08.05.2016 - 15:00

Sich wohlfühlen mit Houzz Wie wird Geschirr sauberer, von Hand gespült oder in der Maschine?

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Foto: ©istock/igzz

Geschirrspüler kosten weniger Wasser, Zeit und Nerven – stimmt das? Oder ist Spülen per Hand besser? 10 Thesen zum Spülen auf dem Prüfstand.

Bei kaum einer Haushaltsfrage scheiden sich die Geister so sehr wie bei der, ob es sinnvoller ist, mit der Hand zu spülen oder die Aufgabe einer Geschirrspülmaschine zu überlassen. Mit welcher Methode wird das Geschirr sauberer? Und welche verbraucht weniger Wasser?

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Wir haben Houzzer in neun Ländern (Deutschland, Russland, Italien, Spanien, Frankreich, Japan, USA, Großbritannien und Australien) um ihre Meinung gebeten. Mit einer Reihe von Umfragen und Diskussionen versuchten wir, herauszubekommen, ob sich in den Antworten auch kulturelle Unterschiede niederschlagen, und was wir möglicherweise daraus lernen können. Fest steht: Schmutziges Geschirr bleibt ein heikles Thema – überall auf der Welt.

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Der Geschirrspüler macht das Rennen – aber es gibt eine starke Minderheit

Das Ergebnis unserer Umfrage ist deutlich: In allen Ländern, außer Japan, packt eine klare Mehrheit der Teilnehmer ihr Geschirr lieber in die Spülmaschine, als es per Hand zu reinigen.

Im Durchschnitt votierten 60 bis 70 Prozent der Befragten für den Geschirrspüler – mit Ausnahme der Japaner, die mit einer knappen Mehrheit das Geschirr lieber mit der Hand spülen. Valérie , die in der französischen Houzz-Community geantwortet hat, fällt die Entscheidung leicht: „Ohne meinen Geschirrspüler könnte ich nicht leben. Er spart mir eine Menge Zeit und ist viel ökologischer. Übrigens sind auch meine Hände sehr dankbar dafür, dass die Maschine den Job erledigt.“

In den USA entschieden sich 67 Prozent der Umfrage-Teilnehmer für die Geschirrspülmaschine. US-Houzzer nnigrt merkt an: „Manchmal fege ich die Küche lieber, anstatt dort zu staubsaugen. Manchmal backe ich auch lieber mein eigenes Brot, statt zum Bioladen zu laufen. Aber es ist noch nie vorgekommen, dass ich mir dachte: ‚Ach, heute bleibt der Geschirrspüler mal aus, ich mach’s wie früher und spüle das Frühstücksgeschirr schön mit der Hand.‘“

Aber es gibt auch Gründe, die für das Spülen per Hand sprechen. Der Anteil der Befragten, die sich auf diese Seite schlagen, liegt in den meisten Ländern (Japan wieder ausgenommen) immerhin bei 30 bis 40 Prozent (wobei es in Deutschland nur 20 Prozent waren – wir lieben eben Technik!). Lorella Dia, Inhaberin von Milan Chic Chandeliers, hat sich auf Houzz Italien dazu geäußert. Sie kann gut verstehen, warum eine große Familie, die viel Geschirr nutzt, eine Spülmaschine braucht. Aber wenn der Haushalt nur aus zwei Personen besteht, ist das Spülen per Hand vielleicht die bessere Option – und womöglich die romantischere? „In der Zeit, in der sie spülen, können zwei Menschen sich gegenseitig helfen und dabei noch ein Schwätzchen halten“, findet sie. „Wie in einem dieser alten, romantischen Filme.“

Schauen wir uns doch mal genauer an, was für oder gegen die beiden Varianten ins Feld geführt wird. Vielleicht verstehen wir dann, warum einige von der großen Zeitersparnis schwärmen, während andere mit Inbrunst ihr Geschirr in der Spüle saubermachen.

1. These: „Spülmaschinen verbrauchen weniger Wasser“

Antwort: Richtig – aber das gilt auch für effektives Spülen per Hand.

Eine Studie, die die Universität Bonn 2009 an britischen Verbrauchern durchführte, kam zu folgendem Ergebnis: Wer mit der Hand spült, verbraucht dabei im Durchschnitt 49 Liter Wasser, während die Spülmaschine mit 13 Litern auskommt.

2011 kam die Umweltorganisation U.S. Natural Resources Defense Council (NRDC) zu einem ähnlichen Schluss. Moderne Maschinen, die mit dem Energy Starausgezeichnet sind, verbrauchten durchschnittlich 14 bis 23 Liter Wasser. Verglichen mit den 36 Litern, die im Schnitt bei effektivem Spülen per Hand anfallen, scheint die Maschine deutlich vorn zu liegen. Aber es lohnt sich, genauer hinzusehen.

Was bedeutet es eigentlich, effektiv per Hand zu spülen? Die gemeinnützige britische Organisation Waterwise, die sich für einen sparsamen Umgang mit Wasser einsetzt, hat ausgerechnet, wieviel Wasser pro Minute durch einen Wasserhahn fließt: Die Menge schwankt je nach Modell zwischen 2 und 25 Liter!

Nach den Berechnungen von Waterwise sind Wasserhähne und Spülmaschinen für 8 bis 14 Prozent des Wasserverbrauchs in einem Haushalt verantwortlich. Fließendes Wasser lässt sich laut Waterwise sparen, wenn der Wasserhahn mit einem Strahlregler ausgerüstet ist, der die Durchflussmenge reguliert. Beim Spülen sollte der Wasserhahn aber ohnehin nicht die ganze Zeit laufen, empfiehlt die Organisation – das Geschirr im Spülbecken einzuweichen, könne bis zu 50 Prozent Wasser sparen. Für das Nachspülen reicht ein zweites Bassin oder eine Schüssel mit klarem Wasser. So lässt sich der Wasserverbrauch beim Spülen mit Hand auf den einer modernen Spülmaschine reduzieren.

Wer sein Geschirr hingegen komplett unter fließendem Wasser abspült, verbraucht laut NRDC sogar durchschnittlich 123 Liter Wasser pro Spülgang. Oha! Tun Sie das besser nicht.

Bedenken Sie auch, dass es stark vom Modell des Geschirrspülers abhängt, wie viel Wasser er verbraucht. Nicht in jeder Küche steht eines der energieeffizienten Produkte, die mittlerweile zu haben sind. Ältere Modelle verbrauchen manchmal bis zu 50 Liter Wasser pro Spülgang, bei modernen Varianten liegt die Menge bei 10 Litern oder noch darunter.

Um mit der Spülmaschine Wasser zu sparen, empfiehlt Waterwise:

  • Passen Sie die Größe des Geschirrspülers auf Ihre tatsächlichen Bedürfnisse an. Wenn Sie alleine leben, muss die Maschine nicht so groß sein, dass 12 Gedecke hineinpassen; ein Fassungsvermögen von 9 Gedecken reicht völlig aus
  • Nutzen Sie das Öko- oder Sparprogramm Ihrer Maschine. Dabei wird weniger Wasser und Energie verbraucht
  • Vorspülen ist nicht notwendig, wenn Sie eine moderne Maschine haben und einen guten Geschirrreiniger verwenden

2. These: „Eine Spülmaschine spart Zeit.“

Antwort: Stimmt – aber es gibt Unterschiede.

Viele Spülmaschinenbesitzer fragen sich, wie sie jemals ohne das Gerät leben konnten. Einige benutzen die Maschine längst nicht nur für schmutziges Geschirr. „Futternäpfe, Schlüssel, Baseballkappen, Spielsachen, leere Erdnussbuttergläser und Topfreiniger aus Stahlwolle – alles rein in die Spülmaschine“, empfiehlt dahupaylo aus den USA. „In einer Stunde kannst du wiederkommen, dann ist alles blitzsauber.“

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Aber wer nie einen Geschirrspüler besessen hat und dann plötzlich einen sein eigen nennen darf, stellt oft mit Überraschung fest, dass man trotzdem noch einige Arbeit investieren muss. Die Teller müssen immer noch von Speiseresten befreit werden, die Maschine will richtig befüllt werden, anschließend muss man das Geschirr ausräumen. All das braucht Zeit – wenn auch nicht soviel wie beim Spülen mit Hand.

Aus der Studie der Universität Bonn ging hervor, dass Menschen, die per Hand spülen, dafür durchschnittlich 60 Minuten brauchen, während Spülmaschinenbesitzer für das Ein- und Ausräumen der Maschine 9 Minuten benötigen. Die Reinigung dauert in einem Geschirrspüler zwei bis drei Stunden, wie die amerikanischen Produkttester von „Consumer Reports“ (eine Art Stiftung Warentest) ermittelt haben. Eine Zeitspanne, in der sich alles Mögliche erledigen lässt.

Aber nicht jeder hat das Gefühl, dass ein Geschirrspüler wirklich Zeit spart. „Spülen ist zwar nicht meine Lieblingsaufgabe, aber mit den Ergebnissen bin ich viel zufriedener“, kommentiert Janine Ferris auf Houzz-Australien. „Keine zerkratzten, schmierigen Gläser. Mit Einräumen, Ausräumen und dem Abtrocknen der Plastiksachen, die in der Maschine nie richtig trocken werden, bräuchte ich fast so viel Zeit wie zum Spülen mit der Hand.“ Auch User marthabohr aus Deutschland macht die Erfahrung, dass Handspülen manchmal von Vorteil ist – zum Beispiel bei manchem Besteck, an dem in der Spülmaschine oft Essensreste kleben blieben, was dann doppelte Arbeit mache.

Ein- und ausräumen: Beides braucht seine Zeit. Aber eine Umfrage von Houzz USA zeigt, dass 67 Prozent der Befragten die Spülmaschine lieber ein- als ausräumen. Ein Grund dafür ist, dass viele Menschen ihre ganz eigene Methode dafür haben – und ihrem Partner nicht zutrauen, dass er es richtig macht. „Keiner räumt die Maschine richtig ein, deshalb muss ich die Sachen so oder so noch umräumen“, sagt Whitney Wadsworthaus den USA. „Was soll ich dazu noch sagen? Es ist wie eine Krankheit. Was ich jedenfalls überhaupt nicht mag, ist das Ausräumen. Warum? Ich habe keine Ahnung.“

Wer sein Geschirr mit der Hand wäscht, muss es natürlich noch in ein Abtropfgestell räumen oder mit einem Geschirrtuch abtrocknen, und beides kostet Zeit. In den USA gaben 72 Prozent der Umfrageteilnehmer an, dass sie ihr Geschirr lieber im Gestell trocknen lassen, als die Aufgabe mit einem Geschirrtuch selbst zu erledigen. Nicht viel anders ist das in Australien oder Italien. Die Abtropfgestelle allerdings unterscheiden sich von Land zu Land. In vielen italienischen, aber auch französischen und russischen Küchen sind über der Spüle Küchenschränke angebracht, die mit einem Trockengestell für Geschirr ausgerüstet sind.

3. These: „Spülmaschinen sind hygienischer.“

Antwort: Stimmt – ist aber nicht unbedingt nötig.

Auch Geschirrspüler mit Energy Star können die Wassertemperatur noch auf 60 Grad bringen und dadurch mehr Bakterien abtöten, als es beim Spülen per Hand der Fall ist. Aber das ist nicht notwendig, hat möglicherweise noch nicht einmal Vorteile. „Geschirr in der Spülmaschine mit hohen Temperaturen zu reinigen trägt sicherlich dazu bei, pathogene Keime unschädlich zu machen. Das Problem ist nur: Mikroben können auch nützlich sein“, sagt Jonathan Eisen, Professor für mikrobielle Diversität an der University of California in Davis.

Er weist auf eine schwedische Studie hin, die Anfang 2015 in der Zeitschrift „Pediatrics“ veröffentlicht wurde. Die Untersuchung kommt zu dem Schluss, durch das Spülen per Hand lasse sich möglicherweise das Risiko reduzieren, dass Kinder allergische Erkrankungen wie Asthma oder Ekzeme entwickeln. „Wir vermuten, dass eine weniger gründliche Reinigung des Geschirrs zu einer Toleranz gegenüber erhöhter mikrobieller Belastung führt“, schrieben Bill Hesselmar, Anna Hicke-Roberts and Goran Wennergren im Fazit der Studie.

Eisen sieht das ähnlich. „Wir müssen die Menschen von der Vorstellung abbringen, das Ziel bestehe darin, sämtliche Mikroben abzutöten. Viele davon sind eher gut für uns“, erläutert der Experte. „Es gibt mittlerweile viele Belege dafür, dass übermäßige Sauberkeit gefährlich ist. Bei Kindern ist das auf jeden Fall so. Wenn Sie Geschirr mit der Hand waschen und es anschließend abtropfen und trocknen lassen, haben Sie damit schon alle potenziell gefährlichen Organismen unschädlich gemacht.“

4. These: „In Spülmaschinen wird das Geschirr nicht so sauber.“

Antwort: Stimmt nur selten.

Lucinda Ottusch vom Whirlpool Institute of Home Science hat im Gespräch mit Verbrauchern festgestellt, dass viele die Programme ihrer Maschine nicht nutzen. Mithilfe dieser Einstellungen lässt sich die Dauer eines Spülgangs verlängern, wenn stark verschmutztes Geschirr gereinigt werden soll; ist die Maschinen nur zu einem Teil beladen, kann man den Spülgang verkürzen.

Ottusch empfiehlt, sich die Gebrauchsanweisung der Spülmaschine gründlich anzuschauen. In den vergangenen Jahren hat es viele technologische Neuerungen gegeben, die Zeit und Geld sparen können. Die Anleitungen enthalten oft sogar Tipps, wie man die Maschine am besten einräumt und die Gestelle so herrichtet, dass das Geschirr effektiv gesäubert wird.

2015 wurden an der University of Birmingham in Großbritannien die Fließbewegungen des Wassers in Spülmaschinen untersucht und die optimale Aufstellung des Geschirrs berechnet: In einer kreisförmigen Anordnung um die Mitte sollte Geschirr mit kohlehydratreichen Speiseresten eher im Zentrum stehen (weil dort die Wasserstrahlen am stärksten sind), während eher eiweißhaltige Verunreinigungen auch von den schwächeren Wasserstrahlen am Rand noch in ausreichendem Maße entfernt werden. Dieser Königsweg der Geschirraufstellung ist nicht einfach umzusetzen, zumal die herkömmlichen Geschirrkörbe nicht kreisförmig aufgebaut sind. Aber einen Versuch ist es allemal wert.

5. These: „Das Besteck sollte im Geschirrspüler mit dem Griff nach unten zeigen.“

Antwort: Richtig – und falsch.

In dieser Frage gehen die Meinungen auseinander. Umfragen von Houzz in Großbritannien, Australien und den USA ergaben, dass etwa die Hälfte der Spülmaschinenbesitzer ihr Besteck gerne mit dem Griff nach unten in die Körbe legt. „Ich habe das Gefühl, dass sie dann sauberer werden“, schreibt armipeg aus den USA. Die andere Hälfte der Befragten platziert die Griffe lieber nach oben, weil sie sich auf diese Weise besser aus den Körben nehmen lassen.

Die meisten Befragten stimmen überein, dass scharfe Messer entweder per Hand gespült, in ein flaches Besteckgestell gelegt oder mit dem Griff nach oben in den Besteckkorb gesteckt werden sollten, um Verletzungen oder gar Todesfällen vorzubeugen. (2003 berichtete der Guardian von einem tödlichen Unfall, bei dem eine 31-jährige Britin auf ein nach oben weisendes Messer im offenen Geschirrspüler gefallen war. Sechs Jahre zuvor war dem Bericht zufolge bereits ein 12-jähriger Junge auf gleiche Weise zu Tode gekommen.)

6. These: „Spülmaschinen sind laut.“

Antwort: Kommt auf das Modell an.

Ältere Geschirrspüler können unangenehm laut sein. Wenn Sie sich einen Film anschauen oder ein ruhiges Gespräch im Freundeskreis führen möchten, könnten Sie versucht sein, den Spülgang erst gar nicht zu starten. Unter den neueren Maschinen gibt es Modelle, die besonders leise sein können – bis zu dem Punkt, an dem man kaum noch mitbekommt, ob die Maschine an- oder ausgeschaltet ist – was auch seine Vor- und Nachteile hat.

7. These: „Spülen schafft ein Gemeinschaftserlebnis.“

Antwort: Richtig – aber auch wenn die Spülmaschine läuft, lässt sich gemeinsam etwas erleben.

Einige Leser berichteten uns, dass sie ihre Geschirrspüler wieder abgeschafft haben, weil sie die gemeinsame Zeit vermissten, die sich mit Partnern, Freunden oder Familie beim Spülen verbracht hatten. Beim Spülen, so hörten wir, könne man sich wunderbar unterhalten, ernste Gespräche führen, Musik hören und sogar spielen oder tanzen. „Das gemeinsame Spülen, Abtrocknen und Einräumen von Geschirr war früher überall ein Anlass, bei dem die Familie zusammenkam“, erinnert sich sjp777 aus Australien. „Nach dem Essen haben alle miteinander daran gearbeitet, diese Aufgabe zu erledigen. Schade, dass dieses ‚Ritual‘ aus dem Alltag der meisten Familien verschwunden ist. Aber wir halten noch daran fest.“

Das sieht auch Mark aus den USA so: „Wir haben ein wunderbares Zuhause, in dem viel Platz ist, und zum Glück können wir uns auch eine hochwertige Küchenausrüstung leisten, aber eine Spülmaschine kommt uns nicht ins Haus. Es hört sich vielleicht verrückt an, aber wir genießen es einfach, zusammenzukommen und uns zu erzählen, was wir den Tag über erlebt haben, während wir das Geschirr spülen, abtrocknen und in die Schränke räumen. Für uns ist das Spülen eine Auszeit von unserem hektischen Arbeitstag, wir freuen uns richtig darauf. Und wie in unserer Teenagerzeit haben wir immer noch Spaß daran, uns mit feuchten Geschirrtüchern zu bewerfen … Mit einer Spülmaschine geht das nicht!“

Für die Extrazeit, in der die Maschine den Spüljob erledigt, haben aber viele Menschen ebenso gute Verwendung. „Wir haben zwei sehr kleine Kinder. In der Zeit, die wir durch die Spülmaschine gewinnen, können wir mehr mit ihnen spielen oder die Zimmer aufräumen, in denen sie gewütet haben“, berichtet der britische Houzzer Michael Morton. Aus Australien kommt Zustimmung von mcxu8 : „Als ich anfing, zu arbeiten, fand ich es ermüdend, jeden Tag mindestens eine halbe Stunde Geschirr zu spülen. Die Spülmaschine spart mir Zeit, in der ich mich nach meinem Arbeitstag erholen kann.“

8. These: „Nach jeder Mahlzeit sollte man das Geschirr spülen.“

Antwort: Stimmt – meistens.

Zu welcher Zeit sollte man sich – unabhängig ob per Hand oder mit der Maschine – um das schmutzige Geschirr kümmern? Die meisten Menschen nehmen die Aufgabe am liebsten in Angriff, wenn sie mit dem Essen fertig sind. Bei Houzz-Umfragen in Italien und den USA gab die Mehrheit der Befragten an, sich der Aufgabe sofort nach den Mahlzeiten zu widmen. „Warum erst Geschirr stapeln?“ wundert sich Erica Bagnasco aus Italien. „Besser, man macht das gleich nach dem Essen.“

Es gibt allerdings auch Ausnahmen. Wenn Gäste zum Abendessen oder zur Dinnerparty eingeladen sind, wird der Tisch freigeräumt und ein Kaffee aufgesetzt – dann gehen in entspanntem Rahmen die Gespräche weiter. Bei solchen Anlässen ist kaum jemand geneigt, die Geschirrstapel zu bewältigen, sobald die Gäste das Besteck sinken lassen.

9. These: „Per Hand zu spülen hat eine therapeutische Wirkung.“

Antwort: Auf manche Menschen trifft das tatsächlich zu.

Psychologisch kann es wirksam sein, wieder mehr mit den Händen zu arbeiten, und das gilt auch für das Spülen per Hand. Für viele Menschen ist es eine kathartische und genussvolle Angelegenheit. „Beim Spülen kann man wirklich gut nachdenken und allerhand Probleme entwirren“, kommentierte Laura Tallarida aus Italien.

Robert Hergeth, Mitarbeiter bei Houzz Deutschland, stimmt zu: „Es ist sehr beruhigend, alleine am Spülbecken zu stehen.“ Eine Einstellung, mit der auch der US-Houzzer mirador etwas anfangen kann: „Ich genieße es regelrecht, zu spülen. Es geht mir leicht von der Hand, vermittelt mir Zufriedenheit und ist geradezu kontemplativ.“

Spülen als Meditationsübung? Eine Studie der Florida State University legt diese Perspektive nahe. Die Zeitschrift „Mindfulnessstellte die Untersuchung im Oktober 2015 vor: Den Teilnehmern, die beim Geschirrspülen eine achtsame Haltung einnahmen – also ihre Wahrnehmung auf den Duft des Spülmittels, die Wärme des Wassers und die Formen und Oberflächen des Geschirrs lenkten –, gelang es besser, ihren Geist anzuregen und innere Spannungen abzulegen, als den Teilnehmern in der Kontrollgruppe.

10. These: „Empfindliches Geschirr sollte per Hand gespült werden.“

Antwort: Unbedingt!

Dass wertvolles Geschirr nicht in die Maschine gehört, lässt sich nicht bestreiten. Wer wäre schon bereit, Omis gutes Porzellan einem Geschirrspüler anvertrauen? Dinge, die Ihnen besonders viel bedeuten, bedürfen einer aufmerksamen Behandlung. Das gilt auch für gute Messer, die ihre Schärfe behalten sollen.

Japanisches Geschirr besteht oft aus Töpferware oder kunstvoll lackierten Holzgefäßen. Auch diese Gegenstände gehören nicht in die Spülmaschine – was erklärt, warum unter japanischen Houzzern 54 Prozent der Teilnehmer angaben, dass sie lieber per Hand spülen. „Lackkunstgefäße oder teure Gläser kommen mir nicht in den Geschirrspüler“, sagt der japanische Journalist Miki Anzai. „Auch Besteck hat in der Maschine nichts zu suchen, ebensowenig wie vergoldetes oder versilbertes Geschirr.“

Yukiko Tahara, die in Tokio den Küchenausstatter LiB Contents betreibt, hat festgestellt, dass etwa 70 Prozent ihrer Kundinnen und Kunden einen neuen Geschirrspüler haben möchten, wenn sie ihre Küche umgestalten lassen. Ungefähr 15 Prozent geben an, dass sie keinen benötigen, und weitere 15 Prozent entscheiden sich gegen das Gerät, wenn sie erfahren, wieviel Platz es benötigt. „In Japan sind die Küchen durchschnittlich wesentlich kleiner als zum Beispiel in den USA“, sagt sie.

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