24.11.2016

CLEVER GESPART Die Schnäppchenfee: Frauen sollten eigene Ideen verfolgen

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Waltraud Assmus betreibt das Internetportal Schnäppchenfee.de

Waltraud Assmus betreibt das Internetportal Schnäppchenfee.de

Mit ihrem Portal Schnäppchenfee.de etablierte sich Waltraut Aßmus als Königin der Schnäppchenjäger. Jeden Tag versorgt sie ihre Leserinnen mit Neuigkeiten. Wir sprachen mit ihr.

bildderfrau.de: Sie sind Gründerin des Internet-Portals „Schnäppchenfee.de“. Können Sie sich und Ihr Herzensprojekt unseren Leserinnen kurz vorstellen?

Waltraud Aßmus: Bei der Schnäppchenfee handelt es sich um den größten Schnäppchenblog für Frauen im deutschsprachigen Raum. Unsere Leserinnen und manchmal auch Leser finden hier jeden Tag die besten Schnäppchenangebote aus den Bereichen Mode, Kosmetik, Haushalt, Deko und Accessoires. Im Mai 2013 bin ich damit an den Start gegangen und heute hat die Seite über 220.000 Fans bei Facebook, jede Woche kommen rund eintausend neue Anhänger dazu.

Sie waren viele Jahre alleinerziehende Mutter, bis sie mit fast 50 Jahren das Internet für sich entdeckt haben. Was hat sie daran gereizt?

Naja, das Internet hat mich immer schon begeistert. Als Kundin mochte ich es einfach, rund um die Uhr shoppen zu können. Schnell landete ich auch auf Schnäppchenblogs. Dort gab es aber nur Sachen, die eher Männer begeistern: Computer, Kameras, Kettensägen und Handyverträge. Dann habe ich mir überlegt, genau in diesem Bereich meine neue berufliche Herausforderung zu wagen und gleichzeitig den Schritt in die Selbständigkeit zu machen.

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Beim Nachdenken ist es nicht geblieben, Sie gründeten kurzerhand ein eigenes Unternehmen, das Portal „Schnäppchenfee.de“. Wie kamen Sie auf die Idee, dieses Portal zu gründen?

Wie gesagt: Diese ganzen Schnäppchenblogs, die sich rund um die Interessen der Männer drehten, waren mir zu wenig. Ich wollte auch einen solchen Blog gründen, eine Webseite, die sich aber voll und ganz auf die Bedürfnisse der Frau ausrichtet. Heute bin ich in diesem Bereich marktführend.

Inspiriert hat mich dabei übrigens auch mein ältester Sohn Daniel. Er hat bei einer Zeitung gearbeitet und in seiner Freizeit zusammen mit seinem Freund Daniel Marx den Reiseblog www.urlaubsguru.de gestartet – das hat mich zusätzlich motiviert. Kern meines Vorhabens war aber mein eigener Charakter. Denn ich halte mich für eine der größten Schnäppchenjägerinnen im Internet überhaupt.

Schon oft haben im Vorfeld Freundinnen im Bekanntenkreis von diesem Talent profitiert – wenn ich mal wieder ein besonders günstiges Angebot gefunden habe. Eine zentrale Webseite, die all diese schönen Dinge des Lebens bündelt, gab es seinerzeit noch nicht und das ist jetzt eben www.schnaeppchenfee.de!

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Das Internet ist eine Welt für sich. Haben Sie sich alles selbst beigebracht oder sich auch Unterstützung gesucht?

Ich war schon viele Jahre im Vertrieb tätig und daher kam ich im Internet schon immer sehr gut zurecht. So neu waren die ganzen Sachen für mich also nicht. Ich habe mich selbst schlau gemacht, mich bei Netzwerken und in Foren angemeldet und mein Know-how so vertieft. Natürlich hat mir auch die enge Zusammenarbeit mit meinem Sohn, der ja auch ein erfolgreicher Internet-Unternehmer ist, sehr geholfen. Er hat mir die entscheidenden Tipps gegeben, wie man schnell erfolgreich wird.

Auf Ihrem Portal sind unzählige Schnäppchen und Sonderangebote zu finden. Wie können wir uns Ihre Arbeit vorstellen und schaffen Sie das alles ganz alleine?

Am Anfang habe ich alles vom heimischen Sofa aus alleine gemacht und das ist mit der Zeit dann natürlich auch mehr geworden. Am Anfang waren es nur zwei bis drei Blogposts pro Tag mit tollen Angeboten. Die große Nachfrage hat mich motiviert und es wurden zehn bis zwölf Einträge pro Tag.

Heute sind fünf Mitarbeiterinnen auf der Schnäppchenjagd und wir alle suchen jeden Tag die besten Deals, schreiben dazu Artikel und stellen sie online. Die Arbeit ist ziemlich komplex, denn es gibt so manche schwarze Schafe im Internet, da muss man genau aufpassen. Deshalb mache ich zum Beispiel Testkäufe bei Firmen, die ich noch nicht kenne.

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Anfangs haben wir uns nur auf die Schnäppchen konzentriert. Dann kamen in der Tat die Fragen aus unserer Community, ob wir nicht noch mehr liefern können. Das haben wir gern getan. Die Mode unterliegt ständigen Veränderungen – und das gilt auch für Innovationen im Bereich Kosmetik und in vielen anderen Bereichen unseres Lebens.

Die jungen Mitarbeiterinnen, die das Team der Schnäppchenfee verstärkt haben, bringen ihre ganz eigene Sicht der Dinge mit ins Team ein. Wir diskutieren über Trends, weil wir aufmerksam durch die Welt gehen und uns natürlich auch von anderen Blogs und Medien inspirieren lassen. Durch die geschickte Kombination verschiedener Strömungen und Meinungen entsteht wohl das, was modischer Zeitgeist genannt wird.

Von der Angestellten, Hausfrau und Mutter zur Unternehmerin – das ist ein gewaltiger Umstieg. Hat sich Ihr Leben sehr verändert und gab es auch Momente, in denen Sie diesen Schritt bereut haben?

Nein, bereut habe ich den Schritt bisher nie, weil ich ja jeden Tag die Erfolge sehe. Die Begeisterung der Leser für Schnäppchenfee.de wächst täglich – weil wir eben einen großen Mehrwert bieten. Es sind ja längst nicht nur Frauen, die sich bei uns inspirieren lassen, sondern auch fast 20 Prozent Männer, die auf der Suche nach Geschenk-Ideen für ihre Freundin oder Ehefrau zu uns kommen. Ob zum Geburtstag, Valentinstag oder ohne einen besonderen Anlass – dass wir hier zu einem wichtigen Ratgeber geworden sind, begeistert mich jeden Tag.

Ihr Portal hat schon über 220.000 Fans bei Facebook. Haben sie mit einem solchen Erfolg gerechnet?

Ganz ehrlich gesagt: ja. Weil ich von meinem Sohn Daniel wusste: Wenn das Angebot stimmt, dann kommen die Leser gerne wieder und sagen es auch weiter.

Sie scheinen ein sehr neugieriger Mensch zu sein, welche Pläne haben Sie für die Zukunft?

Ich möchte weiter mit der Schnäppchenfee expandieren. Schon heute nutzen die Tipps und Tricks auf Schnäppchenfee.de viele Frauen in Österreich und der Schweiz – wer weiß, vielleicht eines Tages in ganz Europa. Außerdem möchte ich, gerade in der angespannten wirtschaftlichen Lage, weiteren jungen Menschen eine berufliche Perspektive bieten und freue mich, wenn mein kleines Startup-Unternehmen weiterwachsen kann.

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Welche Tipps können Sie unseren Leserinnen geben, die vielleicht einen ähnlichen Schritt wagen möchten?

Wichtig ist, dass Frauen ihre eigenen Ideen verfolgen und sie sich nicht ausreden lassen. Es kann nicht schaden, es einfach mal zu versuchen. Natürlich gehört dazu eine gewisse Portion Mut und Selbstvertrauen, aber man kann es schaffen. Wichtig ist aus meiner Sicht aber auch, sich zuzutrauen, Fragen zu stellen und Rat einzuholen.

Denn niemand sollte blauäugig und ohne Fachwissen ein Geschäft eröffnen – weder in der analogen noch in der digitalen Welt. Ich habe mich mit einigen erfolgreichen Unternehmerinnen unterhalten und sie gefragt, was ihr Geheimnis ist. Die meisten von ihnen haben mir gesagt, dass sie bei Entscheidungen immer auf ihr Bauchgefühl, also auf ihre Intuition, hören. Das ist das Allerwichtigste.

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