02.10.2017 - 12:01

Entspannter wohnen So klappt’s auch mit nervigen Nachbarn!

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Nervige Nachbarn sind meist gar nicht so nervig bzw. sind es meist nicht absichtlich. Lesen Sie, wie Sie sich in Ihrer Nachbarschaft besser verstehen können.

Foto: iStock/SolStock

Nervige Nachbarn sind meist gar nicht so nervig bzw. sind es meist nicht absichtlich. Lesen Sie, wie Sie sich in Ihrer Nachbarschaft besser verstehen können.

Nervige Nachbarn hatte wohl jeder schon einmal, ob zu laut, zu chaotisch oder zu aufdringlich. Wie Sie die Menschen von nebenan besser verstehen und lässiger nehmen, erklärt die Berliner Psychologin Susanne Gastdorf.

Die Lustvollen

Lautes Stöhnen, spitze Schreie oder Ausrufe, die eigentlich nur zwei Menschen etwas angehen… In Sommernächten mit offenen Schlafzimmerfenstern leiden viele Menschen unter der etwas anderen Ruhestörung und bekommen mehr Intimes mit als sie möchten.

Liebende Paare nehmen sich aber ganz bestimmt nicht vor: Heute Nacht nerven wir mal die anderen. Sie haben einfach Sex und Spaß und vergessen die Welt. Wer sich dadurch gestört fühlt, muss handeln. Tatsächlich sagen sieben Prozent der Deutschen: "Ich würde beim Nachbarn klingeln, wenn er zu laut Sex hat."

Aber es geht auch dezenter. Bringen Sie sich selbst mit lauten Geräuschen in Erinnerung. Knallen Sie mit einer Tür oder schließen Sie Ihr Fenster mit einem kräftigen Rums. Nützt nichts? Dann erwähnen Sie beim nächsten zufälligen Zusammentreffen: "Ist es bei Ihnen auch so schlimm? Bei den vielen offenen Fenstern braucht man den eigenen Fernseher ja kaum noch anzustellen. Man hört ja wirklich jedes Programm - bis spät in die Nacht."

Wichtig: Machen Sie keinen Klatsch draus. Auch wenn Sie es nun wissen, plaudern Sie nicht über Sex-Häufigkeit oder -Vorlieben der Nachbarn. Es sei denn, Sie möchten auch gern mal Gesprächsthema sein.

Siehe auch: Sex-Wissen

Die Super-Gärtner

Die Hecke ist akkurat geschnitten, der Rasen immer perfekt gemäht, die Beete absolut unkrautfrei… Die Super-Gärtner geben sich richtig viel Mühe und können auch richtig streng werden. Eine Brennnessel, die rüberwächst oder die Wildblumenmischung in Ihrem Beet sind dann schnell ein echtes Problem.

Es hilft nichts: Auch wenn Sie auf Ihrem Grundstück (oder Balkon) nichts gegen etwas wuchernde Natur haben, sollten Sie die Grenze zum Super-Gärtner respektieren. Für ihn ist Unkraut wirklich eine persönliche Beleidigung. Also entfernen Sie es auf seiner Seite, pflanzen Sie zur Besänftigung am besten noch seinen Lieblingsstrauch an den Zaun und säen Sie Ihre wild blühenden Lieblingsblumen lieber in sicherer Entfernung aus.

Vorsicht Falle: Fragen Sie einen Super-Gärtner nie um Rat. Er erwartet dann nämlich, dass Sie seine Anti-Unkraut-Tipps sofort umsetzen. Und wird den ganzen Sommer kritisch beobachten, ob Sie auch alles richtig machen.

>> Nachbarn beschweren sich über Unterwäsche auf dem Balkon

Die Entertainer

Kaum sind die ersten Sonnenstrahlen da, werden Gäste eingeladen, der Grill rausgeholt, Feuer gemacht, Musik aufgedreht… Die Entertainer feiern in den Sommermonaten so oft und so laut es geht. Sie allerdings nerven häufiger Grillqualm und Dauerlärm verständlicherweise ziemlich.

Tatsächlich sind die Entertainer ziemlich fröhliche und vor allem unbekümmerte Menschen. Sie meinen es nicht böse, sie machen sich einfach keine Gedanken. Deshalb ist hier etwas Nachhilfe gefragt. Erzählen Sie zum Beispiel von den Rauchfahnen in Ihrem Wohnzimmer. Ganz freundlich: „Wahrscheinlich ahnen Sie es gar nicht, aber der Wind steht meistens so blöd, dass der Qualm direkt zu uns reinweht.“ Dann überlegen Sie gemeinsam, ob es einen günstigeren Standort für den Grill gibt. Erklären Sie auch: „Nach 22 Uhr brauche ich wirklich Ruhe. Ich muss morgens früh raus und bin absolut gerädert, wenn ich die halbe Nacht Musik hören muss statt einzuschlafen.“

Tipp: Rächen Sie sich niemals, indem Sie selbst Radio oder TV auf volle Lautstärke stellen. Diese Aktion nehmen die Entertainer nur als Lizenz für weiteren Mega-Lärm.

>> Zehn Urteile zum Grillen: Was ist erlaubt und was nicht?

Die Gesprächigen

Eine kleine Pause im Liegestuhl, eine gemütliche Tasse Kaffee auf dem Balkon oder ein abendliches Glas Wein auf der Terrasse und schon sind die Nachbarn da… "Hallo, wie geht’s, wie steht’s? Schönes Wetter, oder? Mmh, ein guter Tropfen! Der würde uns jetzt auch schmecken!" Das Überfall-Kommando ist immer auf ein Gespräch oder gar einen Besuch aus. Aber Sie möchten (und brauchen) einfach mal Ihre Ruhe!

Andere werden Sie um diese Nachbarn beneiden. So freundlich! Und das sind diese Menschen auch aus tiefstem Herzen. Aber wer immer gesellig und gut gelaunt ist, verliert leicht das Gefühl für eine gewisse Privatsphäre. Die einfachste Lösung: Setzen Sie optische Grenzen. Stellen Sie als Sicht- und Gesprächsschutz große Balkonpflanzen auf. Schaffen Sie sich im Garten ein wirklich stilles Plätzchen – möglichst weit vom Zaun entfernt.

Tipp: Gucken Sie nicht einfach weg. Das ist unhöflich und verdirbt die Stimmung. Sie müssen nicht stehen bleiben, aber ein fröhliches "Hallo"-Winken im Vorbeigehen ist immer Pflicht.

Die Chaoten

Mülltüten stapeln sich vor der Haustür, Fahrräder versperren die Einfahrt oder den Gang, Rasen- oder Treppenhauspflege ist eher ein Fremdwort… Die Chaos-Künstler sind das krasse Gegenteil von den Super-Gärtnern. Das Problem für die Nachbarn: Weil die Unordnung nicht nur stört, sondern auch einen richtig schlechten Eindruck macht, muss man sich bei Gästen oft für das fremde Chaos entschuldigen.

Hier ist Detektivarbeit gefragt. Sind die Nachbarn vielleicht schon älter oder krank und schaffen darum die Arbeit nicht? Fehlen praktische Geräte? Kennen sie ganz einfach die Regeln nicht? In jedem Fall muss die Sache offen und ehrlich geklärt werden, damit sich etwas ändert. Fangen Sie bei dem Punkt an, der Sie am meisten stört. Zum Beispiel so: "Bei Ihnen steht so häufig Müll vor der Tür. Ist der Weg zu den Containern für Sie zu weit? Ich nehme meine Tüten immer mit, wenn ich sowieso da vorbeikomme. Dann muss ich keine Extrarunde drehen und wir haben trotzdem keinen Ärger mit dem Geruch im Hausflur."

Also: Schämen Sie sich nicht fremd. Ihnen wäre es sicher peinlich, auf den Müll angesprochen zu werden. Aber Ihre Nachbarn sind da offensichtlich unempfindlicher und es muss sein!

>> Wie sich Nachbarschaftsstreis auf die Gesundheit auswirkt

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