07.09.2017

Gute Organisation ist alles! Standesamtlich heiraten: Die wichtigsten Tipps

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Standesamtlich heiraten muss nicht unromantisch sein – individuelle Abläufe sind möglich.

Foto: iStock/vivanity

Standesamtlich heiraten muss nicht unromantisch sein – individuelle Abläufe sind möglich.

Sie wollen standesamtlich heiraten oder bei der Organisation helfen? Mit diesen Tipps gerät nichts in Vergessenheit.

Ob kirchlich oder standesamtlich: Die Trauung ist der Höhepunkt einer jeden Hochzeitsfeier. Damit Sie bei der Planung gar nicht erst in Zeitnot geraten und eine Vorstellung von dem Ablauf einer standesamtlichen Hochzeit bekommen, sollten Sie sich die folgenden Tipps unbedingt zu Herzen nehmen – Vorbereitung ist schließlich alles!

Standesamtlich heiraten: Das Aufgebot bestellen

Zwar ist der Begriff "Aufgebot" veraltet, dennoch ist die heutige "Anmeldung zur Eheschließung" nach wie vor der wichtigste und somit erste Schritt, den jedes Paar, das standesamtlich heiraten will, machen muss. Hierzu sollte das künftige Brautpaar einen Termin beim Standesamt vereinbaren. Hier sollten im Idealfall beide Partner anwesend sein, weil sonst im Vorhinein komplizierte Vollmachten erstellt werden müssen.

Die Anmeldung kann in dem Standesamt vorgenommen werden, in dem einer der zukünftigen Eheleute seinen Haupt- oder Nebenwohnsitz hat. Während des Termins wird das Datum der standesamtlichen Hochzeit festgelegt. Nur in Ausnahmefällen und wenn er eine Vollmacht von seinem Partner dafür ausgestellt bekommen hat, darf auch ein Partner allein die Trauung anmelden.

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Wichtig: Die standesamtliche Heirat kann frühestens sechs Monate vor dem geplanten Hochzeitstermin angemeldet werden. Einen Wunschtermin können Sie allerdings bereits vor der 6-Monats-Frist mit dem Standesamt vereinbaren. Bringen Sie Zeit mit: Das Gespräch der Anmeldung zur Eheschließung dauert etwa 30 bis 40 Minuten.

Wichtige Dokumente und Kosten für das Standesamt

  • Personalausweis bzw. Reisepass
  • beglaubigte Abschrift aus dem Geburtsregister
  • Aufenthaltsbescheinigung des Meldeamtes, die nicht älter als 14 Tage ist

Hinweis: Auf der Aufenthaltsbescheinigung müssen Familienstand, Staatsangehörigkeit und Wohnsitz vermerkt sein! Und natürlich gelten die Angaben für beide Partner.

Wenn einer der Partner verhindert ist und seine Dokumente nicht persönlich zum Amt bringen oder abholen kann, ist eine Vollmacht eine Option. Damit kann sogar die Eheschließung angemeldet werden, selbst, wenn nur eine Person erscheint. Hier bekommen sie genaue Informationen beim Standesamt.

Es gibt einige Sonderfälle, bei denen es keine Ausnahmen oder Bevollmächtigungsregelungen gibt. Unter diesen speziellen Umständen müssen beide Partner unbedingt persönlich erscheinen, wenn sie standesamtlich heiraten wollen:

Ein Partner:

  • besitzt eine ausländische Staatsangehörigkeit
  • ist nicht im Bundesgebiet geboren
  • wurde adoptiert
  • hatte mehrere Vorehen
  • ist im Ausland geschieden worden.

Im Gegensatz zu den meisten Hochzeitsfeiern ist es geradezu ein Schnäppchen, standesamtlich zu heiraten. Die reinen Kosten für das Standesamt belaufen sich in der Regel zwischen 70 und 100 Euro. Trauungen am Wochenende können etwas teurer sein. Ist ein Stammbuch gewünscht, kommen weitere Kosten hinzu.

Trauung im Standesamt: Der Ablauf

Wer glaubt, eine standesamtliche Hochzeit könne nicht romantisch sein, der irrt. Der Ablauf einer Eheschließung im Standesamt bietet durchaus Gestaltungsmöglichkeiten, um der Atmosphäre Romantik einzuhauchen. So können Sie den Standesbeamten zum Beispiel bitten, persönliche Einzelheiten mit in die Rede einzubauen. Ebenso bietet es sich an, vor bzw. nach dem Ja-Wort ein Musikstück zu spielen, welches für das Brautpaar eine besondere Bedeutung hat. Zeit genug bleibt dafür allemal, denn eine standesamtliche Trauung ohne ein solch zusätzliches Rahmenprogramm dauert in der Regel nur etwa 20 bis 30 Minuten.

Der Ablauf im Überblick

  • Begrüßung
  • Feststellung der Personalien des Brautpaares / der Trauzeugen – sofern gewünscht und vorhanden
  • Ansprache des Standesbeamten
  • Ehekonsenserklärung mit Erklärung des Standesbeamten, dass die Verlobten nun rechtmäßig verbundene Eheleute sind
  • Ringwechsel
  • Brautkuss
  • Ehebucheintrag
  • Unterschriften

Standesamtlich heiraten – aber mit Ortswechsel

Neben der üblichen Trauung im Trausaal des Standesamtes bieten immer mehr Städte und Ämter die Option, die Zeremonie an andere Orte zu verlegen – ja sogar im Ausland zu heiraten. Paare sollten sich hier vorher genau erkundigen, welches Amt welche Angebote macht. Schließlich müssen sich die Standesbeamten darauf einstellen.

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Wichtig: Standesamtlich heiraten abseits des Amtes ist nicht gleichzusetzen mit einer freien Trauung. Letztere werden oft als Alternative für eine kirchliche Trauung angeboten, aber nicht von einem Standesbeamten durchgeführt.

Wenn Sie also rechtzeitig mit der Planung beginnen und diese Hinweise und Ratschläge befolgen, können Sie sorgenfrei und entspannt standesamtlich heiraten. Mit diesen Tipps und Fakten wird de Hochzeit dann nicht nur zum schönsten Tag in Ihrem Leben oder dem ihrer Angehörigen – sondern auch ein voller Erfolg für alle Beteiligten.

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