21.03.2018

Menschen gezielt helfen share: Einkaufen und gleichzeitig teilen mit anderen

share-Wasser trinken und dabei helfen, andere mit Trinkwasser zu versorgen: Wenn das Unternehmen bis zum Weltwassertag 50.000 Flaschen verkauft, wird ein erster Brunnen gebaut.

Foto: Viktor Strasse

share-Wasser trinken und dabei helfen, andere mit Trinkwasser zu versorgen: Wenn das Unternehmen bis zum Weltwassertag 50.000 Flaschen verkauft, wird ein erster Brunnen gebaut.

Das Berliner Unternehmen share verkauft Produkte – und spendet Gleichwertiges nach dem 1+1-Prinzip an Bedürftige. Das erste Projekt: Einen Brunnen zum Weltwassertag durch share-Wasser finanzieren.

Für sich selbst einkaufen und gleichzeitig anderen etwas Wertgleiches spenden – ohne draufzuzahlen? Klingt im ersten Moment verrückt, ist es aber nicht. Das beweist das Berliner Unternehmen share. Das Startup hat gerade seine ersten Waren auf den Markt gebracht und sich zum Weltwassertag eine Aktion ausgedacht – die schon jetzt ein voller Erfolg ist. Der Start scheint geglückt.

Mit share der sozialen Ungleichheit entgegentreten

Die Gründer von share haben es sich zur Aufgabe gemacht, soziale Ungleichheit zu lindern und die, die es sich nicht leisten können, mit dem Wichtigsten zu versorgen, nämlich Wasser, Lebensmittel und Hygiene. Und das überall auf der Welt, aber auch in heimischen Gefilden. Der Clou: alles lässt sich zurückverfolgen. Aber der Reihe nach:

Share bietet uns als Kunden Lebensmittel und Hygieneprodukte an. Kaufen können wir zum Start natürliches Mineralwasser, Bio-Nussriegel und vegane Seifen in über 5.000 Rewe- und dm-Filialen in ganz Deutschland. Nach und nach soll das Angebot dann ausgeweitet werden.

Nach dem 1+1-Prinzip geht dabei für jeden verkauften Artikel eine wertgleiche Spende – als gleichwertiges Produkt oder als Service – an bedürftige Menschen. Dazu arbeitet share mit der Berliner Tafel e.V., der Aktion gegen Hunger und dem UN World Food Programme zusammen.

Und so funktioniert das Prinzip

Mit den aktuell drei Waren, aus denen bald mehr werden sollen, bietet das Unternehmen Produkte an, die nach eigenen Aussagen "die Grundbedürfnisse eines menschenwürdigen Lebens abdecken". Ohne Trinken, Essen und die richtige Hygiene geht es Menschen schlecht – und das ist aktuell fast überall auf der Welt so. Rund 600 Millionen Menschen kommen nicht so einfach an sauberes Trinkwasser oder Wasser zum Waschen wie wir. 800 Millionen Menschen leiden an Hunger.

  • Mit einer verkauften Flasche share-Wasser kann ein Tag Trinkwasser in einer wasserarmen Region gesichert werden, etwa durch den Bau oder die Reparatur von Brunnen. Das Wasser stammt aus einer Gebirgsquelle im Naturpark Nagelfluhkette und ist auch zur Zubereitung von Babynahrung geeignet.
  • Einer der Nussriegel wiederum, die in drei Geschmacksrichtungen – Honig &Mandel, Kirsche & Mandel sowie Kokosnuss & Physalis – mit Nüssen aus einem Familienbetrieb in Thessaloniki erhältlich sind, sichert eine Portion Essen, entweder hier in Deutschland oder aber auch in Krisenländern.
  • Die flüssige Seife – erhältlich in den Sorten Mandarine & Rosmarin, Limette & Koriander sowie Vanille & Patschuli – ist frei von unnötigen Zusatzstoffen, stammt von einem Familienbetrieb in Augsburg und verhilft pro verkaufter Flasche zu einem Stück Seife für einen Menschen sowie Hygiene-Trainings an Schulen.

Tracking-Code lässt die Spende zurückverfolgen

Damit das Ganze transparent bleibt, ist jedes Produkt mit einem Code versehen, den jeder einscannen und damit den Weg der individuellen Spende nachverfolgen kann. So sehen Sie direkt, wo die Spende, die Sie mit dem Kauf eines share-Produkts losgetreten haben, ankommt.

Wenn das Projekt gut anläuft, kann damit Einiges erreicht werden – das merken auch prominente Unterstützer. So ist zum Beispiel Schauspielerin Karoline Herfurth begeistert vom Konzept: "Trinken, Essen und Hygiene sind Menschenrechte, die leider für so viele nicht gewährleistet sind – sowohl weltweit als auch bei uns in Deutschland", erklärt sie zu ihrem Herzensprojekt. "Wenn share nur 0,15 Prozent des Mineralwassermarkts und ein Prozent des Snackriegelmarkts erobert, können wir jeden Tag einen Brunnen bauen und 100.000 Mahlzeiten verteilen."

Idee kam am Mittagstisch

Die Idee ist ja eigentlich ganz simpel – und dennoch nicht so einfach umzusetzen. Das weiß auch Gründer Dr. Sebastian Stricker, der eines Tages die Idee hatte, als er beim Mittagessen saß. Er hatte zuvor die Spenden-App ShareTheMeal gegründet, über die man Essen an hungernde Kinder verteilen kann. Eigentlich spende er selbst jeden Tag beim Mittagessen über seine App. An diesem einen Tag habe er aber sein Handy vergessen. Nach ein paar Gedanken und Gesprächen mit Freunden und Bekannten war die Idee geboren.

Erstes Ziel: Ein Brunnen durch 50.000 verkaufte Flaschen – übertroffen!

Am 22. März ist internationaler Welttrinkwassertag. Zum Start hat sich share jetzt eine Aufgabe gesetzt: Bis zu diesem Datum möchte das Unternehmen 50.000 Flaschen Mineralwasser verkaufen. Dadurch kann nämlich ein erster Brunnen gebaut werden – und dieses Vorhaben ist tatsächlich bereits vor dem Weltwassertag geglückt! Ein erster Brunnen in Liberia wurde durch den fantastischen Start des Unternehmens finanziert, und ein zweiter gleich hinterher. Denn tatsächlich ist in der angedachten Zeit sogar das Doppelte an Wasserflaschen über die Ladentheke gegangen: Mehr als 100.000 Flaschen wurden nach Rewe-Angaben verkauft. Nun können weitere Brunnen, unter anderem in Äthiopien, gebaut werden.

Geschäftsführer Sebastian Stricker findet klare Worte: "Dieser Erfolg zeigt deutlich, dass deutsche Verbraucher nicht nur an sich denken, sondern gerne durch den bewussten Griff ins Regal anderen Menschen helfen." Und Sie können das Vorhaben unterstützen, indem Sie im örtlichen Rewe oder dm zu den vorhandenen share-Produkten Ausschau greifen. Teurer als vergleichbare Produkte sind Wasser, Seife und Müsliriegen von share nämlich nicht. Warum also nicht gleich noch etwas Gutes tun?

Irgendwie ist das share-Prinzip ja auch eine Art Food-Sharing. Auch davon gibt es bei Rewe & Co. bereits erste Formen. Und auch online lässt sich viel helfen, beispielsweise mit der "Deutschland rundet auf"-Aktion.

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