02.10.2017

Alexandra im Interview „Biggest Loser“-Siegerin: „50 Kilo war kein Wunsch von mir“

"Biggest Loser"-Siegerin Alexandra fühlt sich wohl in ihrem Körper.

Foto: Privat

"Biggest Loser"-Siegerin Alexandra fühlt sich wohl in ihrem Körper.

„Biggest Loser“-Siegerin Alexandra hat im Interview mit bildderfrau.de über ihre Zeit nach der Show, ihr Gewicht und ihre Ziele gesprochen.

Alexandra hat im April die Sat.1-Abnehmshow "The Biggest Loser" gewonnen. Die 33-Jährige begann mit einem Startgewicht von 103,4 Kilogramm, nahm während der Show sagenhafte 53,2 Kilo ab und holte den Sieg. Seitdem ist ein halbes Jahr vergangen. Vieles hat sich in Alexandras Leben verändert – und sie hat große Pläne für die Zukunft. bildderfrau.de hat mit Alexandra gesprochen.

Hallo Alexandra, wie geht’s dir momentan?

Alexandra: Mir geht’s sehr gut, danke. Ich bin einfach dabei, mein Leben zu genießen, mich wohl zu fühlen, alles super bei mir.

Wie viel hast du mittlerweile abgenommen?

In der "The Biggest Loser"-Zeit habe ich insgesamt 53 Kilo abgenommen. Mein Endgewicht war 50 Kilo. Das war aber nie mein Wunschgewicht, auf dieses Gewicht habe ich damals hingearbeitet, weil ich die Sendung gewinnen wollte – deshalb habe ich das durchgezogen. Ich wusste, dass der Gewinner in der Vergangenheit immer um die 50 Prozent seines Körpergewichts verloren hat, und da war für mich klar, dass ich auch auf diese 50 Prozent hinarbeiten muss. Aber 50 Kilo war kein Wunsch von mir. Von daher habe ich nach meiner Zeit bei "The Biggest Loser" nicht weiter abgenommen, sondern wieder ein bisschen Muskeln aufgebaut. Ich bin jetzt bei 60 Kilo – und das ist ein Gewicht, das ich halten möchte.

>> The Biggest Loser: So halbiert man also sein Körpergewicht

Alexandra über ihren Alltag

Fühlst du dich mit deinem aktuellen Gewicht wohl?

Ja, damit schaue ich gerne in den Spiegel, damit laufe ich gerne durch den Tag.

Wie war die Zeit nach "The Biggest Loser"? War der Weg zurück in den Alltag schwer?

Ich habe einfach mit dem weitergemacht, wo ich bei "The Biggest Loser" aufgehört habe. Alles, was ich dort gelernt habe, ist jetzt fest in meinen Alltag integriert. Ich treibe mehrfach die Woche Sport und habe mittlerweile einen Ausgleich zwischen Kraft- und Ausdauersport. Ich schaue mich auch immer nach neuen Sportarten um. Ich bin da nicht festgefahren. Spinning, Zumba, Schwimmen oder Joggen – ich probiere einfach alles aus. Wichtig ist mir einfach, dass ich Freude dabei habe.

Und was machst du noch?

Ganz elementar ist natürlich die Ernährungsumstellung, die ich begonnen habe. Und die will ich auch weiterhin beibehalten. Dazu gehört, dass ich mir täglich mein Essen selber koche. Denn nur, wenn ich etwas selber zubereitet habe, weiß ich, was drin ist. Ich schaue, dass ich mich komplett von Fertigprodukten und Fast Food fern halte.

"Ich nicht alles esse, wonach es mich gelüstet"

Gibt es beim Essen Tabus für dich?

Nein, als solche nicht. Es ist klar, dass ich nicht alles esse, wonach es mich gelüstet. Wenn ich damit wieder anfangen würde, wäre ich wieder da, wo ich herkomme. Ich habe damals gegessen, was mir in den Sinn gekommen ist. Ich erlaube oder gönne mir durchaus jetzt mal etwas, aber alles in Maßen. Das wurde mir bei "The Biggest Loser" so beigebracht.

Ich bin vor der Show ganz viele Jahre ernährungstechnisch in die falsche Richtung gelaufen, die muss ich jetzt auch wieder zurücklaufen. Das ist halt nicht in einem halben Jahr getan. Da lauern im Alltag immer wieder die Gefahren, alte Verhaltensgewohnheiten wieder aufkommen zu lassen. Damit muss man umzugehen lernen.

Welchen Essensünden kannst du nicht widerstehen?

Eis, Kuchen, Chips: das waren schon immer Sachen, die ich sehr gerne gegessen habe, da hatte ich damals auch kein Problem, die mehrmals täglich zu essen. Es gibt nicht eine Süßigkeit, für die ich besonders schwärme. Ich habe schon immer alles gerne gegessen.

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Wie schaffst du es, die alten Verhaltensgewohnheiten zu kontrollieren?

Wenn ich mal einen schlechten Tag hatte, an dem ich nicht so gut damit umgehen konnte, dann ist das auch mal so. Das ist kein Weltuntergang für mich. Der Unterschied zu damals ist, dass ich mich dann am nächsten Tag wieder diszipliniere.

Die Waage hilft beim Gewichthalten

Wie schwer ist es, das Gewicht zu halten?

Ich muss mich da schon noch an der Waage orientieren. Längerfristig möchte ich das nicht an der Waage festmachen, sondern auf mein Körpergefühl hören. Aber das geht gerade noch nicht. Aktuell ist es so, dass ich bei 65 Kilo sage, jetzt muss du mal wirklich aufpassen. Bei 70 Kilo würde ich für mich sagen, dass ich wieder daran arbeiten muss runterzukommen. Durch die vergangenen Jahre weiß ich genau, wie schnell das Gewicht wieder da ist, wenn ich nicht diszipliniert bin.

Welche Ziele hast du für die Zukunft?

Ich möchte in der Fitness-Branche bleiben und da Fuß fassen. Ich werde Ende September eine Instructor-Ausbildung als Kapow-Trainer beginnen. Das ist eine Cardio-Dance-Sporteinheit. Mein Ziel ist es, langfristig Kurse zu geben. Ich möchte mich auch im Bereich Functional-Boxen weiterentwickeln, um Kurse geben zu können. Ich habe gemerkt, wie sich Sport positiv auf Leute auswirken kann. Ich arbeite bereits bei mir im Studio als Co-Trainerin bei Kursen, und da bin ich ein Motivator, sowohl für mich selbst als auch für die anderen Leute. Wenn ich in die Pedale trete, lächle und dann sehe, dass das bei meinem Gegenüber etwas bewirkt, macht mich das glücklich. Das hilft mir auch, um dranzubleiben.

Aber nicht nur der Sport, auch der Bereich Ernährung und Kochen interessiert mich sehr. Ich habe angefangen Kochkurse zu geben. Ich schaue jetzt, wie ich das ausbauen kann. Ich möchte anderen Leuten, die Interesse an gesunder und ausgewogener Ernährung haben, weiterhelfen. Ich möchte denen einfach ein paar Inspirationen geben. Ich will den Leuten zeigen, dass sie sich etwas zutrauen können beim Kochen. Dass sie Dinge einfach ausprobieren sollten.

Noch einmal zu "The Biggest Loser": Was hat dein Arbeitgeber gesagt, als du ihm erzählt hast, dass du bei der Show mitmachen willst?

Ich bin Erzieherin im Kindergarten. Ich bin es auch immer noch. Als ich das meinem Arbeitgeber als Idee vorgestellt habe, war er geschockt, weil ich ihm gesagt habe, dass ich zwei Monate am Stück weg sein werde. Ich habe ihm aber erklärt, warum das für mich wichtig ist. Ich musste etwas ändern in meinem Leben.

Ich war damals 32 Jahre alt, hatte acht Jahre medikamentös eingestellten Bluthochdruck, stand kurz vor der Diabetes, hatte eine beginnende Arthrose und bin tagtäglich an meine körperlichen Grenzen gekommen. Ich habe es gerade noch geschafft, einen normalen Tagesablauf zu bewerkstelligen. Das habe ich alles meinem Chef vorgetragen. Dann war das für meinen Arbeitgeber in Ordnung. Ich habe dann in der Zeit meinen Jahresurlaub genommen. Und nach der Camp-Zeit bin ich wieder ganz normal zur Arbeit gegangen – das mache ich auch jetzt noch.

Lesen Sie morgen Teil 2 des Interviews. Darin spricht Alexandra über die größten Probleme beim Abnehmen, außerdem gibt sie Tipps, wie jeder es schaffen kann, dass die Pfunde dauerhaft purzeln.

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