Aktualisiert: 09.05.2021 - 18:59

Neue Studie Ernährungsweise: Wir ernähren uns weniger vielfältig als vor 100 Jahren

Ist die Lebensmittelauswahl heute wirklich so vielfältig oder essen wir fast immer das gleiche? Eine australische Studie hat die moderne Ernährung mit der von vor 100 Jahren verglichen.

Foto: GettyImages / d3sign

Ist die Lebensmittelauswahl heute wirklich so vielfältig oder essen wir fast immer das gleiche? Eine australische Studie hat die moderne Ernährung mit der von vor 100 Jahren verglichen.

Die Supermärkte sind voll von verschiedensten Lebensmitteln. Doch eine Studie zeigt nun, dass wir uns heutzutage viel einseitiger ernähren als früher. Wir haben das überraschende Ergebnis für Sie zusammengefasst.

Kiwis aus Neuseeland, Ingwer aus China, Milch aus Hafer, Mandeln oder Pistazien, Fleischalternativen aus Erbsen oder Jackfruit: Das Lebensmittelangebot in unseren Supermärkten scheint unglaublich vielseitig zu sein. Und doch sollen wir uns heutzutage weniger vielfältig ernähren als früher? Eine australische Studie kommt genau zu diesem Ergebnis.

Ernährung heute und früher: Die Vielfalt hat sich deutlich reduziert

Forscher:innen der James Cook University, Cairns, Australien haben 13.666 Gewebeproben drei verschiedener Personengruppen hinsichtlich ihrer Ernährung untersucht. Bei den drei Gruppen handelte es sich um Folgende:

  • Menschen, die heute im modernen, städtischen Umfeld leben
  • Menschen, die heute auf traditionelle, ursprüngliche Weise leben, wie beispielsweise indigene Völker
  • Menschen, die vor 1910 lebten (1910 ist das Jahr der Einführung des modernen Kunstdüngers)

Dabei kam heraus, dass die Vielfältigkeit in der Ernährungsweise der modernen Städter deutlich geringer ist, als die der Menschen, die vor über 100 Jahren lebten. Interessanterweise ist wiederum die Ernährung der Menschen, die heutzutage auf traditionelle, ursprüngliche Weise leben ähnlich vielseitig, wie die derjenigen, die vor 1910 lebten.

Wie wurden die Ernährungsweisen verglichen?

Gewebeproben, unter anderem aus Haaren und Nägeln, lassen den Rückschluss auf die Ernährungsweise eines Menschen zu. Archäolog:innen beispielsweise finden so heraus, wie sich unsere Vorfahren ernährt haben.

An den Proben lässt sich unter anderem erkennen, aus welchem Teil der Nahrungskette sich der Mensch ernährt. Sprich, ob sich derjenige von Raubtieren, Pflanzenfressern oder gar vorwiegend pflanzlich ernährt hat. Auch, ob die Nahrung des Menschen vom Wasser oder vom Land stammt, kann herausgefunden werden. Das gibt am Ende wiederum Auskunft darüber, wie vielseitig die Ernährung war.

Die australische Studie kam zu dem Schluss, dass die Ernährung bei den Menschen vor 100 Jahren sowie den heute traditionell lebenden Menschen etwa dreimal so vielfältig war – im Vergleich zur Ernährungsweise der modernen Städters.

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Warum ernähren wir uns heute viel einseitiger?

Die Forscher:innen führen die geringere Vielfältigkeit der modernen Ernährungsweise auf das Entstehen und die Verbreitung der industriellen Landwirtschaft und Tierhaltung sowie auf die Globalisierung von Lieferketten zurück.

Diese Industrialisierung geht auf Kosten der Vielfalt der Natur, der Böden und damit auch unserer Nahrung. Und auch wenn die Globalisierung eigentlich für mehr Vielfalt sorgen sollte, so hat sie gemäß der australischen Studie dazu geführt, dass “Supermärkte, die auf globale Lieferketten zurückgreifen, einen Anteil von >50 Prozent am Lebensmitteleinzelhandel in Ländern mit einem Jahreseinkommen von >10.000 USD pro Kopf haben.” Das heißt, wir ernähren uns weltweit von ähnlichen Nahrungsmitteln und Produkten.

Hinzu kommt, dass sich von der eigentlich vorhandenen Vielfalt an Nutzpflanzen und -tieren nur ein kleiner Teil in unseren Supermärkten wiederfindet. Ein Beispiel: Weltweit sind ca. 30.000 Pflanzenarten für die menschliche Ernährung nutzbar. Davon spielen jedoch nur um die 200 eine relevante Rolle für unsere Ernährung und gerade einmal 9 dieser Pflanzenarten machen ca. 66 Prozent der globalen Erntemenge aus.

Fazit: Die Produktvielfalt in unseren Supermärkten scheint zwar groß, doch letztlich wird meist doch das Gleiche gegessen. Beobachten Sie einmal selbst, was bei Ihnen Woche für Woche in den Einkaufswagen kommt.

Unser Tipp: Achten Sie auf Regionaliät und Saisonalität bei der Lebensmittelauswahl, so sorgen Sie automatisch für mehr Abwechslung.

Welche Ernährungsweisen und Diätmethoden sind heutzutage gefragt? Erfahren Sie es auf unserer Diäten-Themenseite. Und wenn Sie sich fragen, wie Sie mehr Abwechslung in Ihr Alltagsessen bekommen, schauen Sie auf unserer Themenseite vorbei.

Quellen:

  • Bird, Michael & Crabtree, Stefani & Haig, Jordahna & Ulm, Sean & Wurster, Christopher. (2020). A global carbon and nitrogen isotope perspective on modern and ancient human diet. 10.21203/rs.3.rs-61331/v1
  • Zukunftsinstitut auf youtube.de, Food-Trends: Was bleibt und was sich ändern wird, abgerufen am 06.05.2021
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