18.10.2017 - 16:33

Weil sie nicht artenrein sind Junge Wolfsmischlinge in Thüringen sollen getötet werden!

Die sechs Wolfsmischlinge von Ohrdruf, vier Männchen und zwei Weibchen, sollen in den kommenden Wochen getötet werden. (Symbolbild)

Foto: Imago / Imagebroker / Michael Weber

Die sechs Wolfsmischlinge von Ohrdruf, vier Männchen und zwei Weibchen, sollen in den kommenden Wochen getötet werden. (Symbolbild)

In Thüringen sind sechs Wolfsmischlinge geboren worden, die jetzt getötet werden sollen: Die sogenannten Hybriden sind nicht artenrein und können weder im Gehege noch als Haustiere gut gehalten werden. Doch es regt sich Widerstand.

Paart sich ein Wolf mit einem Hund, was äußerst selten der Fall ist, kommen dabei sogenannte Hybride heraus. Genau das ist im Thüringer Landkreis Gotha passiert: Eine auf dem Truppenübungsplatz bei Ohrdruf lebende Wölfin hat sechs Wolfsmischlinge zur Welt gebracht. Doch jetzt sollen die etwa fünf Monate alten Tiere laut dem Umweltministerium des Landes getötet werden.

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Empfehlung zur Entnahme aus Artenschutzgründen

Die Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Thema Wolf (DBBW) hat die Empfehlung ausgesprochen, dass "die Jungtiere aus Artenschutzgründen aus der Natur entnommen werden müssen". Denn zum einen würde eine Vermischung der Gene den Fortbestand der Wolfspopulation gefährden. Zum anderen hätten Erfahrungen gezeigt, dass ein Gehege für Hybride keine Alternative sei, weil die Tiere unter der Gehege-Haltung sehr litten.

Weil die Jungtiere im Winter geschlechtsreif sein werden, wird von den DBBW-Experten sogar die möglichst schnelle Tötung empfohlen.

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Je höher der Wolfsanteil, desto schwieriger die Erziehung

Wolfsmischlinge können auch als Haustiere nicht gut gehalten werden, wo sie genauso unter der Gefangenschaft leiden – tatsächlich aber auch Menschen gegenüber gefährlich werden können, weil bei ihnen die Rangordnung eine große Rolle spielt: Je höher der Wolfsanteil, desto mehr.

Empörung bei NABU und sozialen Medien

Der Thüringer Naturschutzbund (NABU) wirft dem Umweltministerium jetzt vor, viel zu spät gehandelt zu haben: das Problem streunender Hunde im Wolfsrevier und möglicher Paarung sei schließlich nicht neu.

Und auch in den sozialen Medien regt sich Unmut: Auf der Facebook-Seite "Willkommen Wolf" haben sich zahlreiche Tierliebhaber empört über die Tötungspläne geäußert. Zum Beispiel so:

  • Wieso maßt sich der Mensch mal wieder an, entscheiden zu dürfen, wer leben darf und wer nicht!!!!
  • Es ist so pervers, die da oben machen sich zum Gott über Leben und Tod, wer entscheidet was "richtig" oder "falsch" oder "lebenswert" ist.
  • Das ist furchtbar! Der Mensch soll sich nicht einmischen, lasst die Tiere leben, sie tun niemanden etwas.

Ob die Tiere tatsächlich getötet werden oder nicht, hängt jetzt erst mal vom Sozialministerium in Thüringen ab. Das ist nämlich für den Tierschutz zuständig und muss eine Ausnahmegenehmigung zum Abschuss der Mischlinge erteilen.

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