29.02.2016 - 12:18

Filmpreis Die Oscars: Eine Nacht der Gewinner und des schwarzen Humors

Foto: © iStock / sergeyryzhov

In der Nacht zu Montag wurden in Los Angeles zum 88. Mal die Oscars vergeben. Ein Abend voller glücklicher Preisträger und bitterböser Sprüche.

Ja, er hat es geschafft: Leonardo DiCaprio (41) hat nach vielen Jahren des Wartens und sechs Nominierungen endlich seinen Oscar (Bester Hauptdarsteller, "The Revenant"). Während Julianne Moore als Laudatorin den Umschlag öffnete, konnte man die Anspannung im Dolby Theatre in Los Angeles fast greifen. Leonardo DiCaprio ist bei seinen Kollegen sehr beliebt, alle gönnten ihm die längst überfällige Auszeichnung. Als er endlich seinen Namen hörte, gab es bei Standing-Ovations ein Küsschen für Mama und dann ging es rauf auf die Bühne. Dort nahm er die lang ersehnte Trophäe in Empfang und ließ sich von Julianne Moore sekundenlang umarmen. Dieser Augenblick reichte, um sich für seinen folgenden Moment zu wappnen. Denn statt einer überschwenglichen Dankesrede, nutzte DiCaprio auch diese Gelegenheit für seine Botschaft: "Der Klimawandel ist real und er passiert in diesem Moment. Er ist die größte Bedrohung für die gesamte Menschheit", sagte der gefasste Gewinner. "Deshalb müssen wir zusammenarbeiten. Wir müssen die Anführer unterstützen, die nicht für Umweltsünder oder große Unternehmen stehen. ... Für unsere Kinder und Kindeskinder. ... Wir dürfen diesen Planeten nicht als gegeben betrachten, so wie ich diesen Abend nicht als gegeben betrachte", lautete sein Appell. Ebenfalls für "The Revenant" wurde Alejàndo Gonzalez Iñárritu (52) mit dem Preis für die "Beste Regie" ausgezeichnet – es ist sein zweiter in Folge!

Als "Beste Schauspielerin" wurde Brie Larson für ihre Rolle in "Raum" ausgezeichnet. Die 26-Jährige setzte sich unter anderem gegen Cate Blanchett (46, "Carol") durch. Als beste Nebendarsteller können sich Mark Rylance (56, "Bridges of Spies") und Alicia Vikander (27, "The Danish Girl") über einen Oscar freuen.

Mit schwarzem Humor gegen die Diskriminierung

Durch den Oscar-Abend führte bereits zum zweiten Mal nach 2005 Schauspieler und Comedian Chris Rock (51). Mit Spannung wurde bereits seine Eröffnungsrede erwartet. Zum Hintergrund: Nicht zum ersten Mal war die Leistung farbiger Filmschaffender in den wichtigsten Kategorien der Oscar-Veranstaltung vollkommen ignoriert worden. Unter dem Hashtag #OscarsSoWhite war im Vorfeld heftig über diese Diskriminierung diskutiert worden, Künstler wie Will und Jada Pinkett Smith boykottierten die Veranstaltung. Der Moderator machte von Anfang an deutlich, um was es geht und teilte bereits in seiner Eröffnungsrede kräftig aus: "Hey", begann er den Abend, "ich habe hinter der Bühne bestimmt 15 Schwarze gesehen. Willkommen bei den White People's Choice Awards." Später warf er die Frage in den Raum: "Das sind die 88. Oscars, warum protestieren wir jetzt? Und nicht schon früher, in den Fünfzigern, in den Sechzigern? Weil wir damals echte Probleme hatten, gegen die wir protestieren mussten. Wir waren zu sehr damit beschäftigt, vergewaltigt und gelyncht zu werden, um uns Sorgen darum zu machen, wer den Oscar für die beste Kamera gewinnt." Doch nicht jeder seiner Sprüche kam gut an. "Die Oscars werden ein bisschen anders sein in diesem Jahr. Im 'In Memoriam'-Teil werden wir dieses Mal der Schwarzen gedenken, die auf dem Weg ins Kino von Polizisten erschossen wurden." Danach kamen die Lacher nur zögerlich.

Gänsehaut

Großen Respekt zollte man an diesem Abend auch Lady Gaga (29), die mit ihrem Auftritt "Til It Happens To You" aus der Anti-Vergewaltigungs-Dokumentation "The Hunting Ground" für DEN Gänsehaut-Moment des Abends sorgte. Während sie am Klavier sitzend ihren Titel sang, als wenn es um ihr Leben ginge, öffnete sich ein Vorhang und zahlreiche Missbrauchsopfer eroberten die Bühne. Zusammen mit der Sängerin setzten sie ein Zeichen. Vom Publikum gab es Standing-Ovations und Tränen. Von uns gibt es einen Ehren-Oscar für diese Performance.

Weitere Oscars gingen an:

  • Bester Film, Bestes Originaldrehbuch: Spotlight
  • Bester Animationsfilm: Alles steht Kopf
  • Bester Ton, Bester Tonschnitt, Bester Schnitt, Bestes Szenenbild, Beste Kostüme, Bestes Make Up & Frisuren: "Mad Max: Fury Road".
  • Beste Kamera: Emmanuel Lubezki, "The Revenant"
  • Bester animierter Kurzfilm: "Bear Story"
  • Bester Dokumentarfilm: "Amy"
  • Bester fremdsprachiger Film: Son Of Saul, Ungarn
  • Bestes adaptiertes Drehbuch: The Big Short
  • Beste visuelle Effekte: "Ex Machina"
  • Bester Song: Sam Smith "Writing's On The Wall"
  • Bester Kurz-Dokumentarfilm: "A Girl in the River: The Price of Forgiveness"
  • Beste Musik: Ennio Morricone "The Hateful Eight"
  • Bester Kurzfilm: "Stutterer"
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