20.03.2018 - 14:32

Tierschützer sind besorgt Letztes männliches Nördliches Breitmaulnashorn der Welt gestorben

Er war der letzte Bulle seiner Art – das letzte männliche Nördliche Breitmaulnashorn "Sudan" starb am vergangenen Montag im Wildtierreservat Ol Pejeta in Kenia.

Foto: twitter.com/OlPejeta

Er war der letzte Bulle seiner Art – das letzte männliche Nördliche Breitmaulnashorn "Sudan" starb am vergangenen Montag im Wildtierreservat Ol Pejeta in Kenia.

Seit Jahrzehnten sind Nördliche Breitmaulnashörner vom Aussterben bedroht – jetzt ist der letzte männliche Vertreter seiner Art an Altersschwäche gestorben. Forscher versuchen nun verzweifelt, ein endgültiges Aussterben der seltensten Großsäugetierart der Erde zu verhindern.

Das letzte männliche Nördliche Breitmaulnashorn der Welt ist im Wildtierreservat Ol Pejeta in Kenia gestorben. Der Bulle „Sudan“ litt zuletzt an altersbedingten Infektionen und Muskel- und Knochenschwund. Nach Angaben seiner Tierärzte litt Sudan in den letzten 24 Stunden vor seinem Tod extrem und konnte kaum noch stehen. Am vergangenen Monat haben seine Tierärzte deshalb beschlossen, ihn einzuschläfern.

Nördliches Breitmaulnashorn: Sein größter Feind ist der Mensch

Richard Vigne, Leiter des Wildtierreservats, nannte Sudan auf Twitter "einen großartigen Botschafter für seine Art. Er hat auf ihre Misere und die anderer Tierarten aufmerksam gemacht, die aufgrund menschlichen Handelns vom Aussterben bedroht sind."

Der letzte Bulle seiner Art ist 1973 im heutigen Südsudan, damals noch Republik Sudan, geboren. Nach seiner Gefangennahme lebte er in einem Zoo in Tschechien, wo er zwei weibliche Nachkommen zeugte. Seit 2009 lebte er im streng bewachten Wildtierreservat Ol Pejeta in Kenia. Weitere Versuche, etwa mit künstlicher Befruchtung weitere Nachkommen zu zeugen, scheiterten. Sudan war wegen seines hohen Alters nicht länger zeugungsfähig.

Sein Tod ist eine Katastrophe für den internationalen Tierschutz. Weltweit leben nur noch zwei Weibchen seine Art, Najin und Fatu, Sudans Tochter und und Enkeltocher. Doch auch sie sind mittlerweile unfruchtbar.

Das pulverisierte Nashorn gilt als Medizin

Während der Artenschutz im südlichen Afrika erfolgreich ist – dort leben noch ca. 20.000 Vertreter des verwandten Südlichen Breitmaulnashorn – haben Wilderer den Bestand des Nördlichen Breitmaulnashorns dramatisch verringert. Von 2360 Tieren in freier Wildbahn im Jahr 1960 auf nunmehr nur noch zwei Vertreter seiner Art. In den lange Zeit instabilen Staaten Sudan, Uganda, Kongo und Tschad hatten Wilderer über Jahrzehnte freie Bahn. Die Profitgier und ungebremste Jagd der Wilderer auf das Säugetier führte zu seiner massiven Ausrottung. Auf dem asiatischen Schwarzmarkt wird das Pulver, das aus dem Horn gewonnen wird, teuer gehandelt. Es gilt als potenzsteigernd und wird als Medizin genutzt.

Moderne Reproduktionsmedizin soll den Fortbestand der Art sichern

Um den Fortbestand der bedrohten Art zu sichern, sollen jetzt modernste Techniken der Reproduktionsmedizin zum Einsatz kommen. Forscher am Berliner Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung (IZW) versuchen gemeinsam mit internationalen Forscherteams, Eizellen der Weibchen mit schon länger eingefrorenen Spermien zu verbinden. Den Embyro könnte eine Leihmutter, zum Beispiel ein artverwandtes Südliches Breitmaulnashorn austragen. Zudem arbeiten Stammzellenforscher an dem sehr teuren und komplizierten Verfahren, aus den Hautzellen der noch lebendenden Tiere Eizellen und Spermien heranzuzüchten.

Es wäre die letzte Überlebenschance für das Nördliche Breitmaulnashorn.

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