20.04.2017

10 Jahre nach dem Verschwinden Nanny von Maddie McCann: "Ich hoffe, dass sie noch lebt"

Weltweit wird nach Maddie McCann gesucht - bisher leider ohne Erfolg.

Foto: imago/imagebroker

Weltweit wird nach Maddie McCann gesucht - bisher leider ohne Erfolg.

Vor rund zehn Jahren verschwand die damals 3-jährige Maddie McCann spurlos im Portugal-Urlaub. Jetzt hat sich ihre damalige Nanny dazu geäußert.

Wohl kaum ein Vermisstenfall hat für so viel Aufsehen und Anteilnahme gesorgt, wie das Verschwinden von Madeleine „Maddie“ McCann. Seit dem 7. Mai 2007 fehlt von dem damals 3-jährigen Mädchen jede Spur.

Sie verschwand während des Urlaubs mit ihren Eltern und ihrer Schwester im portugiesischen Ferienort Praia da Luz. Eine weltweite und einmalige Suchaktion wurde in den Monaten und Jahren danach gestartet. Bisher ohne Erfolg. Auch zehn Jahre nach ihrem Verschwinden ist das Schicksal von Maddie völlig unklar.

Jetzt hat sich die damalige Nanny, die an dem Tag im Hotel für Maddie und ihre Geschwister zuständig war, im der englischen Zeitung „Mirror“ anonym zu Wort gemeldet. Der Frau geht das Schicksal des Kindes und der Familie immer noch sehr nah. Aber sie hat die Hoffnung nicht aufgegeben. Auf die Frage, ob sie denke, dass Maddie noch am Leben sei, antwortete die Frau: „Denken ist vermutlich das falsche Wort, aber hoffen. Ich hoffe, dass sie noch am Leben ist.“

Die Nanny half bei der Suche

Die Nanny war damals 20 Jahre alt. Als das Verschwinden des Mädchens am Abend bekannt wurde, ging sie zurück in die Ferienwohnung der McCanns und bat ihre Hilfe an. Laut des Berichts der Nanny herrschte zu dem Zeitpunkt Panik bei den McCanns.

„Sie haben sie weggenommen“

Mutter Kate soll geweint haben und Vater Gerry soll umhergelaufen sein und gerufen haben: „Sie haben sie weggenommen.“ Die Nanny berichtet weiter, dass Gerry sehr verzweifelt gewesen sei: „Da ist eine Sache, an die ich mich wirklich erinnere: er, unter Autos suchend. Das kann ich nicht vergessen.“

Wie ernst die Lage war, habe sie realisiert, als ihr gesagt wurde, dass sie auch in Mülleimern nach der Kleinen schauen sollte. Die Nanny hat bis fünf Uhr morgen bei der Suche geholfen, danach habe die Polizei sie ins Bett geschickt.

Kritik an der Polizeiarbeit

Kritik äußert die Nanny am Verhalten der Polizei. Diese soll erst 90 Minuten nachdem das Verschwinden von Maddie entdeckt wurde am Tatort eingetroffen sein. Bis dahin hätten laut der Nanny viele Menschen die Ferienwohnung der McCanns betreten und wieder verlassen, so dass mögliche Spuren und Beweise leicht zerstört werden konnten.

Auch die Polizeiarbeit in den darauffolgenden Wochen schildert sie als nicht optimal. „Ich denke, viele Sachen hätten anders laufen sollen. Unglücklicherweise waren die Auswirkungen katastrophal“, so die Nanny.

Die Eltern waren es nicht

Seit dem mysteriösen Verschwinden des Mädchens ermittelt die Polizei in alle Richtungen. Zwischenzeitlich gerieten sogar die Eltern in den Fokus der Ermittler. Die Nanny sagt dazu: „Das ist absolut unmöglich. A: Wegen des Timings. Und B: Wie es war, ihre Reaktionen, einfach alles. Keine Chance.“

Ob Maddie jemals gefunden wird, ist völlig unklar. Zeugen wollen sie in den vergangenen Jahren immer wieder gesehen haben. Aber alle Spuren endeten bisher im Nichts. Die ehemalige Nanny von Maddie hat die Hoffnung noch nicht aufgegeben, dass die Kleine doch noch Lebend gefunden wird. Den Eltern wäre dies natürlich nur zu wünschen, denn dann wäre der Albtraum zwischen Hoffen und Bangen für sie endlich vorbei.

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