21.03.2016

Wir stellen vor Herzteil: Ein Shop, in dem viel Liebe steckt

Foto: @Herzteil

Wir haben uns verliebt: Der Shop Herzteil bietet handbemalte Yogamatten, Korbtaschen für den Strand und alles für das farbenfrohe Yogi-Herz an. Wir sprachen mit der Inhaberin Heike Hayer.

Heike Hayer führt seit einigen Jahren den Shop Herzteil. Wenn Sie nicht gerade Yogamatten mit motivierenden Sprüchen bemalt, ist sie Immobilienmaklerin auf Mallorca und pendelt somit zwischen Kaufbeuren und der mediterranen Insel. Schaut man sich die Shop-Seite und Ihren Instagram-Account an, merkt man schnell, dass viel Liebe und Hingabe in Herzteil fließt. Grund genug für uns mit ihr zu sprechen und sie ein wenig kennenzulernen.

Hallo Frau Hayer, schön, dass Sie sich die Zeit für uns nehmen. Erzählen Sie uns ein bisschen von sich, wer Sie sind und was Sie machen.

Ich bin 54 Jahre alt und habe drei Kinder im Alter von 31, 27 und 21. Seit vielen Jahren pendle ich zwischen Mallorca und dem Allgäu, da ich auf der Insel Immobilien anbiete und meine Familie aber in Kaufbeuren und München lebt. Seit 1,5 Jahren habe ich nun auch noch meinen Herzteil-Onlineshop, in dem ich Yoga Lifestyleprodukte anbiete. Ach ja, zu mir gehören natürlich noch mein Mann Uwe, seines Zeichens Rechtsanwalt, unsere Katze Maumau und unser Hund Pilar - beide, wie könnte es anders sein, sind Inselfindlinge.

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Sie betreiben den Online-Shop „Herzteil“, in dem Sie Handgemachtes anbieten, wie Körbe und Yogamatten. Welche Philosophie steht hinter Ihrem Laden?

Ich möchte den Yoga-Alltag noch ein wenig schöner machen und Produkte anbieten, die gute Laune machen. Auch wenn es draußen stürmt und schneit, sollen die farbenfrohen Matten und Produkte positive Stimmung verbreiten.


Wie ist es dazu gekommen, dass Sie ihren Online-Shop eröffnet haben? Erzählen Sie uns ein wenig von den Anfängen und wo Sie heute stehen.

Das war eine unverhoffte Welle, die mich da mit sich gerissen hat, denn eigentlich wollte ich kein Yoga machen, weil ich von lauter dogmatischen Yoginen umzingelt war. Ich möchte weiterhin Fleisch essen und trockenen, kalten Weißwein genießen. Doch eines Tages fiel mein Blick durch Zufall in einen schönen Raum mit einer schönen Frau - ein Yogastudio, wie sich herausstellte.

Also hab ich am nächsten Tag angerufen und der schönen Frau mitgeteilt, dass ich eigentlich kein Yoga machen will und auch nicht gruppentauglich bin, mir das Ganze aber gerne mal in der Einzelstunde anschauen würde, um mir selber ein Bild zu schaffen. Das war der Beginn eines wunderschönen Prozesses und mittlerweile gehört die Einzelstunde im 8sam in Irsee zu meinen Higlights.

Eine Stunde, in der es nur um mich geht und die soviel bewirkt hat: Seither gehe ich besser mit Stress um, vergesse das Atmen nicht und überhaupt fühlt sich das Leben leichter an. Mein Yogaguru Stephanie Schönberger ist zwar Veganerin, freut sich aber mit mir, wenn ich ihr von einem schönen Abend mit Fleischgenuss erzähle und trinkt auch mal ein Glas Wein mit mir. Sie war es auch, die irgendwann mal zu mir gesagt hat: "So jemanden wie dich bräuchten wir im Yoga. Jemand, der mal was Schönes ins Yogaleben bringt, denn manchmal wird Yoga recht asketisch praktiziert."

Das einzige, das mich an diesem per se schönen Praktizieren störte, war der Geruch der Yogamatte. Ich hatte das Glück, das eine Freundin mir aus Amerika eine Jute-Yogamatte mitbrachte. Wunderbar! Kein Geruch und ein ganz anderer Grip. Aber da lag sie dann so nackt. Ich habe ein bisschen experimentiert und nach einiger Zeit hab ich eine Möglichkeit gefunden, die Matte zu bemalen.

Damals gab es schon den Herzteil-Shop, in dem ich bemalte Strandkörbe angeboten habe. Ich habe den Shop einfach etwas vergrößert und die Matten mit aufgenommen. Inspiriert durch all die tollen Kontakte, die mir in der Yogaszene über den Weg laufen, die zweite Welle, die mich mitriss, hat sich das Angebot immer mehr erweitert. Ich stoße immer wieder auf andere tolle Dinge, die mir gefallen und da es ja mein eigener Shop ist, kann ich ganz frei schalten und walten. Der Shop ändert sich ständig, aber ich nehme nur Dinge auf, die mir selber gut gefallen. Manches bleibt, manches geht.


Sie nutzen die sozialen Medien ja recht intensiv, besonders Ihr Instagram Account fällt auf, da er sehr liebevoll gestaltet ist. Woher nehmen Sie die Zeit als Maklerin und Shop-Betreiberin für das Handgemachte und die Social Media Kanäle?

"Do what you love" lautet meine Prämisse. Eigentlich habe ich nie Zeit, aber für Dinge, die mir wichtig sind, nehme ich sie mir. Glücklicherweise habe ich viele Quellen, die meine Batterien wieder aufladen. Die bereits erwähnte Yogastunde, Freundinnen, die mich motivieren, die sich mit mir auf die Yogaworld stellen, was ich sehr spannend finde. Dort gibt es zahlreiche neue Bereiche für mich zu entdecken. Meine Freundinnen überlegen mit mir gemeinsam, wie es weitergehen kann.

Auch meine Kundinnen, mit denen ich einen sehr persönlichen Kontakt pflege, lassen mir über die Social Media Kanäle entzückende Nachrichten zukommen. Auf Instagram wäre ich ohne meine Kids nie hingegangen. Dort herrscht ein so liebevoller Umgangston, anders als teilweise bei Facebook, wo ich schon einen Shitstorm auszuhalten hatte, weil ich mich als Fleischesser outete.

Ganz am Anfang, mit vier oder fünf Followern haben mich junge, hippe Mädchen unter ihre Fittiche genommen, mir mit liebevoller Geduld technische Dinge erklärt und dafür gesorgt, dass ein paar mehr Follower dazukamen. Sie melden sich immer wieder und die Kontakte weiten sich immer mehr aus. Das hört sich jetzt vielleicht etwas kitschig an, aber mein Mann, der mit stoischer Ruhe akzeptiert, dass sich unser Haus in ein kleines Warenhaus verwandelt hat, der mir Schränke baut, obwohl er eigentlich ganz was anders zu tun hätte, unterstützt mich mit dieser Welle der Liebe.

Aber bevor es jetzt zu zuckerrosa wird: Von Seiten meiner Familie kommen auch viele Kommentare, in denen sie sich über die mattenmalende Mutti lustig machen und wenn sie ein Bild von mir mit Blumenkranz im Haar entdecken, ist ihnen das manchmal auch ein bisschen peinlich.


Wie sind Sie auf die Idee gekommen Yogamatten und Körbe zu bemalen?

Da sich mein Leben nach der Modegrafik-Ausbildung anders entwickelte, als erwartet, war meine Kreativität über Jahre aufs Abstellgleis geraten. Dann waren wir auf der Insel auf einem Geburtstag eingeladen, bei einem Menschen, der alles hat und wir wussten nicht, was wir ihm schenken sollten. So habe ich in Santanyi meinen ersten Korb gekauft und ihn auf der Terrasse bemalt - der Startschuss für Herzteil.


Wo geht Ihre Reise als nächstes hin und was liegt Ihnen besonders am Herzen?

Außerdem beteilige ich mich an "Share the Meal", das mir beim sonntäglichen Lesen der Zeitung auffiel: Mit jedem Kauf in meinem Shop nun wird eine Mahlzeit gespendet. Ich sammle jede Woche die Verkäufe, verdoppel sie jeden Freitag und die Kunden sehen in den sozialen Netzen jeden Freitag ein Bild davon, wo ihre Spende hingeht.

Seit einem halben Jahr besuche ich auch regelmäßig drei junge Somalierinnen. Offiziell nennt sich das Sprachpatenschaft, aber mein Anliegen ist es eher, sie zum Lachen zu bringen und nebenbei lernen sie Deutsch. Auch da versuchen wir kreativ zu sein, bemalen Tassen oder häkeln. Über einen Aufruf auf Facebook und Instagram habe ich zum Beispiel viele Häkelnadeln und Wolle bekommen. Toll, wenn die sozialen Medien so funktionieren.

Wir bedanken uns herzlich für das schöne Gespräch. Schaut doch mal rein auf Herzteil.

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