31.03.2016

Reisebericht Fünf Dinge, die man auf Sansibar erlebt haben muss

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Türkisblaues Wasser, Korallenriffe, perlweiße Palmenstrände, dazu der Duft von Nelken, Zimt, Vanille – das ist Sansibar. Und noch viel mehr. Was man auf der ostafrikanischen Trauminsel keinesfalls verpassen sollte...

Sich in den Gassen von Stone Town verirren

Stone Town, oder auch Zanzibar City, ist das kulturelle Zentrum der Insel. Das Leben pulsiert vor allem in dem engen Gassengewirr der historischen Altstadt, dessen Häuser die Araber vor 300 Jahren aus Korallenstein gebaut haben. Statt einen Guide zu engagieren, sollte man sich lieber selbst auf Entdeckungsreise begeben und sich vor allem Zeit nehmen. Vorbei geht es kunstvoll geschnitzten Türen, kleinen Geschäften, Kunst-Galerien und historischen Sehenswürdigkeiten wie das „House of Wonders“.

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Highlight ist der trubelbunte Darajani Markt, auf dem die exotischsten Früchte und Gewürze lautschreiend feilgeboten werden. Die Gassen sind so angelegt, dass man zwar das Gefühl hat, sich zu verirren, aber irgendwann unweigerlich wieder dort herauskommt, wo man angefangen hat. Der Dachgarten des Emerson Hurumzi Hotel eignet sich perfekt fürs Mittagessen. Gebettet auf orientalischen Kissen gibt es hier nicht nur feinste sansibarische Küche, sondern auch ein frisches Lüftchen, samt Blick über die Stadt bis zum Meer.

Safari Blue – Meer, Delfine und Korallen

Apropos Meer: Davon kann man auf Sansibar nicht genug bekommen. Erst recht nach einer Stadt-Odyssee bei 35 Grad im Schatten. Die Tagestour „Safari Blue“ bietet Meer und … mehr, nämlich Delfine, traumschöne Korallenriffe und Mittagessen auf einer einsamen Insel. Start ist morgens, unweit von Stone Town. Mit einem kleinen Boot geht es zunächst hinaus Richtung Türkisblau. Es dauert keine zehn Minuten, bis sich die ersten Delfine zeigen, die munter mit dem Bug um die Wette schwimmen. Halt wird über zwei verschieden Riffen gemacht mit genug Zeit, das Treiben der bunten Fische zwischen den Korallen zu beobachten. Bis das Boot schließlich vor dem unbewohnten Kwale Island vor Anker geht, wo unter Sonnensegeln gegrillter Fisch, Gemüse und tropische Früchte serviert werden. So kitschig wie sich das anhört, so schön ist es auch – sofern man in der Nebensaison bucht und nicht mit 20 anderen Booten unterwegs ist. Spürbar ist, dass die Safari-Kapitäne Spaß an ihrer Arbeit haben. Großartig ist, dass Plastik weder auf den Booten noch auf der Insel etwas zu suchen hat. Und auch der Anker wird neben dem Riff und nicht achtlos auf die empfindlichen Korallen ausgeworfen. Safari Blue ist eine tolle „All in one“-Unternehmung und damit ein Muss für jeden Sansibar-Urlauber.

www.safariblue.net, ca. 60 Euro pro Person, inklusive Schnorchelausrüstung, Mittagessen, Snacks und Getränken

Eine Gewürzfarm besuchen

Einfach mal da hingehen, wo der Pfeffer wächst. Und nicht nur Pfeffer. Auf Sansibar wächst alles, was aus Nahrung köstliche Speisen macht: Nelken, Zimt, Kardamom, Curry-Gewürze, Muskat, Vanille und vieles mehr. Während die Sklavenhandel-Vergangenheit ein dunkles Kapitel darstellt, ist man nach wie vor stolz darauf, seit dem 18. Jahrhundert ein wichtiger Ort für den internationalen Gewürzhandel zu sein. Um die Gewürzfarmen kennenzulernen, kann man über sein Hotel eine Gewürz-Tour buchen, oder weitaus kostengünstiger spontan dort auftauchen. Die Farmer laden die Gäste zu einem spannenden Rundgang ein, in dem es vor allem ums Riechen, Schmecken und Fühlen geht. Sie erklären – gewürzt mit einer Prise Humor – welche Gewürze Krankheiten heilen, aphrodisierend wirken und dass Pfeffer eigentlich eine Parasit-Pflanze ist, die zu schwachen Bäumen schnell den Garaus machen kann. Am Ende der Tour sollte man sich mit seinen Lieblings-Gewürzen eindecken, die man so hochwertig und günstig (ca. 1 Euro die Packung) sonst nirgendwo bekommt.

Gewürzfarmen gibt es viele, besonders schön ist beispielsweise die Bwa Mzee Spice Farm im Dörfchen Mitakawani.

Das Hinterland per Rad erkunden

Was kaum jemand weiß: Sansibar lässt sich perfekt mit dem Fahrrad erkunden. Wer zwischen Strandliege und Büffet irgendwann Bewegungsmangel verspürt, braucht Juma Lukondya! Schon als 12-jähriges Waisenkind wusste er, dass er Radprofi werden möchte. Heute ist der mehrfache Gewinner großer, internationaler Radrennen so etwas wie ein Insel-Promi. Juma kennt jeden Pfad, jedes Eckchen, das sich mit dem Fahrrad erkunden lässt und weiß, wie viel sonnenunverwöhnte Europäer vertragen können. Er bietet Halbtagestouren durch den Dschungel, bis hin zu mehrtägigen Inselerkundungen an. Natürlich weiß er die Fahrten als Einheimischer mit jeder Menge Geschichten und Insiderwissen aufzupeppen. Was vor allem fasziniert, ist seine lebenbejahende Art und seine Liebe für den Radsport. Juma, der übrigens eng mit der Red Monkey Lodge: Barfuß und faul auf Sansibar zusammenarbeitet, ist eine inspirierende Persönlichkeit und führt einen in Gegenden, die sonst kein Sansibar-Tourist zu sehen bekommt.

www.bikezanzibar.com

Der Puderstrand von Matemwe

Der Strand des im Nordosten gelegene Fischerdörfchens Matemwe könnte direkt von einer Postkarte stammen. Ohne Nachbearbeitung mit Photoshop, versteht sich. Weißer Sand, so fein, das jeder Schritt zu einer fluffigen Angelegenheit wird, gesäumt von rauschenden Palmen auf der einen, und azurblauem Wasser auf der anderen Seite. Beim Spaziergang hat man den sieben Kilometer langen Strand an manchen Abschnitten fast für sich alleine. Hier und da spaziert ein hochgewachsener Maasai-Krieger im wehendem Gewand vorbei, einheimische Kinder spielen Fußball und Fischer gehen ihrer Arbeit nach. Obwohl es hier natürlich auch Touristen gibt, sind sie nicht in der Überzahl. Ein Wunder, dass dieses Fleckchen Schönheit nach wie vor so einsam ist! Wer hier nächtigen möchte, findet beispielsweise im Gästehaus „Utupoa“ eine liebeswerte Unterkunft. Tim und Joyce haben sich hier einen Traum verwirklicht und einen phantasievollen Ort aus kleinen Palmhütten, Hängebetten, Bücherwänden und Kuschelecken geschaffen, den niemand so schnell wieder verlässt. Matemwe ist Idylle pur und besonders an Vollmond ein Ort, den Verliebte sich nicht entgehen lassen dürfen.

www.utupoa.com

Was man auf Sansibar nicht machen sollte

Die Sansibaris sind ein herzliches und tolerantes Volk, aber tiefreligiös. Außerhalb von Stränden gehört es zum guten Ton, Schultern und Knie bedeckt zu halten. Das ist auch bei Männern gerne gesehen. Alkohol in der Öffentlichkeit ist tabu. Auch während des Ramadans sollte man sich mit Trinken und Essen auf offener Straße zurückhalten.

Wer über den Strand flaniert, wird immer wieder von sogenannten „Beach Boys“ angesprochen, die einem Delfin-Touren verkaufen wollen. Das bedeutet vor allem, dass die Tiere mit Booten in einer Bucht regelrecht zusammengetrieben werden, nur damit Touristen einen Blick auf die bereits panischen Meeressäuger werfen können. Solche Praktiken sind alles andere als unterstützenswert. Wer sich an diese paar simplen Regeln hält, wird eine wundervolle Insel mit ebenso wundervollen Menschen kennenlernen und Erinnerungen mit nach Haus bringen, die man nie wieder vergessen möchte.

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