08.02.2018

Zeichen gegen Verschwendung „Food-Sharing“: REWE-Markt verschenkt Lebensmittel

Der REWE-Markt in Bad Brückenau geht mit gutem Beispiel voran: Abgelaufene, aber noch gute Lebensmittel dürfen sich die Kunden hier aus dem Food-Sharing-Regal kostenlos mitnehmen.

Foto: Sebastian Hauke/Rewe Hauke

Der REWE-Markt in Bad Brückenau geht mit gutem Beispiel voran: Abgelaufene, aber noch gute Lebensmittel dürfen sich die Kunden hier aus dem Food-Sharing-Regal kostenlos mitnehmen.

Lebensmittel wegwerfen muss nicht sein – dachte sich der Betreiber eines REWE-Marktes in Bayern. Nun verschenkt er abgelaufene, aber noch verzehrbare Ware in einem sogenannten „Food-Sharing“-Regal.

Jedes Jahr landen rund 18 Milliarden Tonnen Lebensmittel in Deutschland im Müll. Ein Großteil wird in Supermärkten weggeworfen – denn nach Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums dürfen Waren nicht mehr verkauft werden. Gegen diese Verschwendung setzt sich nun ein REWE-Marktleiter aus Bayern ein – und verschenkt ebensolche Lebensmittel in einem Food-Sharing-Regal im Markt.

Food-Sharing-Konzept geht auf

Sebastian Hauke aus Bad Brückenau bei Bad Kissingen war die Verschwendung noch genießbarer Lebensmittel in seinem Markt zu viel. Kurzerhand hat er sich daher dazu entschlossen, ein Food-Sharing-Regal in seinem REWE-Markt aufzustellen. Der Clou: Dort lagern Lebensmittel, die er laut Lebensmittelgesetz nicht mehr verkaufen darf, die aber eigentlich noch genießbar sind. Kunden können sich dort einfach bedienen – komplett kostenlos.

Bei den Kunden kommt das Ganze sehr positiv an. Und auch im Internet stößt die Idee auf große Begeisterung:

Das Mindesthaltbarkeitsdatum ist ein gesetzlich vorgeschriebener Richtwert

Produkte, die laut Deklaration auf dem Etikett das sogenannte Mindesthaltbarkeitsdatum überschritten haben, sind nicht automatisch schlecht. Im Gegenteil – viele der Waren können noch tage- teils gar wochenlang verzehrt werden. Sie dürfen nur eben nicht mehr verkauft werden. Was da so alles in der Tonne landet, ist eigentlich ein Skandal. Und so sah das auch Sebastian Hauke, der bereits regelmäßig Lebensmittel an die örtliche Tafel gespendet hat. Doch auch die Tafel darf abgelaufene Waren nicht mehr annehmen.

Das Prinzip Food-Sharing, also das Teilen von Lebensmitteln, setzt sich hingegen in vielen Städten immer mehr durch. In meist privat aufgestellten, öffentlich zugänglichen Regalen können Menschen Lebensmittel abgeben, die sie selbst nicht mehr essen, etwa weil sie zu viel gekauft haben.

Erst die Tafel, dann das Regal

Diese Idee hat Sebastian Hauke für seinen Supermarkt übernommen. Seine Vorgehensweise: Er und seine Mitarbeiter nehmen Ware, die in drei Tagen abläuft, aus dem Regal und bieten sie der Tafel an. Was dort nicht genommen wird, landet im Food-Sharing-Regal.

Am Regal können sich Kunden dann völlig kostenlos bedienen. Denn Ware zu verschenken ist dem Verkäufer erlaubt. Dass ihm dadurch das Geschäft einbricht, da hatte er keine Angst vor, sagte er dem Online-Portal "Utopia" gegenüber: "Wir hatten keine Angst vor Kaufverzicht, eher Sorge darum, dass wir weiterhin so viel in die Tonne kloppen." Und bei den Kunden kommt’s bisher sehr gut an. Gekauft wird im Markt trotzdem noch.

Zeichen gegen Verschwendung: Das können Sie tun

Im Netz hofft man derweil, dass auch andere Märkte nachziehen und ein solches Regal aufstellen. Ein Supermarkt im bayerischen Fürstenfeldbruck sowie zwei Märkte der Kette Hieber in Baden-Württemberg nutzen das Prinzip Food-Sharing ebenfalls. Und in Berlin gibt es gleich einen ganzen Supermarkt für nicht mehr verkäufliche Lebensmittel. Wir hoffen ebenfalls, dass sich weitere Verkäufer ein Beispiel nehmen und so der Lebensmittelverschwendung entgegenwirken.

Übrigens können Sie auch zu Hause darauf achten, nicht so viel zu verschwenden: Schauen Sie doch einfach mal, wie viele Lebensmittel Sie in der Woche wegwerfen und was Sie eigentlich verbrauchen. Ein durchdachter Einkaufszettel kann da bereits Wunder wirken – und das Ganze spart Sie auch noch Geld. Gleichzeitig lohnt es sich, zu schauen, ob es Food-Sharing-Projekte in Ihrer Umgebung gibt.

Dann noch ein wenig Planung beim Kochen und Sie können selbst Ihren Teil dazu beitragen, weniger Lebensmittel zu verschwenden. Wenn Sie Rezeptideen für die Resteverwertung suchen, schauen Sie doch mal in unserer Rezeptdatenbank nach. Da findet sich für jedes Lebensmittel eine leckere Verwendung. Und weitere praktische Haushaltstipps gibt's auf unserer Themenseite.

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