Aktualisiert: 10.01.2021 - 17:44

Gesund & nachhaltig Planetary Health Diet: Eine gesunde Ernährung für den ganzen Planeten

Mehr Gemüse, weniger Fleisch: Die Planetary Health Diet schützt die Gesundheit UND den Planeten.

Foto: GettyImages/AsiaVision

Mehr Gemüse, weniger Fleisch: Die Planetary Health Diet schützt die Gesundheit UND den Planeten.

Diese Diät tut nicht nur Ihrer Gesundheit gut, sie trägt auch noch zum Schutz des Planeten bei. Wir stellen Ihnen die Planetary Health Diet vor.

Diäten und Ernährungsweisen drehen sich normalerweise um eine Person und deren Ziel, wie Abnehmen oder die Gesundheit fördern. Bei der sogenannten “Planetary Health Diet” geht es um mehr, denn dabei wird unser gesamter Planet mit in Betracht gezogen.

Die Planetary Health Diet: Eine Ernährung für den ganzen Planeten

In 2050 soll die Weltbevölkerung auf 10 Milliarden Menschen angestiegen sein. Um diese Menge an Menschen gesund und vor allem auch nachhaltig zu ernähren, muss ein globale Ernährungswende stattfinden. Zu diesem Ergebnis kam die internationale EAT-Lancet-Kommission.

Ein Team aus 37 Experten aus verschiedenen Ländern und Disziplinen hat zwei Jahre lang geforscht, um herauszufinden, wie die Gesundheit von Mensch und Umwelt durch die Ernährung geschützt werden können. Herausgekommen ist die Planetary Health Diet, die neben Ernährungsempfehlungen auch Veränderungen in der Lebensmittelproduktion und -verschwendung auf den Tisch ruft.

Pflanzliche Ernährung im Fokus: So funktioniert die Planetary Health Diet

Die wohl grundlegendste Empfehlung der Planetary Health Diet lautet: Den Konsum von Obst, Gemüse, Hülsenfrüchten und Nüssen – kurz: pflanzlichen Lebensmitteln – verdoppeln und den Verzehr von (rotem) Fleisch und Zucker halbieren.

Gemäß der Diät sollte eine Mahlzeit folgendermaßen aussehen:

  • Die Hälfte besteht aus Gemüse und Früchten
  • Etwa 20 Prozent aus Vollkorngetreide
  • Um die 10-15 Prozent aus jeweils pflanzlichen Proteinquellen sowie pflanzlichen Ölen
  • Tierische Produkte, stärkehaltiges Gemüse sowie Zucker sollten jeweils nur einen geringen Anteil ausmachen

Hinzu kommen ganz konkrete Grammangaben einzelner Lebensmittelgruppen. Beispielsweise soll die Menge an rotem Fleisch pro Tag 14 Gramm nicht überschreiten. Das bedeutet, dass etwa alle 2 Wochen ein kleines Stück Steak (ca. 200 Gramm) erlaubt ist. Bei Geflügel und Fisch ist etwa die doppelte Menge erlaubt. Bei Zucker liegt die tägliche Grenze bei 30 Gramm. Das ist sogar weniger Zucker als die WHO täglich empiehlt.

Der Ernährungsplan der Planetary Health Diet scheint recht strikt, sieht jedoch auch eine gewisse Flexibilität vor – insbesondere vor dem Hintergrund geografischer und kultureller Unterschiede.

Planetary Health Diet ähnlich zur flexitarischen Diät

Die Planetary Health Diet ähnelt der Flexitarier-Diät. Auch hier wird sich in erster Linie pflanzlich ernährt, während tierische Produkte nur gelegentlich oder in geringen Mengen gegessen werden. Auch für viele Flexitarier spielen Umwelt und Nachhaltigkeit eine Rolle.

Die Planetary Health Diet wird jedoch noch konkreter. Neben einer weltweiten Förderung der gesunden Ernährungsweise, müssen gemäß der EAT-Lancet-Kommission auch drastische Veränderungen in der Lebensmittelproduktion, der Lebensmittelverschwendung, der Nutzung von Ressourcen sowie Erhaltung der Artenvielfalt umgesetzt werden. Es wird klar, dass hier auch Politik, Landwirtschaft und die gesamte Lebensmittelindustrie gefragt sind.

5 Tipps gegen Lebensmittelverschwendung
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Fazit zur Planetary Health Diet

Die Planetary Health Diet beinhaltet keine komplett neuen Konzepte. Vielmehr unterstreicht sie, was Ernährungsexperten schon lange empfehlen und wozu Umwelt- und Tierschützern bereits seit Jahren aufrufen. Sie zeigt konkrete Maßnahmen auf, die sowohl jeder Einzelne als auch Politik und Wirtschaft beitragen können – bzw. gemäß EAT-Lancet-Kommission müssen –, um unsere eigene Gesundheit und die des Planeten langfristig zu schützen.

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Quellen:

Willet, W. et al.: Healthy Diets From Sustainable Food Systems Food Planet Health, 2019, abgerufen am 07.01.2021

Kirk-Mechtel, M., Bundeszentrum für Ernährung: Planetary Health Diet: Speiseplan für eine gesunde und nachhaltige Ernährung, 2020, abgerufen am 07.01.2021

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