07.03.2016 - 15:44

Weltfrauentag 2016 Saralisa Volm: Zuhause und am Film-Set alles fest im Griff

Foto: © Svenja Trierscheid

Saralisa Volm ist Schauspielerin, Produzentin, Regisseurin, Buchautorin, führt ihr eigenes Unternehmen und erwartet ihr drittes Kind. Mit ihren 30 Jahren hat sie schon Beachtliches auf die Beine gestellt. Wir sprachen mit der Multitaskerin.

Hallo Saralisa, schön, dass Du Dir Zeit für uns genommen hast. Liest man Deine Vita, könnte man glatt meinen, du hättest fünf Paar Hände: Du eroberst die Filmwelt vor und hinter der Kamera, organisierst einen großen Haushalt und hast deine eigene Firma. Das klingt nicht nur beeindruckend, sondern ist es auch.

1. Beschreib uns doch mal einen typischen Tag bei dir.

Einen typischen Tag gibt es bei mir nicht. Da ich immer an anderen Projekten arbeite, entscheiden diese sehr stark über meinen Tagesablauf. Wenn aktuell gedreht wird, bin ich kaum zu Hause oder eben zu sehr unregelmäßigen Zeiten. Und natürlich fahre ich für Dreharbeiten oder Filmfestivals auch in andere Städte oder Länder. In Büro-intensiven Phasen, entsteht so etwas wie ‚Alltag’. Wenn ich an einem Text oder Buch schreibe, verlasse ich das Haus kaum und suche nach Konzentration und Ruhe, gerne auch nachts. Das erlaubt mir dann tagsüber Zeit mit den Kindern zu verbringen. Ich mag diese Abwechslung und meine Familie ist es gewohnt, dass sich diese Phasen stark unterscheiden.

2. Welche Frauen sind für dich Vorbilder, im Sinne von, dass sie dich inspirieren und beeindrucken?

Ich bewundere Vorreiterinnen und war schon als Kind begeistert von Frauen wie Marie Curie oder Maria Sibylla Merian. Im Laufe der Jahre kamen natürlich immer neue Frauen dazu: Louise Bourgeois, Jane Godall, Simone de Beauvoir, Ana Mendieta, aber auch Köchinnen wie Ann-Sophie Pic oder Schauspielerinnen wie Jeanne Moreau. Das hört gar nicht auf. Die Liste ist vermutlich unendlich.

3. Wie ist es dazu gekommen, dass du dein Leben dem Film gewidmet hast, sowohl als Schauspielerin, als auch als Produzentin und Regisseurin?

Ich vermute, das hat mit meiner großen Leidenschaft für Geschichten zu tun. Schon als Kind habe ich alle Bücher verschlugen, die meinen Weg kreuzten. Lesen war mir die liebste Beschäftigung. Gleichzeitig interessierte ich mich für bildende Kunst. Film verknüpft beide Felder auf hervorragende Weise, ergänzt sie mit Musik und so vielen weiteren Einzelheiten. Diese Komplexität empfinde ich als sehr reizvoll. Außerdem liebe ich es als Schauspielerin alles ausprobieren zu dürfen, durchdrehen zu können und Grenzen zu testen. Das ist besser als jede Therapie.

4. Welche Bedeutung hat Deine Familie und deine Aufgabe als Mutter für dich?

Familie und Freunde sind für mich die Basis, mein Ruhepol, meine Gang. Ich wollte immer Mutter sein und pflege auch ansonsten ein enges Verhältnis zu meiner Familie, meinen Eltern und Großeltern. Das gilt auch für meine Freunde. Ich führe ansonsten oft ein unstetes Leben und bin ein ambivalenter Mensch. Familie und Freunde sind mein doppelter Boden, mein zu Hause, Menschen auf die ich immer zählen kann und für die ich immer erreichbar bin.

5. Wie hat sich im Laufe deines Erwachsenwerdens das Verhältnis zu Deiner Mutter gewandelt?

Ich war nicht der leichteste Teenager und habe mit meiner Mutter alle möglichen Kämpfe ausgefochten. Es dauerte eine Weile bis ich realisierte in welcher Hinsicht sie mein Vorbild ist und wie ähnlich wir einander sind. Heute ergänzen wir uns sehr gut und telefonieren fast täglich. Diskutiert wird noch immer, das ist eine Familienleidenschaft.

6. Verrate uns doch mal, wer dein Lieblingsdesigner oder deine Lieblingsdesignerin ist.

Zu meinen absoluten Lieblingsdesignern gehören die Gründerinnen von Perret Schaad. Ihre Mode ist das, was man sich für jedes Meeting wünscht, um sich sicher und selbstbewusst zu fühlen. Gleichzeitig haben sie beeindruckende Kleider für den großen Auftritt zu bieten, die perfekte Mischung.

7. Für welches Gericht würdest du alles stehen und liegen lassen?

Das ist schwer zu sagen und absolut tagesabhängig, da ich fast alles esse und sehr neugierig bin. Definitiv leide ich allerdings unter Schokoholismus, liebe Eis und Kuchen. Also vielleicht eine Schoko-Eiscreme-Torte?

8. Auch wenn Du jung bist: Wie gehst du mit dem Älterwerden um gerade in Zeiten des Jugendwahns?

Ich wollte schon sehr früh erwachsen sein, um eigene Entscheidungen treffen zu können. Und je älter ich werde, umso unabhängiger und rigoroser darf ich dabei vorgehen. Das finde ich schön am Älter werden. Ich glaube, dass Aussehen nicht so relevant ist, wenn man etwas zu sagen und Aufgaben zu erfüllen hat. Wer interessiert sich schon für die Falten einer Angela Merkel, Jane Godall oder Patti Smith? Das heißt nicht, dass ich nicht versuche gut auszusehen, aber ganz ehrlich: Ich arbeite heute lieber eine Stunde länger intensiv an einem Text oder erledige einen wichtigen Termin, statt mir vor einer Premiere die Nägel zu lackieren.

9. Was bringt die Zukunft bzw. wo werden wir in Zukunft von dir hören/sehen?

Meine Arbeit bereitet mir derzeit unglaubliche Freude, auch weil sie so vielfältig ist. Mit der Firma entwickeln wir gerade neue Projekte und ich möchte weiterhin selbst vor der Kamera stehen. Im April werde ich auf Arte in dem Film ‚Shakespeares letzte Runde’ neben Iris Berben und Alexander Scheer zu sehen sein und im Herbst in einer Folge ‚Mordkommission Istanbul’. Außerdem sind Nachfolge-Buch-Projekte für Mamabeat geplant. Ganz besonders freue ich mich in diesem Herbst meine erste Ausstellung in Berlin kuratieren zu dürfen.

Bild: Svenja Trierscheid

Familie & Leben

Familie & Leben

Beschreibung anzeigen
Eine Webseite der FUNKE Mediengruppe