04.10.2019

Wetter, Stau, Alltagsstress Schlechte Laune? Das steckt dahinter

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Schlechte Laune? Kein Grund zur Sorge. Diese Tipps helfen im Job und zu Hause.

Foto: iStock/praetorianphoto

Schlechte Laune? Kein Grund zur Sorge. Diese Tipps helfen im Job und zu Hause.

Es fühlt sich an wie eine dunkle Wolke. Die Welt scheint nur noch trübe, ungerecht und spaßfrei. Aber es ist Rettung in Sicht! So finden Sie zur guten Laune zurück.

Niemand hat gerne schlechte Laune – und es wäre doch wirklich toll, wenn man schnell herausfinden könnte, was man gegen miese Stimmung unternehmen kann. Die Mittel gegen schlechte Laune hängen am Ende aber tatsächlich von der jeweiligen Ursache ab. Machen Sie gerade ein Gesicht wie sieben Tage Regenwetter? Dann gehen Sie auf Ursachenforschung und unternehmen etwas dagegen.

Mittel gegen schlechte Laune: Werfen Sie einen Blick auf die Ursache

Um schlechte Stimmung richtig in Angriff zu nehmen, sollten Sie sich zunächst mit der eigenen Befindlichkeit auseinandersetzen und sich folgende Fragen stellen:

1. Bin ich hungrig?

Egal ob gute Schlank-Vorsätze oder Zeitmangel und Stress uns am Essen hindern – übellaunig macht Hunger immer. Klingt zu einfach als Erklärung für die seelische Krise? Wie stark ein leerer Magen die Psyche tatsächlich beeinflusst, haben Wissenschaftler in Ohio (USA) bewiesen.

Ihre Studie mit 107 Ehepaaren zeigte: Je niedriger der Blutzuckerspiegel (also je größer der Wunsch nach Nahrung), desto negativer die Gefühle.

Die hungrigen Versuchspersonen waren deutlich schlechter aufeinander zu sprechen und spürten sogar verstärkte Lust, den Partner zum Beispiel mit lauten Geräuschen zu ärgern.

Das können Sie tun!

  • Im Job: Obst snacken. Kluge Chefs stellen frisches Obst zum Snacken bereit. Denn wenn die Angestellten regelmäßig zugreifen, bleibt ihr Blutzuckerspiegel stabil und das Arbeitsklima freundlicher. Wenn Sie selbst vorsorgen müssen, packen Sie zwei Bananen ein. Die wirken doppelt, weil sie schnelle Energie und den Baustoff Tryptophan fürs Gute-Laune-Hormon Serotonin liefern.
  • Zu Hause: Erst essen, dann sprechen. Ob es der Partner ist oder die Kinder sind – wenn sich dieses unangenehme "Du gehst mir auf die Nerven"-Gefühl minütlich verstärkt, holen Sie sich Hilfe aus dem Kühlschrank. Am besten ist ein Mix aus etwas Zucker, Ballaststoffen, Eiweiß und gesundem Fett. Perfekt sind zum Beispiel ein kleiner Apfel und zwei Esslöffel Hüttenkäse oder ein Stückchen Käse mit einer Handvoll Trauben. Studienleiter Dr. Brad Bushman empfiehlt außerdem dringend: "Schwierige Gespräche auf die Zeit nach dem Essen vertagen."

Auf unserer Themenseite finden Sie noch mehr Inspiration rund um Obst und schnelle Rezepte.

2. Ist mir langweilig?

Klar gehört Routine zum Leben. Oft macht sie den Alltag sogar leichter. Aber manchmal geht sie plötzlich einfach nur auf die Nerven. Seit Tagen ein Stimmungstief, derselbe graue Himmel, dieselben langweiligen Aufgaben im Job oder im Haushalt (schon wieder Wäsche!), dasselbe öde TV-Programm am Abend.

Nichts in Sicht, worüber oder worauf man sich freuen könnte. Kein Wunder, dass das den Reflex auslöst: Ich möchte mich nur noch verkriechen. Aber so findet man nicht die Abwechslung, die jetzt wirklich helfen würde.

Das können Sie tun!

  • Im Job: Pause machen. Lassen Sie die Arbeit, die Sie gerade sowieso nur lustlos hin und her schieben lieber für ein paar Minuten komplett liegen. Verlassen Sie den Raum und machen Sie sich auf die Suche nach einer netten Kollegin. Beginnen Sie das Gespräch ruhig mit der Frage: „Hast du auch so schlechte Laune?“ Denn was einmal ausgesprochen ist, ist nur noch halb so schlimm. Und im besten Fall fällt ihr sofort ein, warum es eigentlich ein schöner Tag ist. Dieser Optimismus wird Sie anstecken!

Machen Sie sich glücklich – auch mit diesen 7 Happy-Geheimnisse für einen schönen Tag.

  • Zu Hause: Runter vom Sofa - Statt in der Wohnung weiter Trübsal zu blasen, gehen Sie raus und erledigen Sie einen kleinen Einkauf. Schon ein kurzer fröhlicher Wortwechsel in der Bäckerei oder ein Lächeln an der Supermarktkasse reichen, um den Schlechte-Laune-Modus zu beenden. Dann sind Sie bereit für den nächsten Schritt: Sie rufen jemanden an, lassen sich von der besten Freundin oder dem Partner aufheitern und planen am besten gleich einen kleinen Ausflug für den Abend oder das Wochenende. Was für ein schöner Tag!

Und damit Sie nicht aus blanker Langeweile unnötig viel essen, haben wir Ihnen hier einige Tipps zusammengestellt.

3. Habe ich ein schlechtes Gewissen?

Zu spät zur Arbeit gekommen, der Nachbarin die Fahrstuhltür vor der Nase zugehen lassen oder gar den Geburtstag der Schwester vergessen?

Solche kleinen oder großen Pannen erzeugen Schuldgefühle und die drücken immer auf die Stimmung, weil sie zwangsläufig Selbstzweifel im Gepäck haben.

Bewusst oder unterbewusst beschäftigen uns quälende Fragen ("Wie konnte mir das passieren?") und Vorwürfe ("Ich bin einfach unmöglich!").

Das können Sie tun!

  • Im Job: Schnell entschuldigen. Der beste Weg, Belastendes aus der Welt zu schaffen, ist eine simple Entschuldigung. Sagen Sie zu den Kollegen: "Es tut mir wirklich leid, dass ich heute zu spät gekommen bin." Und fügen Sie eine Erklärung hinzu: "Ich wollte eigentlich nur schnell einen Kaffee to go kaufen, aber die Schlange war so lang, dass ich den Bus verpasst habe." Jetzt wissen die anderen, dass Sie ein schlechtes Gewissen haben, und Sie selbst wissen, was Sie in Zukunft besser machen – mehr Zeit einplanen. Alles geklärt, Stimmung wieder gut!
  • Zu Hause: Happy End spielen. Grübeln Sie nicht länger über den verspäteten Glückwunsch für Ihre Schwester. Schließen Sie die Augen und stellen Sie sich vor, wie es optimal gelaufen wäre. Wie Sie mit ihr in ihrem Lieblingsrestaurant sitzen, auf den Geburtstag anstoßen und richtig Spaß haben. Diese positive Szene heitert auf und bringt Sie auf den richtigen Gedanken: Laden Sie sie ein. Sofort!

4. Laufe ich weg?

Ob Wetter oder Stau: Gerne machen wir solche äußeren Widrigkeiten für unsere schlechte Laune verantwortlich.

Aber vielleicht drückt in Wirklichkeit gar nicht die übervolle Straße auf Ihr Gemüt, sondern viel mehr Ihr übervoller Terminkalender oder der übervolle Keller, der endlich aufgeräumt werden müsste.

Fest steht: Wirklich besser geht es Ihnen erst, wenn Sie dieses (innere) Grundproblem gelöst haben, denn: negative Probleme können Ihr Herz belasten und zu einem Herzinfarkt führen. Schützen Sie sich.

Das können Sie tun!

  • Im Job: Schritt für Schritt zurück. Gehen Sie den Tag in Gedanken Schritt für Schritt zurück, bis Sie leichten Missmut oder richtigen Ärger spüren. Vielleicht hat der Chef ein Versprechen nicht gehalten. Oder der Kollege mal wieder den letzten Kaffee aus der Kanne genommen, ohne frischen zu kochen. Gefunden? Dann kümmern Sie sich kurz genau um diese Sache. Fragen Sie den Chef, warum Sie den neuen Stuhl doch nicht bekommen. Gehen Sie zum Kollegen und sagen freundlich: „Kochst du bitte Kaffee?“
  • Zu Hause: Eine Liste schreiben. Nehmen Sie sich einen Becher Tee, einen Zettel und ein bisschen Zeit. Denken Sie nach und schreiben Sie auf, was Sie alles vor sich herschieben. Zahnarzt-Termin, Keller-Entrümpelung, Mama-Anruf … Dann schreiben Sie hinter jeden Punkt, wann Sie die Sache angehen werden. „Gleich“, „morgen“, „nächste Woche“. Studien haben gezeigt, dass schon so ein konkreter Plan die Stimmung messbar verbessert.

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Sorgen Sie sich nicht zu sehr, sollten Sie mal schlechte Laune haben. Je nach Umstand, ist diese normal und vergeht genauso schnell, wie sie gekommen ist.

Umgeben Sie sich mit Ihren Liebsten und verwöhnen Sie sich selbst, damit die schlechte Laune nicht lange anhält.

Merken Sie aber, dass die schlechte Laune nicht weggeht und nur schlimmer wird, zögern Sie nicht, Hilfe zu suchen. Auch wenn Suizidgedanken aufkommen oder kein Ausweg in Sicht zu sein scheint, kann beispielsweise die Telefonseelsorge unter 0800/111 0 111 · 0800/111 0 222 helfen. Im Falle einer Depression können verschiedene Therapien Abhilfe schaffen.

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