26.11.2019

Schon gewusst? Advent: Diese Bedeutung hat die Zeit vor Weihnachten

Von

Die Vorweihnachtszeit gehört für viele zur schönsten Zeit im Jahr. Doch welche Bedeutung hat der Advent eigentlich traditionell gesehen?

Foto: imago images / Westend61

Die Vorweihnachtszeit gehört für viele zur schönsten Zeit im Jahr. Doch welche Bedeutung hat der Advent eigentlich traditionell gesehen?

Wissen Sie eigentlich, was sich genau hinter dem Advent verbirgt? Die Bedeutung der Zeit vor Weihnachten geht im Stress vor dem Fest gern unter... Wir erklären es Ihnen!

Plätzchen, Kerzenschein und romantische Weihnachtsmärkte: Der Advent ist für viele Menschen die schönste und besinnlichste Zeit des Jahres. Fast alle feiern ihn auf die eine oder andere Art. Doch beim Wissen um die Bedeutung der Vorweihnachtszeit hapert es ganz schnell. Klar, der Advent hat etwas mit Weihnachten zu tun. In Zeiten von Kirchenaustritten und verkaufsoffenen Adventssonntagen büßt die Vorweihnachtszeit ihre ursprüngliche Bedeutung jedoch immer mehr ein. Sie wird so zu einem alljährlichen Brauch mit diffusem Zweck. Seit wann wird Advent überhaupt gefeiert, welche besondere Bedeutung hat der erste Adventssonntag und warum ist der Adventskranz überhaupt ein Kranz? Wir klären Sie über die eigentliche Bedeutung des Advents auf!

Advent und seine Bedeutung

Woher kommt der Advent?

Advent leitet sich vom lateinischen Wort "adventus" ab und bedeutet "Ankunft". Damit wird zum einen der Geburt Jesu Christi – also die Menschwerdung Gottes – am 24. Dezember gedacht. Der Advent ist für gläubige Christen aber nicht nur rückwärts-, sondern auch zukunftsgewandt. Sie erwarten nämlich die Wiederkunft Christi auf Erden. "Er wird über alle Menschen richten und damit alles Böse vernichten und die Menschen und die ganze Welt erlösen. Dann wird die Welt endgültig so sein, wie Gott sie gewollt hat", beschreibt die Evangelische Kirche in Deutschland die Hoffnung von Gläubigen weltweit. Papst Franziskus – das Oberhaupt der römisch-katholischen Kirche – hatte zu Beginn der Adventszeit 2016 die religiöse Bedeutung von Weihnachten unterstrichen und betont, dass dieses Ereignis geistlicher Vorbereitung bedürfe.

Der erste Sonntag ist ein mehrfacher Auftakt

Jesu Wiederkunft mit der Apokalypse und dem Jüngsten Gericht bildet auch ganz konkret den Auftakt der Adventszeit. Der erste Adventssonntag steht im Zeichen dieses Themas. Der zweite und der dritte Advent erinnern an Johannes den Täufer. Er gilt als der letzte Prophet, der "die Wege für das Kommen des Herrn bereiten will". Der vierte Adventssonntag ist in den Gemeinden der Gottesmutter Maria gewidmet.

Dem ersten Advent kommt eine weitere symbolträchtige Funktion zu. Er läutet nämlich das neue Kirchenjahr ein. Das Kirchenjahr strukturiert das Jahr anhand der Stationen Christ von seiner Geburt, über Tod und Auferstehung bis zur Wiederkunft. Der erste Adventssonntag fällt übrigens stets auf das Wochenende nach dem 26. November. Da die Adventszeit nicht etwa am vierten Advent, sondern erst an Heiligabend endet, ist sie jedes Jahr unterschiedlich lang. Sie kann frühestens am 27. November und spätestens am 3. Dezember beginnen. Dieses Zeitfenster wurde bei der Schlichtung des sogenannten Straßburger Adventsstreits im Jahr 1038 festgelegt.

Der Advent erhielt seine Bedeutung im fünften Jahrhundert

Die genauen Anfänge des Adventsbrauchs liegen weitgehend im Dunkeln. Vermutlich begannen Gläubige im fünften Jahrhundert in der italienischen Region Ravenna damit, die Wochen vor dem Weihnachtsfest auf besondere Art zu feiern und zu strukturieren. Manche Experten vermuten hingegen, dass es in Spanien und Nordfrankreich bereits zu Ende des vierten Jahrhunderts eine spezielle Fastenzeit vor Weihnachten gab.

Anfangs war die Dauer des Advents nicht verbindlich festgelegt. Gläubige feierten mal drei, vier oder auch sechs Wochen lang. Papst Gregor der Große, der von 590 bis 604 im Amt war, soll schließlich die Zahl von vier Adventssonntagen festgeschrieben haben. Sie repräsentierten angeblich die 4.000 Jahre, die nach der damals herrschenden Auffassung die Menschen nach dem Sündenfall im Garten Eden auf Jesus warten mussten.

Welche Bedeutung kommt dem Adventskranz zu?

Der Adventskranz mit seinen vier Kerzen gehört auch für weniger gläubige Menschen zu den festen Symbolen der Vorweihnachtszeit. Hierbei handelt es sich allerdings um einen vergleichsweise jungen Brauch. Er soll um 1838 von dem Hamburger Theologen Johann Hinrich Wichern (1808 bis 1881) erdacht worden sein. Wichern war übrigens Gründer der Inneren Mission der Evangelischen Kirche. Sie ging in deren Wohlfahrtsverband, dem Diakonischen Werk, auf.

Wichern hatte allerdings noch an allen 24 Tagen des ökumenischen Heiligenlexikons eine Kerze entzündet und in einen Kranz gesteckt. Dieser Brauch wurde später auf die uns bekannten vier Lichter reduziert.

Haben Sie Lust bekommen, sich einen Adventskranz selbst zu basteln? Es geht ganz einfach! Aber Vorsicht: Lesen Sie auch, welche Sicherheitsvorkehrungen Sie treffen sollten, um die Adventszeit sicher mit echten Kerzen zu erleuchten.

Die katholische Kirche ließ sich mit der Einführung des Adventskranzes Zeit. Erst 1925 soll in Köln der erste Adventskranz in einer katholischen Kirche aufgestellt worden sein. Die Kreisform symbolisiert den Zusammenhalt der Gläubigen sowie den auf Erlösung wartenden Erdkreis (wie im päpstlichen Segen "Urbi et orbi" – der Stadt und dem Erdkreis).

Haben wir Sie jetzt schön in Weihnachtsstimmung gebracht? Tipps, Infos und Rezepte rund um das Weihnachtsfest finden Sie auf unserer umfangreichen Themenseite!

Die neuesten Videos von BILD der FRAU

Die neuesten Videos von BILD der FRAU

Beschreibung anzeigen