03.08.2016

Clinton, Merkel, May& Co. So schaffen es Frauen bis ganz nach oben an die Spitze

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Bundeskanzlerin Angela Merkel und die britische Premierministerin Theresa May: Zwei Powerfrauen, die sich kontinuierlich nach oben gearbeitet haben.

Foto: imago

Bundeskanzlerin Angela Merkel und die britische Premierministerin Theresa May: Zwei Powerfrauen, die sich kontinuierlich nach oben gearbeitet haben.

Immer mehr Frauen erklimmen die Chefetagen in Politik und Wirtschaft. Doch Fleiß ist dabei keine Tugend. Diese Tipps sollten Sie beachten.

Es ist zum Greifen nah: Das mächtigste Staatsoberhaupt der Welt könnte bald eine Frau sein. Hillary Clinton ist auf dem Weg, die erste Präsidentin in der Geschichte der Vereinigten Staaten zu werden. Die Deutschen haben dagegen bereits seit 2005 mit Angela Merkel eine Frau an der politischen Spitze. Anfangs als "Helmut Kohls Mädchen" belächelt, hat die Pfarrerstochter und ehemalige Physikerin einige ihrer männlichen Kollegen sehr schnell in ihre Schranken verwiesen. In England sitzt seit 63 Jahren Queen Elisabeth II. auf dem Thron und wird seit kurzem von Theresa May unterstützt, Großbritanniens neue Premierministerin.

Auch außerhalb der Politik behaupten sich immer häufiger Managerinnen in den Chefetagen. Frauen, wie die Eigentümerin des Bertelsmann-Konzerns Liz Mohn, die Trumpf-Chefin Nicola Leibinger-Kammüller und Deutschlands mächtigste Medienmanagerin Anke Schäferkordt haben in ihren Unternehmen das Sagen. Facebook, General Motors, Pepsi: Einige der größten Konzerne der Welt werden mit Sheryl Sandberg, Mary Barra und Indra Nooyi ebenfalls von Frauen geführt.

Doch sind Frauen in Spitzenpositionen wirklich so viel anders als ihre männlichen Kollegen?

Glaubt man aktuellen Studien, so führen Frauen tatsächlich anders als Männer. Sie gelten als teamfähiger, fürsorglicher und kreativer. Auf der anderen Seite sind sie zuweilen auch mutiger, realistischer und stressresistenter. Statussymbole sind ihnen nicht so wichtig, weibliche Chefs setzen bei ihren Mitarbeitern eher auf Weiterbildung statt auf Dienstwagen oder hohe Boni. Des Weiteren spricht man Frauen höhere soziale Kompetenzen zu als ihren männlichen Kollegen, aus persönlichen Erfahrungen wissen sie, wie wichtig die Vereinbarkeit von Beruf und Familie ist. Sie sind es auch, die zum Geburtstag gratulieren und Kuchen mitbringen und damit für ein gutes Betriebsklima sorgen.

Doch diese weiblichen Tugenden können auf dem Wege nach oben auch hinderlich sein. Wer fleißig ist, kann alles erreichen, denken vor allen Dingen Frauen. Wesentlich wichtiger sind jedoch eine gute Ausbildung, Netzwerke und Kontakte. Das Feierabendbier mit dem Chef kann durchaus zum Karriere-Turbo werden.

So machen Sie als Frau Karriere

Trotz einiger rühmlicher Ausnahmen gehören die Top-Jobs meist noch den Männern. Schaut man sich beispielsweise nur Bilder vom G7-Gipfel in Japan an, sieht man als einzigen weiblichen Farbtupfer Angela Merkel zwischen all ihren dunkel gekleideten männlichen Kollegen. Zukünftig erhält sie Unterstützung von Theresa May und eventuell auch Hillary Clinton. Ein Blick auf die Lebensläufe der drei Damen zeigt: Karriere passiert nicht, sie wird gemacht. Hier unterscheiden sie sich kaum von den Männern.

Ein vermeintliches Manko haben die drei Politikerinnen in ein großes Plus umgewandelt: Frauen glauben häufig, wesentlich mehr leisten zu müssen als ein Mann, um wertgeschätzt zu werden. Sie sind leiser und häufig leider auch weniger selbstbewusst. Dieses mangelnde Selbstbewusstsein gleichen viele aber mit Beharrlichkeit und eisernen Willen aus.

Selbstbewusstsein, Durchsetzungskraft und den Willen zur Verantwortung

Branchenübergreifend gilt: Mindestens eine Fremdsprache müssen Sie perfekt beherrschen. Ferner sollten sich Frauen mehr auf das "Netzwerken" konzentrieren. Häufig arbeiten Frauen noch schnell etwas weg oder gehen nach Hause zu ihrer Familie, während Männer bereits bei einem Glas Bier, oder ganz klassisch dem Golfspielen oder Fußball, über kommende Geschäfte sprechen - und damit auf der Karriereleiter kontinuierlich ein Stück nach oben klettern. Viele Frauen wollen von allen gemocht werden - und genau das ist unmöglich. Mögen müssen Sie Freunde und Familie, im Beruf ist es dagegen wichtig, respektiert zu werden. Sich durchzubeißen, Macht zu übernehmen und an der Spitze zu behaupten, dazu fehlt vielen Frauen immer noch der Mut.

Diese Eigenschaften helfen auf dem Weg zum Erfolg: Selbstbewusstsein, Durchsetzungskraft und Verantwortungswillen. Auch sollte Frau die Fähigkeit besitzen, Kritik nicht zu persönlich zu nehmen. Zudem warten viele weibliche Angestellte darauf, "entdeckt" zu werden. Sie müssen lernen, eigene Ansprüche zu formulieren, sich ins Gespräch bringen. Karriereabsichten kann ein Chef nicht unbedingt erahnen. Außerdem sollten Frauen nicht zu viel von sich verlangen, ihren Perfektionismus etwas zurückschrauben. Frauen in Top-Positionen managen Haushalt, Familie und den 24-Stunden-Job. Da ist es durchaus legitim, auch mal nicht so perfekt zu sein, sich beispielsweise eine Haushaltshilfe oder professionelle Kinderbetreuung zu nehmen.

Mut zu Konflikten

Man braucht also definitiv ein dickes Fell. Denn auf dem steinigen Weg nach oben kommen natürlich die Neider ins Spiel. Mit Konkurrenz muss man erst einmal umgehen können, Frauen umschiffen gern diesen Aspekt und empfinden den Wettstreit untereinander bedrohlicher als Männer. Diese sehen den Konkurrenzdruck ganz programmatisch, es geht ihnen um das Projekt, den Aufstieg, die Gehaltserhöhung. Frauen nehmen den Konkurrenzkampf häufig persönlich. Es ist ratsam, "offen zu konkurrieren", ebenso wie der männliche Kollege seine beruflichen Leistungen in der Team-Sitzung selbstbewusst zu präsentieren und gern auch einmal in den Vordergrund zu spielen.

Rückschläge meistern

Ist man endlich an der Spitze angekommen, wird es in der Regel nicht einfacher. Absagen und Misserfolge gehören einfach dazu. Diese Erfahrung machen Spitzenpolitiker und Wirtschaftsbosse immer wieder. Doch Männer gehen damit häufig wesentlich sportlicher um als Frauen, die lange mit sich hadern und überlegen, was sie hätten besser machen können und schnell das Handtuch werfen. Hier gilt die Devise: Stolpern, hinfallen, kurz sammeln und wieder aufstehen. Auch Angela Merkel musste in ihrer EU-Politik schon derbe Rückschläge einstecken, hat aber nie ihre Rolle als Bundeskanzlerin in Frage gestellt.

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