01.07.2017

Von Stiftung Warentest 6 Tipps für Sparfüchse: So machen Sie mehr aus Ihrem Geld

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Sparen ist nicht gleich Sparen. Lesen Sie über wichtige Unterschiede.

Foto: iStock/Squaredpixels

Sparen ist nicht gleich Sparen. Lesen Sie über wichtige Unterschiede.

Soll ich meine Euros überhaupt noch anlegen? Das fragen sich viele Sparer jetzt. Ariane Lauenburg von Stiftung Warentest sagt, was sich lohnt.

1. Überblick verschaffen

Sparer sollten zunächst überlegen, welches Ziel (z. B. ein neues Auto, Urlaub oder Altersvorsorge) sie mit ihrer Anlage erreichen wollen und wie lange sie ihr Geld entbehren können. Wer es sicher anlegen will, sollte auf Aktien und Fonds verzichten und Tages- und Festgelder wählen.

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2. Hände weg vom Sparbuch!

Rund 500 Milliarden Euro liegen auf deutschen Sparbüchern, die mickrig oder gar nicht verzinst werden. Wählen Sie deshalb lieber ein gutes Tages- oder Festgeldangebot einer Online-Bank. Dort ist Ihr Geld in Höhe von 100.000 Euro pro Anleger gesetzlich geschützt. Das gilt für alle Banken mit Sitz in der Europäischen Union.

Um im Fall einer Bankenpleite sofort entschädigt zu werden, sollten Sie aber nur bei ausländischen Online-Banken aus Ländern wie Österreich, Frankreich, Niederlande, Luxemburg, Großbritannien oder Schweden Geld anlegen.

3. "Hochprozentige" Anlage suchen

Wählen Sie ein attraktiv verzinstes Tagesgeld- oder Festgeldkonto bei einer Online-Bank. Dort sind die Zinsen meist deutlich besser als bei Filialbanken. Die besten Zinsen von ausländischen Banken bieten aktuell Zinsportale wie Weltsparen oder Zinspilot. Dort müssen sich Sparer nur einmal anmelden und das Postident-Verfahren durchlaufen, um alle Zinsangebote der Portale bequem abschließen zu können.

Für Tagesgeld bei der französischen Oney-Bank, erreichbar über Zinspilot, gibt es zurzeit Topzinsen von 1,2 Prozent. Bei der britischen WyelandsBank sind es über Weltsparen 1,35 Prozent für ein einjähriges Festgeld. Wer längere Laufzeiten von z. B. fünf Jahren wählt, bekommt bei der Eurocity-Bank in Deutschland 1,45 Prozent Zinsen pro Jahr (Stand: 10. Mai 2017). Zum Vergleich: Die Deutsche Bank zahlt für Festgeld mit Laufzeiten zwischen einem und vier Jahren nicht nennenswerte Zinsen von 0,05 Prozent.

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4. Ruhig schlafen mit einem Banksparplan

Wer nicht ständig die Zinsen im Blick haben möchte, kann einen Banksparplan wählen. Der macht keine Arbeit. Empfehlenswert sind im Moment die Sparpläne von zwei Banken mit Sitz in Österreich, die Laufzeiten zwischen vier und zehn Jahren haben. Sie bringen Zinsen von 1,2 bis 1,9 Prozent pro Jahr.

Beim VTB-Flex-Sparplan der VTB-Direktbank kann man die Höhe der monatlichen Rate selbst bestimmen – Sie können auch mal mehr und mal weniger einzahlen. Beim Sparplan bei der Denizbank müssen Sie sich auf eine feste Rate zwischen 50 und 1000 Euro im Monat festlegen.

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5. Gold glänzt nur in goldenen Zeiten

Wollen Sie Gold in Form von Barren oder Münzen kaufen, gibt’s ein paar einfache Regeln: Gold bietet keine Sicherheit in Krisenzeiten, es ist eine spekulative Anlage. Niemand kann sicher sagen, ob der Goldpreis in den nächsten Jahren steigt oder fällt. Gold wirft keine Zinsen und Dividenden ab. Sie sollten es in einem sicheren Tresor oder Bankschließfach aufbewahren.

Tipp: Gold eignet sich nur als Beimischung für eine gut gestreute Geldanlage.

6. Immer mit "Reserve-Tank"

Um auf finanzielle Engpässe vorbereitet zu sein, sollten Arbeitnehmer zwei bis drei Gehälter immer verfügbar haben. Die parken Sie am besten auf einem gut verzinsten Tagesgeldkonto, auf das Sie täglich zugreifen können.

Dieser Beitrag erschien zuerst in der BILD der FRAU Nr. 22.

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