Aktualisiert: 14.09.2020 - 07:35

Ernährungsmythen aufgedeckt Vegetarisch ernähren: Heißt fleischlos automatisch gesünder?

Hamburger ohne Fleisch: Bedeutet sich fleischlos zu ernähren automatisch sich gesünder zu ernähren?

Foto: iStock.com/EasyBuy4u

Hamburger ohne Fleisch: Bedeutet sich fleischlos zu ernähren automatisch sich gesünder zu ernähren?

Ernährt man sich vegetarisch automatisch gesünder? Sind pflanzliche Felsichalternativen gut für Gesundheit? Mangelt es an Nährstoffen, wen man sich fleischlos ernährt? Wir decken vegetarische Ernährungsmythen auf.

Es wird geschätzt, dass sich ca. 8 Millionen Menschen in Deutschland vegetarisch ernähren. Keine Frage, der Trend in Richtung pflanzlicher Ernährung wächst. Das zeigt auch die steigende Anzahl an Alternativprodukten ohne Fleisch. Aber sind diese wirklich so gesund und ernährt man sich fleischlos automatisch gesünder? Wir decken die größten Mythen rund um eine pflanzliche Ernährung auf und verraten, auf was es bei einer gesunden vegetarischen Ernährung zu achten gibt.

Mythos 1: Eine fleischlose Ernährung ist automatisch gesünder

Menschen, die sich vegetarisch oder auch vegan ernähren, haben ein geringeres Risiko an Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu erkranken. Vegetarier leiden seltener an Bluthochdruck oder Cholesterinproblemen. Das liegt jedoch nicht nur an der pflanzlichen Ernährung selbst. Meist ernähren sich Vegetarier oder Veganer generell bewusster und achten auf einen insgesamt gesunden Lebensstil.

Aber man kann sich auch vegetarisch sehr ungesund und einseitig ernähren. Süßigkeiten, Chips und Pommes sind zwar vegetarisch, aber nicht gleich gesund.

Mythos 2: Vegetarische Wurst ist gesund

Das bringt uns zu dem Mythos, dass fleischlose Produkte auch gleich gesund sind. Mittlerweile gibt es zahlreiche vegetarische Alternativen zu Wurst, Hamburger, Frikadellen, Hack & Co., die aus Soja, Weizen, Erbsen oder auch Ei hergestellt werden. Doch diese enthalten häufig Zusatzstoffe, Aromen und Verdickungsmittel um dem “Fleischerlebnis” möglichst nahe zu kommen. Als automatisch gesund sind die daher nicht einzustufen.

Auch für eine gesunde vegetarische oder vegane Ernährung gilt das Motto, die Menge an verarbeiteten Lebensmitteln möglichst gering zu halten und sich auf der anderen Seite von möglichst vielen naturbelassenen und frischen Lebensmitteln zu ernähren.

Mythos 3: Vegetarier müssen Nahrungsergänzungsmittel nehmen

Es ist ein Irrglaube, dass Vegetarier eine Nahrungsergänzung brauchen. Da eine vegetarische Ernährung Eier, Milch und Milchprodukte beinhaltet, können grundsätzlich alle wichtigen Nährstoffe abgedeckt werden. Wichtig ist dennoch auf Ausgewogenheit und Abwechslung in der Lebensmittelauswahl zu achten, um einen Nährstoffmangel zu vermeiden. Vegetarier sollten insbesondere auf Eisen, B-Vitamine und Eiweiß achten.

Bei einer rein pflanzlichen, sprich veganen, Ernährung sieht es etwas anders aus. Hier sollte ein stärkerer Fokus auf eine ausreichende Nährstoffversorgung gelegt werden, um Versorgungsmängel zu vermeiden. Außerdem ist eine Nahrungsergänzung mit Vitamin B12 sinnvoll, da dieses nicht in pflanzlichen Lebensmitteln vorkommt.

Nährstoffmangel: Darauf sollten Veganer unbedingt achten
Nährstoffmangel: Darauf sollten Veganer unbedingt achten

Mythos 4: Vegetarier sind schlanker

Tatsächlich scheint es einen Zusammenhang zwischen einer fleischlosen Ernährung und dem Gewicht zu geben. Genauso, wie Vegetarier ein geringeres Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen haben sollen, so soll auch das Risiko für Übergewicht geringer sein. Auch hier spielt sicherlich der generell bewusstere Lebensstil eine Rolle. So sollen sich Menschen, die sich vegetarisch und vegan ernähren, generell mehr mit ihrer Gesundheit befassen, weniger Alkohol trinken und Zigaretten rauchen, sowie auf mehr Bewegung achten. Hinzu kommt, dass eine vegetarische Ernährung häufig weniger Fett enthält.

Mythos 5: Pflanzliches Fett ist gesünder als tierisches Fett

Lange war man sich sicher, dass gesättigte Fettsäuren, wie sie in Fleisch, Milch und Butter enthalten sind, schlecht fürs Herz und die Gesundheit seien. Die vor allem in pflanzlichen Fetten vorkommenden ungesättigten Fettsäuren sollten daher bevorzugt werden. Somit lebt man also auch was das Fett betrifft fleischlos gesünder?

In neueren Studien wurde tatsächlich kein Beleg dafür gefunden, dass gesättigte Fettsäuren das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöhen. Gleichzeitig sollen auch gesättigte Fettsäuren diverse Funktionen im Körper übernehmen. Dennoch wird Menschen mit Bluthochdruck und Cholesterinproblemen dazu geraten, die Menge an gesättigten Fettsäuren eher gering zu halten.

Generell ist es für eine gesunde Ernährung – ob nun fleischlos oder nicht – wichtig, auf ausreichend ungesättigte Fettsäuren zu achten. Denn zu den ungesättigten Fettsäuren zählen auch die essentiellen Fettsäuren Omega-3 und Omega-6, die der Körper nicht selbst herstellen kann und die somit über die Nahrung zugeführt werden müssen.

Fazit: Fleischlos hat Vorteile für die Gesundheit, ist aber nicht automatisch gesünder

Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Übergewicht sind bei Vegetariern und Veganern seltener. Das liegt auch daran, dass Menschen, die sich überwiegend oder rein pflanzlich ernähren, meist mehr auf ihre Gesundheit achten. Es liegt also nahe, dass man fleischlos gesünder lebt.

Dennoch heißt sich vegetarisch zu ernähren nicht automatisch, sich gesünder zu ernähren. Denn genauso wie bei einer Ernährung, die Fleisch enthält, gilt es auch fleischlos auf Ausgewogenheit, Nährstoffreichtum und Naturbelassenheit zu achten.

Erfahren Sie alles rund um eine pflanzliche Ernährungsungsweise auf unseren Themenseiten Vegetarisch und Vegan.

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