31.03.2017

Immer der Nase nach So beeinflussen Düfte unser Leben

Mehr als eine Billion verschiedener Düfte kann der Geruchssinn des Menschen auseinanderhalten.

Foto: iStock/Sjale

Mehr als eine Billion verschiedener Düfte kann der Geruchssinn des Menschen auseinanderhalten.

Düfte bestimmen unser Leben. Sie beeinflussen die Partnerwahl, das Kaufverhalten, Angstsituationen oder ob wir uns Wohlfühlen. Aber warum?

Unsere Nase entscheidet mit, wen wir sympathisch finden, wen wir lieben und sogar, mit wem wir Sex haben und uns fortpflanzen wollen. Der Geruchsforscher Hanns Hatt fand bereits vor Jahren heraus, dass Liebe vor allem durch die Nase geht. Während wir Optik und Akustik des anderen Menschen beim ersten Eindruck bewusst wahrnehmen und bewerten, beeinflusst der Geruch uns oft unbewusst. Das gilt nicht nur für die Liebe. Düfte und Aromen spielen in ganz vielen Lebenssituationen eine entscheidende Rolle.

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Düfte gezielt einsetzen

Gezielt eingesetzt, können Düfte das Wohlbefinden und die Gesundheit fördern. Der Duft in Form von Parfum ist eine altbekannte Methode, einen Geruch mit Wirkung zu nutzen. Er kann Erinnerungen und auch Verlangen wecken. Nicht nur die Wellnessindustrie bedient sich gezieltem Einsatz von Aromen – auch unser Konsumverhalten wird dadurch beeinflusst.

Kaufhäusern nutzen Düfte und Aromen beispielsweise, um das Wohlgefühl und die Kauflust von Kunden anzuregen. Vanillearoma etwa ist ein wahrer Glücksbote, denn es weckt Erinnerungen an Geborgenheit, Leckereien oder glückliche Kindheitsmomente. Der frische Duft von Minze wirkt belebend und positiv auf die Kauflaune.

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Der Mensch riecht nicht nur mit der Nase

Beim Menschen ist nicht nur die Nase für das Riechen zuständig. Duftrezeptoren finden sich in zahlreichen anderen Organen und Geweben des menschlichen Körpers. Bisher wurden sie beispielsweise im Herzen, in der Haut, im Gehirn, auf Sperma- und Prostatakarzinomzellen gefunden.

Duftrezeptoren in der Haut können beispielsweise das Zellwachstum beeinflussen. Sandelholz etwa erhöht die Regeneration der Hautzellen und beschleunigt damit die Wundheilung. Und Veilchenduft kann das Zellwachstum von Prostatakrebszellen verlangsamt.

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So können Düfte unser Leben beeinflussen

In ganz verschiedenen Situationen können Düfte unser Leben, unsere Gefühle, unsere Stimmung und unsere Gesundheit beeinflussen. Sehen Sie hier, wie Pfefferminz, Weihrauch, Orange und Co. auf uns wirken:

  • Orange gegen Angstzustände: Riecht es bei Zahnarzt nach Orange und Lavendel, sinken bei den Patienten der Stresspegel und die Angst vorm Bohrer um 70 Prozent. Außerdem verbessert der Duft der Orange die Stimmung und macht nachts schöne Träume, das konnte eine wissenschaftliche Studie belegen.
  • Schokolade macht glücklich: Nicht nur Schokolade zu essen, sondern auch zu riechen macht glücklich – das ist wissenschaftlich erwiesen. Zum Beispiel als Badezusatz oder als Gesichtsmaske.
  • Jasmin lindert Schmerzen: Laut einer Studie der Universität Düsseldorf wirkt der Duft ähnlich wie Valium. Er beruhigt, lindert Schmerzen, löst Ängste und fördert den Schlaf.
  • Rose hilft bei Kreislaufbeschwerden: Der Duft von Rosen hat eine entspannende Wirkung. Er ist positiv für Herz und Kreislauf und übt einen günstigen Einfluss auf das Seelenbefinden aus.
  • Pfefferminz steigert das Lernvermögen: Ein Duft-Gemisch aus Pfefferminze und Zitrone verbessert das Lernvermögen, das konnten Studien nachweisen.
  • Gewürznelken puschen das Immunsystem: Die Knospen gehören zu den besten Antioxidatien, wirken entzündungshemmend und stärken die Abwehrkräfte.

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  • Gutes Gedächtnis dank Rosmarin: Menschen können sich Informationen besser merken, wenn es im Raum nach Rosmarin riecht.
  • Weihrauch lindert Entzündungen: Weihrauch kann bei rheumatischen und chronisch-entzündlichen Erkrankungen helfen.
  • Grapefruit für mehr Appetit: Sie wirkt euphorisierend und appetitanregend.
  • Menthol für mehr Konzentration: Untersuchungen an der Universität Wien ergaben, dass Menthol belebt, aktiviert und die Aufmerksamkeit steigert. Aromaspray neben dem Schreibtisch kann also helfen, konzentrierter zu arbeiten.
  • Ylang-Ylang steigert die Libido: Der Duft der Blüte gilt als besonders erotisch. In Indonesien verschönert man das Bett in der Hochzeitsnacht mit Ylang-Ylang-Blüten.
  • Mathe meistern mit Lavendel: Schwere Rechenaufgaben sollen leichter zu lösen sein, wenn es im Raum leicht nach Lavendel riecht, das ergaben wissenschaftliche Studien.
  • Lavendel zum Stressabbau: Der Duft von Lavendel hilft beim Entspannen und Einschlafen.
  • Zitrusduft fördert die Denkfähigkeit: Der Duft von Zitrusfrüchten ist belebend, luftreinigend, verhilft zu klarem Denken und kann sogar die Konzentrationsfähigkeit steigern.
  • Zimt kurbelt den Stoffwechsel an: Das Gewürz regt den Stoffwechsel. So kann Zimt-Duft unterstützen, wenn man Gewicht verlieren will.
  • Konzentrationshilfe Pfeffer: Wenn Teilnehmer in Meetings lange aufmerksam bleiben sollen, wird der Raum häufig mit Pfefferaromen vernebelt.
  • Gardenie wirkt beruhigend: Der jasminähnliche Geruch der Gardenie wirkt beruhigend, angstlösend und schlaffördernd – das haben Bochumer Forscher um Prof. Hatt entdeckt.
  • Sandelholz unterstütz die Wundheilung: Sandelholzöl stößt eine Zellreaktion durch Duftrezeptoren in der Haut an, die Wunden schneller heilen lässt.

Jeder Duft wird individuell bewertet

Der Mensch kann etwa mehr als eine Billion verschiedene Gerüche unterscheiden. Ob jemand einen Geruch mag oder nicht, ist nicht genetisch bedingt; vielmehr wird jeder Duft von jedem Menschen individuell bewertet. Diese Wertung ist jedoch stark vom Kulturkreis und der Erziehung abhängig. Wenn ein Duft erst einmal positiv abgespeichert wurde, wird er immer positiv bewertet.

Embryonen können bereits ab der 28. Schwangerschaftswoche riechen, das heißt sie nehmen Düfte wahr, denen ihre Mütter während der Schwangerschaft ausgesetzt sind. Forschungen konnten zeigen, dass sich ein Mensch oder ein Tier noch zwei Jahre nach der Geburt an diese Düfte erinnert.

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Können Düfte das Wohlbefinden beeinflussen?

Düfte haben im wahrsten Sinne des Wortes einen direkten Einfluss auf unsere Stimmung. Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass sie positive wie negative Gefühle erzeugen können – und damit dazu beitragen, ob wir uns wohlfühlen. Die Nase meldet die Duftinformationen unserem Gehirn, und zwar genau genommen unserem limbischen System, das unsere Emotionen und Stimmungen steuert.

So kann bereits ein einfaches Duftbad die Stimmung verändern. Ein Rosenöl-Vollbad wirkt beispielsweise entspannend. Und der Duft von Jasmin soll Stress auflösen und die Tore für sinnliches Erleben öffnen. Die Macht der Düfte und Aromen kann also ganz vielfältig und einfach eingesetzt werden und für mehr Ausgeglichenheit und Lebensfreude im Alltag sorgen.

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