmes Wasser darüberlaufen lassen und Bakterien haben keine Chance mehr. Zusatznutzen: Kalk verschwindet auch noch durch die Zitronensäure.

Zitronensäure gibt es auch in Pulverform, die sich sehr gut zum Entkalken von Wasserkochern, Kaffeemaschinen und Co. eignet. Auch Eingebranntes in Töpfen und Pfannen werden Sie damit los – und in der Waschmaschine entkalkt sie nicht nur, sondern hilft auch, weiße Wäsche zu bleichen und Flecken zu entfernen.

Drei Esslöffel Zitronensäurepulver für ein paar Stunden in der Toilette ersetzt zudem jeden teuren WC-Reiniger. Einfach verteilen, einwirken lassen und später mit der Klobürste nachschrubben.

Essig macht dem Kalk Dampf

Und wo wir gerade bei Kalk sind: Hässlichen Kalkflecken geht’s mit Essig an den Kragen! Am besten eignet sich Essig-Essenz. Einfach ein Tuch tränken und über die Kalkränder wischen. Bei größeren Flecken etwas Küchenpapier mit Essig tränken, auf die verkalkte Stelle legen und einwirken lassen, dann abspülen. Abschraubbare oder längliche Teile wie Wasserhahnsiebe oder Duschköpfe lassen sich mit einem Essigbad reinigen. Einfach ein bisschen Essig-Essenz mit Wasser mischen und das verkalkte Teil einlegen.

Auch Kühlschrank und Gefrierfach lassen sich mit Essig gut ausputzen. Beides sind nämlich echte Bakterienherde. Immer mal wieder abtauen und gründlich mit Essig auswischen lässt die Kühlgeräte hygienisch bleiben.

Wundermittel Backpulver: Säubern, bleichen und Co. mit Soda

Mit leicht aufgeschäumtem Backpulver und einer alten Zahnbürste lassen sich Fette und Staub wunderbar von Oberflächen entfernen. Lackierte Holzoberflächen, etwa Türen, können Sie so wieder zum Strahlen bringen. Aber Vorsicht bei kunstvoll behandelten Oberflächen! Vorher an unscheinbarer Stelle testen!

Auch den Backofen befreit Backpulver von angebrannten Resten: Ein Esslöffel Soda auf einen Liter heißes Wasser: Oberflächen damit einsprühen, einwirken lassen und abputzen.

Soda eignet sich ebenfalls als Bleichmittel für weiße Wäsche – vor allem bei gräulichen Verfärbungen. Wäsche dazu einfach in 10 Litern Wasser mit 1 bis 2 EL Soda einweichen lassen und danach wie gewohnt waschen.

Spezielles Waschsoda übrigens ersetzt teures und umweltschädliches Waschmittel. Und Sie können es selbst herstellen: Einfach 30 Gramm Kernseife raspeln und mit 4 Esslöffeln Soda aufkochen. Mit 150 bis 200 ml Waschsoda können Sie eine Ladung Wäsche waschen – aber keine Wolle oder Seide!

Natron als Bakterienkiller

Ähnlich allzweckmäßig ist auch Natron: Damit lässt sich zum Beispiel die Waschmaschine rein halten. Die Wäsche müffelt? Da sind mit großer Sicherheit Bakterien dran schuld, die sich durch Restwasser ansiedeln. Also lieber immer mal wieder die Maschine reinigen: 50 g Natron in die Trommel, 50 ml Essig-Essenz ins Pulverfach und los geht’s mit dem 60°C-Programm – aber ohne Wäsche, also im Leerlauf. Kalk, Bakterien und Keime machen die Biege.

Ähnliches Prinzip, nur ohne Waschgang: Natron in die Schuhe – hilft gegen Schweißfüße und unangenehmen Fußgeruch, da Bakterien abgetötet werden.

Mit einem Esslöffel Natron gemischt mit 10 g Kernseife auf 100 ml warmes Wasser ergibt ein günstiges und umweltfreundliches Spülmittel.

Natron kann ganz schön viel. Wozu Sie das Zaubermittel noch verwenden können:

Haushaltstipps mit Natron

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Seife oder Spüli gegen beschlagene Glas- und Spiegelflächen

Im Bad beschlägt der Spiegel nach dem Duschen, die Fensterscheibe zieren unschöne Schlieren, von denen Rückstände bleiben? Einfach ganz dünn Spüli (zum Beispiel das Natron-Kernseife-Spüli) auf einen Lappen auftragen und die Fläche abreiben oder mit einem Stück Kernseife leicht über die Oberflächen gleiten – nur nicht zu viel, sonst sieht man’s. Danach glattpolieren. Die Seifenschicht verhindert, dass sich Wassertröpfchen niederlassen.

Profitipp: Das Prinzip funktioniert auch bei Brillen: Beschlagene Augengläser im Winter gehören so der Vergangenheit an.

Alkohol löst Flecken auch aus Polstern

Alkohol, möglichst rein, kann Polster wieder auffrischen: Am besten klappt das mit fast reinem Ethanol, notfalls tut es auch ein klarer Korn: Alkohol mit einer Sprühflasche aufs Polster auftragen und mit einem weißen Schwamm vorsichtig abrubbeln. Mit einer weißen Bürste lässt sich der Polsterstoff danach wieder in Form bringen. Der Alkohol verdunstet schnell und hinterlässt auch keine fiesen Gerüche. Bekämpft übrigens auch Bakterien.

Mechanische Reinigung kombiniert mit Hausmitteln

Abflüsse und Co können mit der Zeit verstopfen – aggressive Rohrreiniger aber ätzen nicht nur den Schmutz weg, sondern greifen auch die Rohre an – und schaden der Umwelt sehr. Besser reinigen Sie verstopfte Abflüsse von Zeit zu Zeit mechanisch. In der Regel lassen sich die nämlich abschrauben. Das ist sicherlich keine schöne Aufgabe, wirkt aber viel besser als jeder Rohrreiniger. Immer mal wieder mit Soda behandeln verhindert aber Verstopfungen: 4 EL Soda in den Abfluss, eine halbe Tasse Essig nachgießen – und nach ein paar Minuten mit einem Liter kochend heißem Wasser nachspülen.

Salz als mechanischer Reinigungshelfer

Beim Bügeln brennen sich gerne Schmutzreste in die Oberfläche des Bügeleisens ein. Die lassen sich blitzschnell mit Salz entfernen: Einfach Salz auf dem Bügelbrett oder einer bügelfesten Fläche verteilen und das Bügeleisen auf heißester Stufe ohne Dampffunktion darübergleiten lassen.

Und Salz kann noch viel mehr:

6 Haushaltstipps mit Salz

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Mechanische Reinigung hilft vor allem, wenn sie regelmäßig gemacht wird. Ihre Dusche verkalkt viel langsamer, wenn Sie die Duschwände nach jedem Duschgang trocknen, etwa mit einem Abzieher. Außerdem: Je trockener eine Oberfläche, desto weniger Bakterien können sich ansiedeln.

Allgemein gilt im ganzen Haushalt: Je schneller Sie Verschmutzungen entfernen, desto einfacher geht’s. Der frische Fleck auf dem Herd ist schneller entfernt als eingetrocknete Essensreste.

Putzen ohne Chemie hat also jede Menge Vorteile:

  • Sie sparen bares Geld – Zitrone, Essig, Backpulver und Co. sind wesentlich günstiger als teure Reinigungsmittel und weitaus ergiebiger.
  • Sie schützen Ihre Gesundheit: Putzen mit scharfen Reinigern gilt als gesundheitsschädlich und gefährlicher als Rauchen
  • Sie schonen die Umwelt: Viele chemische Putzmittel sind schwer abbaubar und schädlich für (Wasser-)Organismen.
  • Ein weiterer Vorteil für die Umwelt: Sie sparen jede Menge Plastikmüll, wenn Sie auf chemische Reiniger aus dem Supermarkt verzichten.

Sauber wird Ihr Haushalt mit unseren oben genannten Mitteln allemal.

Sie wollen zudem noch Wasser sparen? Dann schauen Sie sich unsere Tipps im Video an:

Tipps zum Wasser sparen im Alltag

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Weitere Tipps für die Küche gesucht? 11 Tipps um die Küche mit natürlichen Mitteln zu reinigen, haben wir ebenfalls für Sie zusammengestellt. Und auf unserer Themenseite finden Sie noch mehr praktische Haushaltstipps.

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