14.03.2018 - 14:50

Exklusiv-Reportage So wurde aus dem Friedhofskind Jonalyn eine Lehrerin

Von

Jonalyne

Jonalyne

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Jonalyns Geschichte beweist, das Hilfsprogramme und Spendenaktionen das Leben von Kindern, die in Elend und Armut aufwachsen müssen, grundlegend verändern können.

Als wir Jonalyn kennenlernten waren ihre Zukunftschancen gleich null: Sie wuchs auf dem Friedhof der philippinischen Millionenstadt Cebu auf. Dort hausen die Ärmsten der Armen auf Grabstätten. BILD der FRAU berichtete über die Friedhofskinder in den Philippinen, speziell in Cebu, bat um Spenden. Heute ist das ehemalige Friedhofskind Jonalyn eine stolze Lehrerin – auch dank Ihrer Hilfe, liebe BILD der FRAU-Leserinnen. Jonalyns bewegende Geschichte...

Vom Friedhofskind zur Lehrerin: "Ich bin so stolz, ich hab's geschafft"

Es war ein langer, schwerer Weg. Und es ist eine Geschichte, die ganz viel Mut macht. Wenn Jonalyn, die jetzt als Lehrerin an einer kleinen Privatschule in Cebu arbeitet, auf dem Friedhof ihre alten Freunde besucht, dann kann sie selbst kaum glauben, was sie geschafft hat. "Ich bin die erste von hier, die auf eine Uni gegangen ist", sagt sie. Und das Beste: Sie verdient jetzt umgerechnet 150 Euro im Monat, kann für ihre Familie sorgen.

Das Schicksal der Friedhofskinder von Cebu

Ihre Kindheit auf dem Friedhof Carreta wird Jonalyn nie vergessen. "Es ist ein täglicher Überlebenskampf für die Menschen dort", sagt sie. Ihre Mutter Amalia lebte mit den vier Kindern zwischen den Gräbern, schlafen durften sie in einem kleinen Mausoleum. Amalia bekam ein paar Pesos dafür, dass sie das Grab pflegte und Blumen an Trauergäste verkaufte. Jonalyn und ihre Geschwister entfernten die Wachsreste von den Gräbern, schmolzen sie für ein paar Pesos zu neuen Kerzen.

"Als kleines Mädchen hatte ich Angst vor den Toten und vor Gespenstern", erzählt Jonalyn. "Später habe ich mich auf dem Friedhof nicht mehr gefürchtet." Zur Schule konnten die Kinder nur manchmal – und irgendwann ging Jonalyn gar nicht mehr hin.

Bis Father Max einschreitet. Der Priester kümmert sich um die Friedhofsfamilien, er stellt Jonalyn die Frage, die alles verändert: "Willst du wirklich auf diesem Friedhof enden?" Damals startet Father Max, unterstützt vom katholischen Hilfswerk missio Aachen und mit Spenden aus Deutschland, gerade ein Hilfsprogramm. Jonalyn, 14 Jahre alt, erkennt: Das ist meine Chance, jetzt kommt es auf mich an. Sie setzt durch, täglich zur Schule zu dürfen, hat super Noten. Drei Jahre wohnt sie mit Mutter und Geschwistern noch auf dem Friedhof, dann kann die Familie in eine einfache Wohnung umziehen.

So lebt Jonalyn heute

Zu siebt leben sie jetzt in zwei kleinen Zimmern: Mama Amalia, Jonalyn und ihre Geschwister Joshua, Rosemarie, Neffe Gehil, der behinderte Bruder Jiar und die schwer kranke Tante Nid. Es ist eng, aber es geht ihnen gut. Alle Kinder gehen jetzt zum Unterricht, Jonalyn ist ihr großes Vorbild. Pläne? Hat Jonalyn viele. Sie möchte sich, sobald sie etwas gespart hat, durch ein Zusatzstudium weiter qualifizieren. "Das kostet zwar, aber danach verdiene ich auch mehr Geld."

Und sie würde gern mal reisen: "Am liebsten als Au-pair-Mädchen nach Deutschland", verrät sie. "Dahin, wo die Menschen wohnen, die mir eine Zukunft geschenkt haben. Am liebsten würde ich jeden Einzelnen umarmen. Denn Worte reichen nicht, um zu zeigen, wie dankbar ich euch bin."

Sie hat sich ein Wörterbuch besorgt und paukt schon Vokabeln. Jonalyn wird ihren Weg gehen, das ist klar. Und sie hofft so sehr, dass all die Kinder, die immer noch auf dem Friedhof Carreta leben müssen, ihr folgen werden.

Erfahren Sie mehr über Jonalyns Geschichte unter: www.missio-hilft.de/bildderfrau

Helfen Sie auch anderen Friedhofskindern für eine bessere Zukunft

Wenn Sie für Friedhofskinder spenden möchten:

missio-Spendenkonto

IBAN: DE23 3706 0193 0000 1221 22

Verwendungszweck: BILD der FRAU - Hilfe für Friedhofsfamilien

Dieser Beitrag erschien zuerst in der BILD der FRAU Nr. 11.

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