02.08.2020 - 15:55

Jeder is(s)t anders Die richtige Ernährung hängt von Stoffwechsel und Mikrobiom ab

ine neue Studie zeigt: Die perfekte Diät gibt es nicht. Inwieweit die Ernährung beim Abnehmen hilft und gesund ist, hängt sowohl von den Genen, dem Stoffwechsel, der Darmflora und dem persönlichen Lebensstil ab.

Foto: iStock / svetikd

ine neue Studie zeigt: Die perfekte Diät gibt es nicht. Inwieweit die Ernährung beim Abnehmen hilft und gesund ist, hängt sowohl von den Genen, dem Stoffwechsel, der Darmflora und dem persönlichen Lebensstil ab.

Eine neue Studie zeigt: Die perfekte Diät gibt es nicht. Vielmehr spielen individuelle Faktoren, wie der Stoffwechsel, die Darmflora und der Lebensstil eine Rolle für die individuell passende Ernährung.

“Was ist die perfekte Diät?” oder “Wie ernähre ich mich richtig?” Gut möglich, dass Sie sich eine dieser Fragen schon einmal gestellt haben. Und obwohl es so viele Antworten darauf gibt, so scheint es doch keine Einheitsgröße in Sachen Ernährung zu geben. Eine neue Studie zeigt, wieso die perfekte Diät personalisiert ist und welche Rolle dabei das individuelle Mikrobiom, der Stoffwechsel und der Lebensstil spielen.

Neue Studie zeigt: Die perfekte Diät gibt es nicht

In einer kürzlich veröffentlichten Studie des King’s College London haben über 1.102 Personen über 2 Wochen dieselben Mahlzeiten zu sich genommen. Währenddessen wurden ihre Stoffwechselreaktionen anhand von Werten, wie Insulin, Blutzucker und Blutfett, sowie Entzündungswerte gemessen, mit dem Ergebnis, dass sich diese stark unterschieden.

Das wiederum soll ein Hinweis darauf sein, dass eine für den einen Menschen gesunde Ernährungsweise für einen anderen Menschen ungesund sein kann. Gemäß Tim Spector, Professor für genetische Epidemiologie am King’s College London und Autor der Studie, reagiert jeder anders auf identische Lebensmittel. Das gilt wohl selbst für die allgemein als gesund geltenden Lebensmittel.

Gene spielen eine weniger wichtige Rolle bei der Ernährung als gedacht

Interessant an den Studienergebnissen ist nicht nur, dass die richtige Ernährung am Ende individuell ist, sondern auch, dass die Gene scheinbar eine weniger wichtige Rolle spielen, als bisher gedacht. So waren mehrere Hundert identische Zwillinge Teil der Studie. Doch selbst diese wiesen unterschiedliche Stoffwechselreaktionen auf.

Während der eine Zwilling beispielsweise gut auf Kohlenhydrate reagierte, aber weniger gut auf Fette, so soll es bei dem anderen Zwilling genau umgekehrt gewesen sein. Das deutet darauf hin, dass selbst eine genetisch passende Ernährung möglicherweise nicht individuell passend ist.

Stoffwechsel, Darmflora und der Lebensstil beeinflussen die persönlich perfekte Diät

Zwar spielt die Genetik eine Rolle, doch es scheint zahlreiche weitere Faktoren zu geben, die die Reaktion auf Essen und dessen Bekömmlichkeit sowie das Gewicht beeinflussen.

Sowohl der individuelle Stoffwechsel sowie die bakterielle Zusammensetzung des Mikrobioms sollen eine Rolle spielen, inwiefern ein Lebensmittel für den Einzelnen gesund ist. Aber auch Bewegung, Schlaf und der eigene Bio-Rhythmus, sprich, unsere innere Uhr, sollen gemäß der Studie die individuell gesunde Ernährung beeinflussen.

Auch was wann gegessen wird, kann individuell ausschlaggebend sein: So sollen beispielsweise manche Teilnehmer der Studie bestimmte Nahrungsmittel am Morgen besser verstoffwechselt haben, während es bei anderen keinen Unterschied machte. Ob das Frühstück also die wichtigste Mahlzeit des Tages ist, ist demnach ebenso individuell zu beantworten.

Fazit zur Studie: Jeder is(s)t anders

Die Studie des King’s College zeigt auf, dass es keine Einheitsgröße gibt, was die Ernährung betrifft. Ob Sie mit einer Diät also tatsächlich abnehmen oder ob sie wirklich gesund für Sie ist, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Dazu zählen neben den Genen – die eine weniger wesentliche Rolle spielen als gedacht –, auch der individuelle Stoffwechsel, das Mikrobiom, der Bio-Rhythmus sowie der Lebensstil inklusive Schlaf und Bewegung. Die Forscher der Studie weisen darauf hin, dass es darüber hinaus zusätzliche Faktoren geben kann, die die individuelle Reaktion auf Essen beeinträchtigen können und die noch gar nicht bekannt sind. Die Forschung ist hier also erst am Anfang.

Doch wie findet man nun die Ernährungsform, die persönlich passt? Tim Spector und sein Team haben eine App entwickelt, die anhand der Genetik, Darmbakterien, Bewegungs- und Schlafgewohnheiten sowie der metabolischen Reaktion auf Essen individuelle Ernährungsempfehlungen gibt. In einer anderen Studie wurde untersucht, wie ein Urintest hilft, die perfekt passende Diät zu finden.

Auch Ansätze wie intuitives Essen und eine achtsame Ernährung können dabei helfen, die individuell richtige Ernährungsweise zu finden.

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Quelle: Berry, S.E., Valdes, A.M., Drew, D.A. et al. Human postprandial responses to food and potential for precision nutrition. Nat Med 26, 964–973 (2020). https://doi.org/10.1038/s41591-020-0934-0

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