18.01.2018

Wer handelt denn da überhaupt? „Bares für Rares“: Händler im Blickpunkt

Die "Bares für Rares"-Händler in Stammbelegschaft (v. l.): Wolfgang Pauritsch, Susanne Steiger, Fabian Kahl, Ludwig Hofmaier und Walter Lehnertz.

Foto: ZDF / Frank Hempel

Die "Bares für Rares"-Händler in Stammbelegschaft (v. l.): Wolfgang Pauritsch, Susanne Steiger, Fabian Kahl, Ludwig Hofmaier und Walter Lehnertz.

Antiquitäten, Kellerfunde und Co. werden geschätzt und vielleicht sogar weiterverkauft – für bares Geld und im Fernsehen. „Bares für Rares“ ist die beliebteste Trödel-Show im deutschen Fernsehen. Aber wer handelt da überhaupt?

Antiquitäten-Shows gibt es mittlerweile viele – vor allem auf dritten Programmen sind sie vertreten. Die wohl berühmteste aber läuft im ZDF und lockt täglich Millionen Menschen vor die Fernseher. Zeit, sich die "Bares für Rares"-Händler einmal genauer anzuschauen.

Ankauf: Die Aufgabe der "Bares für Rares"-Händler

Im Nachmittagsfernsehen wird die Sendung ausgestrahlt – also nicht einmal zur besten Sendezeit. Am Wochenende sowie montags bis freitags auf ZDFneo gibt’s mehr oder weniger aktuelle Wiederholungen.

Der Ablauf ist eigentlich immer gleich, gut zu merken also für den sporadischen Zuschauer wie für den Fan. Kandidaten bringen (als wertvoll erhoffte) Antiquitäten, Dachbodenfunde, Erbstücke & Co. mit. Experten schätzen den ungefähren Preis, den die Mitbringsel wert sind – und im Anschluss, wenn geschätzter Preis und Erwartung zusammenpassen, bieten die Händler einen Preis, den die Kandidaten annehmen oder auch ablehnen können. Wird angenommen, gibt’s das Geld bar auf die Hand.

Erfolg liegt am Zusammenspiel

Dennoch, oder vielleicht auch aufgrund dieser Regelmäßigkeit hat die Sendung großen Erfolg – mit dem selbst Horst Lichter, Moderator und Aushängeschild, anfangs nie gerechnet hätte. Mittlerweile hat sich das Format zur erfolgreichsten Nachmittagssendung in Deutschland gemausert.

Der charismatische Schnurrbartträger weiß, wie er mit den Kandidaten – und auch mit dem Publikum – umzugehen hat. Zudem gibt es immer wieder Überraschungen, wenn Schätze gefunden werden, mit denen keiner gerechnet hat oder Kandidaten auf Händler treffen. Und genau dieses Zusammenspiel macht wohl den Erfolg der Sendung unter den ähnlichen Formaten aus.

Die Händler dürfen also nicht vergessen werden, denn jeder einzelne von ihnen hat einen bestimmten Charakter, den sie oder er mit in die Sendung bringt. Und das kommt bei den Zuschauern an.

Kennen sich mit Antiquitäten aus: Das Stamm-Team

Falls Sie sich schon einmal gefragt haben, wer denn hinter den Menschen steckt, die den Kandidaten ihre Mitbringsel am Ende abkaufen wollen: Wir stellen Ihnen hier die "Bares für Rares"-Händler einmal genauer vor. Beginnen wir mit der Stammbelegschaft:

  • Wolfgang Pauritsch: Zusammen mit einer Geschäftspartnerin führt der Oberstaufener ein Kunst- und Auktionshaus – und wird zudem mehrere Male im Jahr für große Auktionen gebucht. Mit dem Handel kennt er sich also aus. Kurios: Auktionator wurde er durch Eigeninitiative der besonderen Art. Eigentlich Wachmann in einem Auktionshaus, sprang er kurzerhand für den krank gemeldeten Auktionator ein.
  • Susanne Steiger: Die Schmuckexpertin aus Köln lebt ihre Expertise in ihren zwei Schmuckläden aus – und zwar als knallharte Geschäftsfrau mit Händchen für Diskretion und Verständnis, wie sie selbst sagt. Da spielt sicher ihre Vergangenheit als Steuerfachwirtin mit rein.
  • Fabian Kahl: Als wohl expressionistischster Vertreter der Händler-Riege bei "Bares für Rares" kann der Leipziger auf eine prägende Vergangenheit zurückblicken: Aufgewachsen im mit Antiquitäten bestückten Schloss des Vaters hat er schon mit 17 sein erstes Geschäft in Berlin eröffnet, drei Jahre später eine Galerie in Leipzig. Mittlerweile sind es zwei Antiquitätengeschäfte, die er mit seinem Vater führt.
  • Ludwig "Lucki" Hofmaier: Beliebt unter den Zuschauern ist der Regensburger wahrscheinlich durch seine Nähe zu ebendiesen, denn ihm geht es vor allem um Dinge, die auch in ganz normalen Wohnungen stehen können. Er verkauft ohne Laden – aber hat sich in über 50 Jahren einen Namen in Sammlerkreisen gemacht. Und wenn’s hart auf hart kommt, kann er immer noch auf seinen Weltmeistertitel im Handlaufen zurückgreifen.
  • Walter "Waldi" Lehnertz: Der aus der Eifel stammende gelernte Pferdewirt und Bauunternehmer hat sich mit eigener Trödelhalle nach einem Bandscheibenvorfall ein neues Standbein aufgebaut. Mittlerweile ist noch ein zweiter Laden mit Möbeln dazugekommen. Und die Baufirma gibt’s auch immer noch.

Handel in Bewegung: Experten aus allen Bereichen

Immer mal wieder schauen aber auch folgende "Bares für Rares"-Händler in der Sendung vorbei:

  • Daniel Meyer: Studium finanzieren auf Antik- und Trödelmärkten – und das Ganze dann nach dem Abschluss einfach groß aufziehen: So ist Daniel Meyer aus Münster vorgegangen. Erst Münsters größter Trödelladen, dann Kunsthandel, Vermittlung, Taxation und Online-Handel – nun führt er im eigenen Auktionshaus Kunst- und Antiquitäten-Versteigerungen durch.
  • Esther Ollick: Vintage hat sich die Händlerin aus Köln auf die Fahne geschrieben. Besonders Ware von 1900 bis 1970 hat es der gelernten Raumausstatterin angetan. Und genau dieser, gerne abgenutzt, haucht sie neues Leben ein.
  • Elke Velten: Alles dreht sich um Schmuck – seit 35 Jahren. Vor allem ihre Vorliebe für Antik- und Brillantschmuck konnte die Kölnerin, die jetzt in Bonn lebt, erst als Auktionatorin und jetzt im Handel ausleben. Dabei zeigt sie großes Interesse an der Geschichte eines Schmuckstücks.
  • Markus Wildhagen: Mit 14 war das Interesse für alte und individuelle Möbel schon früh da beim Düsseldorfer. Dieses Steckenpferd hat den einstigen Industriekaufmann dann auch in den 90ern zur Selbstständigkeit gebracht. Die Früchte: 1300 Quadratmeter voller Antiquitäten zum Verkauf und Verleih in seiner Geburtsstadt.
  • Dr. Elisabeth "Lisa" Nüdling: Kunstgeschichte und Schmuck – das passt bei der Diamanten-, Edelstein- und Perlenexpertin einfach zusammen. Ihr Geschäft in Fulda führt Schmuck aus dem 20. Jahrhundert – und darüber hinaus ist sie Gutachterin für Diamanten. Ihre Kriterien für Schmuckstücke: Einzigartigkeit, Qualität und Handwerk.
  • Julian Schmitz-Avila: Dem Bonner wurde der Kunsthandel bereits in die Wiege gelegt. Seit dem Kindesalter konnte er sich auf Kunst- und Antiquitätenmessen mit den Eltern viel Wissen aneignen – besonders über Möbel des 18. und 19. Jahrhunderts. Mittlerweile lebt er in Bamberg – und führt dort ein zweites Geschäft nebst dem des Vaters in Bonn.
  • Jan Cizek: Seit 2013 ist der gebürtige Tscheche mit Vintage-Möbeln, Industrie-Design-Objekten und alten Sportgeräten im Geschäft – zwar noch recht frisch, aber dafür mit Expertise im fachgerechten Aufarbeiten. Und das macht er im eigenen Laden in Köln.

Die "Bares für Rares"-Händler sind also breit aufgestellt. Für jede Antiquität gibt es Fachfrauen und Fachmänner.

Neue Folgen "Bares für Rares" laufen montags bis freitags um 15.05 Uhr im ZDF. Wiederholungen gibt's am Wochenende sowie auf ZDFneo. Und immer mal wieder werden auch "Bares für Rares"-Sondersendungen zur Primetime ausgestrahlt.

Wussten Sie, dass „Bares für Rares“ beinahe ohne Horst Lichter hätte auskommen müssen? Hier erfahren Sie, warum.

Übrigens, wie Sie zuhause Ihre Schätze – oder die, die es noch werden könnten – in Schuss halten, erfahren Sie auf unserer Themenseite Haushaltstipps.

Seite