24.06.2019

Vorsicht vor Gaunern Betrugsmaschen: So schützen Sie sich vor fiesen Kriminellen

Gefälschte E-Mails sind heute leider keine Seltenheit und eine der häufigsten der Betrugsmaschen. Aktuell im Umlauf: falsche Polizei-Mails.

Foto: iStock/laflor

Gefälschte E-Mails sind heute leider keine Seltenheit und eine der häufigsten der Betrugsmaschen. Aktuell im Umlauf: falsche Polizei-Mails.

Gefahren lauern überall: Immer wieder hört man von gemeinen Trickdieben, die andere Leute um Wertgegenstände oder hohe Geldsummen bringen. Dabei werden die Schurken immer kreativer. Wie Sie sich schützen.

Immer neue Tricks denken sich Diebe aus, um ahnungslose Menschen in die Falle zu locken. Vor diesen gängigen Betrugsmaschen sollten Sie sich schützen. Denn auch im Alltag gilt: Augen auf vor betrügerischen Gaunern – ob am Telefon, im Internet oder auch vor der eigenen Haustür. Denn es gibt immer wieder neue Tricks. Neuerdings macht etwa eine gefälschte E-Mail des "Zentraldienstes der Polizei" die Runde.

Phishing-Masche: Gefälschte E-Mail vom "Zentraldienst der Polizei"

Update vom 24.06.2019: Immer wieder gibt es Warnungen vor gefälschten E-Mails – und die Betrüger werden dabei immer skrupelloser. Machen etwa oft Mails von Banken die Runde, ist es nun eine angebliche Polizei-E-Mail. Wie unter anderem "Der Westen" berichtet, haben sich in den vergangenen Tagen vor allem Menschen aus Essen bei der Polizei gemeldet, die sich über Mails vom "Zentraldienst der Polizei" wundern. Die Mail sei vor allem bei Firmen angekommen und beinhalte falsche Bußgeldbescheide.

In der E-Mail werden diverse Ordnungswidrigkeiten gelistet, der Empfänger soll dann über einen Link entweder "Berufung einlegen" oder mehr erfahren.

Die Sprecherin der Polizei Essen macht aber darauf aufmerksam: "Hier gilt oberste Vorsicht. Über diese Hyperlinks wird der Leser schnell zu einer unbekannten Internetseite weitergeleitet", erklärt sie. Dort könne Schadsoftware liegen, die sich dann unbemerkt auf dem Rechner installiert und die Betroffenen ausspioniert, etwa nach Passwörtern.

Weiter erklärt die Polizei, dass sie solche Verwaltungsvorgänge niemals per Mail verschicken würden. Ein Bußgeldbescheid erreiche den Adressaten immer per Post. Auch sollten Sie auf Rechtschreibfehler achten und sich den Absender genau ansehen und sowieso niemals auf Links in Mails von unbekannten Absendern klicken. Diese Tipps gelten für alle, auch wenn die Mails der Polizeizentrale bisher vor allem in der Essener Umgebung auftauchen – solche Maschen verbreiten sich schnell wie ein Lauffeuer. Auch die Sparkasse hatte kürzlich mit Phishing-Mails zu kämpfen. Weitere Tipps gibt's unten.

Fiese Betrugsmaschen machen immer wieder die Runde

Original vom 28.02.2018: Verbraucherzentralen und Landeskriminalamt warnen immer wieder vor gemeinen Machenschaften. Dabei bleiben die Schurken kreativ und entwickeln regelmäßig neue Maschen. Ob per Telefon, Internet, an der Tür oder unterwegs: Seien Sie wachsam. Mit unseren Tipps können Sie sich wappnen.

Betrug per E-Mail und Post: Schreiben von der Kündigungszentrale

Kettenbriefe kennen wir ja alle noch aus der Kindheit oder heute von WhatsApp. Auch diese sowie betrügerische E-Mails können gefährlich werden. Nämlich dann, wenn Sie auf einen Link klicken. Dann kann sich unter Umständen Schadsoftware auf dem Handy oder dem Rechner installieren, die Sie ausspioniert. Oder aber Sie werden dazu aufgefordert, sensible Daten einzugeben.

Tipp: Wenn Sie eine Mail bekommen, schauen Sie sich immer den Absender genau an: Kennen Sie ihn? Oft stecken krude E-Mail-Adressen dahinter. Klicken Sie nur auf Links in Mails von Ihnen bekannten Absendern, nachdem Sie sich bei ebendiesen versichert haben, dass die Mail tatsächlich von ihnen kommt.

Aber auch per Post ist man nicht sicher. Erst kürzlich machten Schreiben der angeblichen Kündigungszentrale die Runde, die die Empfänger zu Zahlungen von 657,79 Euro aufgefordert haben. Man habe Schulden von über 4000 Euro bei einer Firma namens "Art Energie GmbH" und solle man nicht zahlen, würden weitere Schritte wie ein Vollstreckungsbescheid inklusive Kontopfändung folgen.

Tipp: Auf keinen Fall überweisen!

Achten Sie darauf, dass Sie im Internet, auch auf Facebook und Co nicht zu viele sensible Angaben zu Ihrer Person machen. Auch Betrüger recherchieren und könnten Sie so leichter in die Falle locken.

Betrug am Telefon: Enkeltrick, Ping-Anrufe und Co.

Am Telefon fallen Menschen immer wieder auf Betrüger rein – und das wissen letztere auch, daher gibt es immer neue fiese Maschen.

Der Enkeltrick: Ganoven bauen auf Gutmütigkeit

Besonders gefährlich, gerade für ältere Menschen, ist der sogenannte Enkeltrick: Meist recht junge Schurken rufen bei älteren Leuten an und geben sich als Enkel aus. Die Story verläuft meist gleich: Der angebliche Enkel hat plötzlich ein Geldproblem, benötigt dringend Bargeld und macht auf Mitleidstour. Da er aber gerade aufgrund dieses akuten Geldproblems sehr im Stress sei, schickt er einen Bekannten vorbei, der das Geld dann abholt. Hier wird eiskalt auf die Gutgläubigkeit und Angst von Großeltern gesetzt, die ihre Enkel unterstützen wollen.

Glücklicherweise ist diese Betrugsmasche mittlerweile schon recht bekannt – und es gibt immer mehr mutige ältere Menschen, die kritisch hinterfragen.

Tipp: Bei Zweifeln direkt die Polizei anrufen und Verstärkung aus der Familie oder Nachbarschaft anfordern. Am besten direkt am Telefon schon Fragen stellen, die nur der echte Enkel beantworten kann.

Nervige Kurzanrufe mit Kostenfalle: "Ping-Calls"

Sind Sie schon einmal von einer unbekannten Nummer – oft mit Auslandsvorwahl – ganz kurz angerufen worden, so dass Sie gar keine Chance hatten, überhaupt zurückzurufen? Genau das ist der Trick: Diese sogenannten "Ping-Calls" oder Ping-Anrufe lassen es nur kurz klingeln, um den Angerufenen neugierig zu machen und dazu zu bringen, die Nummer zurückzurufen. Waren es vor einigen Jahren noch typische teure Vorwahlen wie 0180 oder 0900, sind es seit 2017 vermehrt ausländische Rufnummern, etwa aus Kasachstan, Tunesien oder gar den Seychellen. Die Nummern wechseln oft und sind beliebig, das Ganze wird automatisiert.

Ruft der Angerufene dann zurück, hört er meist nichts oder eine Bandansage – der Anruf kostet aber und kann richtig teuer werden.

Tipp: Rufen Sie unbekannte Nummern mit Ländervorwahl aus Ländern, in denen Sie niemanden kennen, nicht zurück. Auf dem Smartphone können Sie diese Nummern ganz leicht blockieren, indem Sie sie in der Telefon-App meist über einen Info-Button einer Blockierliste hinzufügen. Meist folgen danach Anrufe weiterer, ähnlicher Nummern, aber auch die lassen sich blockieren. Solche Nummern können Sie zudem der Bundesnetzagentur online melden.

Kundendienst aus der Hölle: Heizungsableser oder Computerspezialisten

Wer am Telefon auf PC-Wartung angesprochen wird, sollte hellhörig werden. Vor einiger Zeit kam die Betrugsmasche auf, per Telefon oder auch E-Mail den Angerufenen nicht nur PC-Passwörter zu entlocken, sondern auch gleich horrende Summen in Rechnung zu stellen. Unter anderem gaben sich Anrufer als Microsoft-Mitarbeiter aus. Aber es gibt auch Betrüger, die behaupten, sie seien Anwalt oder würden im Namen einer renommierten Organisation anrufen. Im Zweifelsfall Namen sagen lassen und rückversichern, indem Sie selbstständig eine Nummer der Organisation heraussuchen und dort nachfragen.

Tipp: Geben Sie niemals jemandem Ihre Passwörter. Die sind lediglich für Sie bestimmt.

Angebliche Gewinne am Telefon und falsche Verträge

Seit Jahren weit verbreitet sind angebliche Gewinn-Anrufe – oft von angeblichen Notaren oder gar Staatsanwälten gemacht. Dabei wird Ihnen beispielsweise eine Reise in Aussicht gestellt, wenn Sie Ihre Daten herausgeben oder Geld auf ein Konto überweisen. Niemals machen! In manchen Fällen kommen nach Zusage plötzlich versteckte, oft horrende Zusatzkosten auf die vermeintlichen Glückspilze zu.

Auch falsche Verträge können per Telefon gemacht werden. Oft reicht dem Anrufer dann nur ein einfaches "Ja". Unter dem Vorwand wichtiger Nachrichten werden Leute angerufen und glaubhaft klingende Geschichten vorgetragen. Kurz darauf kommt der Schock in Form von horrenden Rechnungen.

Keine Betrugsmasche, aber dennoch ärgerlich: Auch bei den eigentlich seriös arbeitenden Handy-Providern sollten Sie aufpassen. Denn oft rufen sie ihre Kunden an, um mit ihnen über mögliche Vertragsverbesserungen zu sprechen. Dabei werden Verträge oft mündlich am Telefon bereits abgeschlossen – rechtsgültig! Aber hören Sie sich die Konditionen genau an – und machen Sie sich Notizen! Nicht immer profitieren Sie vom neuen Angebot und stecken dann für zwei Jahre fest.

Wenn es an der Tür klingelt: Vorsicht vor Trickdieben

Nicht aufmachen, wenn es unangekündigt an der Tür klingelt – das heißt es immer wieder. Und nicht ohne Grund, sind doch immer mehr Trickdiebe unterwegs. Oft ist es schon vorgekommen, dass sich angebliche Handwerker einschleichen und unter falschen Vorwänden Ablenkungsmanöver starten. So wird man beispielsweise gebeten, überall im Haus die Wasserhähne aufzudrehen. Sind sie weg, sind mit ihnen meist wertvolle Gegenstände verschwunden.

Tipp: Bitten Sie unangekündigte Handwerker und Co immer nach einem offiziellen Nachweis oder rufen Sie im Zweifel noch einmal bei Ihrer Heizungsfirma, Ihrem Stromlieferanten oder dem entsprechenden Dienst oder der Behörde oder aber bei Ihrem Vermieter an.

Betrug auf eigene Initiative hin: Goldanlage und Co

Sicherlich gibt es viele seriöse Schmuckhändler oder Goldanlage-Unternehmen. Eine Investition in Gold klingt im ersten Moment nach einer guten Altersvorsorge, denn Gold hat in der Regel kaum Wertverfall. Hier gilt aber: Augen auf! Denn unseriöse Händler betrügen unter anderem mit Falschgold. Für den Laien ist das alles kaum erkenntlich, denn die Betrüger ziehen ihr Geschäft äußerlich professionell auf. Wer in Gold investieren möchte, sollte sich ausnahmslos an renommierte Händler wenden.

Auch wer alten Schmuck zu Geld machen will, sollte sich die Händler vorher genauestens ansehen. Denn hier lauern ebenfalls viele Gauner, die Sie nur abzocken wollen.

Auch unterwegs immer wachsam sein

Sie sehen, auch zuhause kann man leicht in Fallen tappen. Seien Sie wachsam, Täter denken sich immer neue Betrugsmaschen aus. Aber unterwegs sollten Sie ebenfalls aufpassen. Mit diesen Tipps schützen Sie sich vor Taschen- und Trickdieben:

  • Wertsachen immer eng am Körper tragen.
  • Immer nur kleinere Geldmengen mit sich tragen.
  • Handtasche und Jackentaschen geschlossen tragen.
  • Handy im Gedränge nur im Notfall aus der Tasche holen.
  • Körperkontakt zu Unbekannten verhindern und Abstand halten.
  • Taschen und Jacken in Restaurants und anderen öffentlichen Orten bei sich behalten und im Blick halten.
  • Lassen Sie sich im Urlaub nicht von Fremden bequatschen. Wenn Ihnen jemand beispielsweise ein Armband an den Arm binden will, ziehen Sie Ihren Arm weg.

Sollte Ihnen etwas geklaut worden sein, gehen Sie zur Polizei. Es folgt eine Anzeige, wenn möglich mit Personenbeschreibung und Beschreibung des Sachverhaltes. Mit einer Anzeigenbescheinigung können Sie dann bei Versicherung und Ämtern Gestohlenes melden und Bankkarten, Führerscheine und Co neu beantragen. Sperren Sie Ihre Bank- und Kreditkarten am besten telefonisch, direkt nachdem sie merken, dass sie weg sind.

Betrug mit der angeblich "großen Liebe"

Liebe ist etwas Schönes – doch selbst vor dieser machen Kriminelle nicht halt. In den Medien hören wir immer wieder von Damen, die auf die vermeintlich große Liebe hereingefallen sind: meist wickeln jüngere Männer aus dem Ausland sie um den Finger, versprechen ihnen die höchsten Gefühle – und verlangen dann Geld. Etwa, um Flüge zu bezahlen, damit man sich endlich in die Arme schließen kann – oder, damit der kranke Großvater die lebenswichtige Operation erhält. Emotionaler Druck wird aufgebaut, Geld überwiesen – und der Kontakt abgebrochen.

Ein anderes Geschäft mit der vermeintlichen Liebe sind sogenannte "Loverboys", die junge Frauen sogar dazu bringen, sich zu prostituieren. Die meist selbst noch jungen Täter wickeln junge Mädchen mit Geschenken und Aufmerksamkeit um den Finger, infiltrieren sogar den Freundeskreis oder die Familie. Nach und nach wird psychischer Druck aufgebaut, eine Abwärtsspirale beginnt, aus der die Mädchen kaum herauskommen. Geschichten junger Frauen zeigen: Vor Betrug ist niemand hundertprozentig gewappnet.

Wir hoffen, mit diesen Tipps gegen Betrugsmaschen können Sie sich ein wenig besser schützen.

Auch bei der Finanzberatung heißt es übrigens Augen auf. Lassen Sie sich nicht abzocken. Und auch in der eigenen Familie können schwarze Schafe stecken. Wie Sie Erbschleicher erkennen..

Gegen unerlaubte Telefonwerbung können Sie bei der Bundesnetzagentur online und per Post oder Fax Beschwerde einreichen.

Unser Ratgeber Recht hält mehr zu rechtlichen Themen sowie Tipps für Ihren Schutz für Sie bereit.

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