Aktualisiert: 08.01.2021 - 22:21

Fleischatlas 2021 Für Klima und Tierwohl: Fleischkonsum muss sich drastisch verringern

Der Fleischkonsum ist weiterhin hoch. Das hat immense Folgen für das Klima und Umwelt. Der Fleischatlas 2021 fordert daher, dass der Konsum halbiert werden muss.

Foto: GettyImages/VICUSCHKA

Der Fleischkonsum ist weiterhin hoch. Das hat immense Folgen für das Klima und Umwelt. Der Fleischatlas 2021 fordert daher, dass der Konsum halbiert werden muss.

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland und die Heinrich-Böll-Stiftung fordern im Fleischatlas 2021, dass der Fleischkonsum halbiert werden muss. Zwar ist er nun erstmals seit 50 Jahren gesunken – doch der Trend geht dennoch weiter nach oben. Wir haben die wichtigsten Punkte für Sie zusammengefasst.

Auch dieses Jahr haben sich zu Jahresbeginn wieder viele Menschen vorgenommen gesünder zu essen und dabei vielleicht auch den Fleischkonsum zu reduzieren. Gerade für Letzteres bietet der “Fleischatlas 2021”, der diese Woche veröffentlicht wurde, zahlreiche Argumente.

Denn der weltweit steigende Fleischkonsum verschärft die Klimakrise weiter – mit verheerenden Folgen. Erfahren Sie hier, warum der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland und die Heinrich-Böll-Stiftung fordern, dass der Fleischkonsum in Deutschland sowie den anderen Industrieländern halbiert werden muss.

Fleischatlas 2021: Der Fleischkonsum muss sinken

Bei dem steigenden Angebot der Fleischalternativen sollte man eigentlich meinen, dass der Fleischkonsum sinken sollte. Gemäß des frisch veröffentlichten Fleischatlas 2021 des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) und der Heinrich-Böll-Stiftung hält sich der Fleischkonsum in den Industrienationen jedoch seit Jahren konstant hoch. In Deutschland lag der Fleischkonsum bei 60 Kilogramm pro Person in 2019. In den USA und Australien sogar bei 100 Kilo pro Kopf, während China mit 50 Kilo pro Kopf pro Jahr aufholt.

Zwar sank die weltweite Fleischproduktion in 2019 tatsächlich erstmals seit 1961, und zwar um 2 Prozent. Der Grund hierfür war allerdings nicht die geringere Nachfrage, sondern vielmehr die afrikanische Schweinepest.

Wenn keine “Fleischwende” stattfindet, so wird die weltweite Fleischproduktion bis 2028 um weitere 40 Millionen auf rund 360 Millionen Tonnen im Jahr steigen. Das, mahnen BUND und Heinrich-Böll-Stiftung an, wird die Klimakrise weiter verschärfen.

Hoher Fleischkonsum und seine Folgen

Es ist kaum zu glauben, doch gemäß des diesjährigen Fleischatlas emittieren die fünf größten Fleisch- und Milchkonzerne genauso viele klimaschädliche Gase, wie der größte Ölkonzern der Welt.

Hinzu kommt der Anbau für Tierfutter. Hierfür wird massiver Platz benötigt, weshalb Wälder, inklusive des Regenwaldes, bereits im großen Stil gerodet werden. Das hat nicht nur Folgen für das Klima, auch der Lebensraum vieler Tierarten ist dadurch bedroht. Ebenso wird der Einsatz von Antibiotika in der Tierhaltung bemängelt, der zu immer mehr resistenten Keimen führt.

Sogar Pandemien können gemäß des Fleischatlas 2021 durch die steigende Fleischproduktion begünstigt werden, da der Kontakt zwischen Menschen und Tieren enger wird. Dadurch werden Zoonosen begünstigt. Schon jetzt befürchten Experten weitere Pandemien in erschreckend naher Zukunft.

Jüngere Menschen läuten einen neuen Trend ein

Die “Industrieländer [müssen] ihren hohen Fleischverbrauch auf Kosten des Klimas, der Biodiversität, globaler Gerechtigkeit und des Tierwohls um mindestens fünfzig Prozent reduzieren” plädieren Barabara Unmüßig, Vorständin der Heinrich-Böll-Stiftung, und Olaf Bandt, Vorsitzender des BUND, im Fleischatlas 2021.

Diesen Trend läutet die jüngere Generation bereits ein, wie eine repräsentative Umfrage des Fleischatlas zeigt. So ernähren sich in Deutschland im Vergleich mit der Gesamtbevölkerung doppelt so viele 15- bis 29-Jährige vegetarisch oder vegan. Insgesamt sind es 13 Prozent. 44 Prozent der Altersgruppe, die Fleisch essen, gaben wiederum an, den Konsum künftig zu reduzieren.

Der Verzicht auf Fleisch ist dabei durchaus ein politisches Statement. Über 70 Prozent der jüngeren Generation lehnt die heutige Tierhaltung ab und gleichzeitig wird der Staat in der (Mit)Verantwortung für eine nachhaltigere und klimafreundlichere Ernährung gesehen.

Ein Trend, der Hoffnung macht und vielleicht möchten Sie sich ja anschließen, zum Beispiel mit dem "Veganuary" – dem fleischlosen Januar.

Was sich ändern würde, wenn alle Menschen vegan wären, erfahren Sie hier.

Auf unseren Themenseiten Vegetarisch und Vegan versorgen wir Sie mit leckeren fleischlosen Rezepten.

Quelle: Fleischatlas 2020 von BUND, Heinrich-Böll-Stiftung, Le Monde Diplomatique, abgerufen am 07.01.2021

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