06.03.2020 - 16:23

Heilsames Fett Ghee: Wunderelixir des Ayurveda

Ghee ist eigentlich nichts anderes als geklärte Butter – und doch ist das Butterreinfett bekömmlicher.

Foto: iStock/NatashaBreen

Ghee ist eigentlich nichts anderes als geklärte Butter – und doch ist das Butterreinfett bekömmlicher.

Ghee ist fest in der ayurvedischen Küche verankert und erfreut sich auch in unserer Küche immer größerer Beliebtheit. Was Ghee genau ist und was es alles kann erfahren Sie hier.

Ghee gilt im Ayurveda als wichtiges Heilmittel und wird daher auch als Gold des Ayurvedas bezeichnet. Es soll unter anderem entgiftend, entzündungshemmend oder auch unterstützend auf die Verdauung wirken. Doch wie kommt es, dass reinem Butterfett solche Wirkweisen zugeschrieben werden? Wir verraten, was Ghee besonders macht und wie Sie es ganz einfach selbst herstellen können.

Was ist Ghee überhaupt?

Ghee (gesprochen Ghi) ist nichts anderes als Butterreinfett beziehungsweise geklärte Butter. Aus der indischen und ayurvedischen Küche ist es nicht wegzudenken! Zur Herstellung wird Butter kontrolliert erhitzt. Dadurch wird Milchzucker und Milcheiweiß vom Fett getrennt. Außerdem verdampft das enthaltene Wasser. Im Unterschied zu Ghee wird Butterschmalz industriell hergestellt, pasteurisiert und durch das Zentrifugieren von Wasser und Milcheiweiß getrennt.

Was ist der Unterschied zwischen Butter und Ghee?

Ghee wird aus Butter hergestellt, daher sind die Nährwerte relativ ähnlich, sowohl was Kaloriengehalt, enthaltenes Fett – Ghee enthält etwas mehr, da es schließlich reines Fett ist – sowohl Vitamine, wie Vitamin A, E, D und K angeht.

Das sind die Unterschiede zwischen Butter und Ghee:

  • Ghee gilt als bekömmlicher, da es milcheiweiß- und laktosefrei ist. Daher ist das Butterreinfett auch für laktoseintolerante Menschen geeignet.
  • Ghee hat einen höheren Rauchpunkt als Butter, was bedeutet, dass es noch höher erhitzt werden kann. Es eignet sich dementsprechend sehr gut zum Braten.
  • Ghee ist länger haltbar als Butter. Durch die enthaltenen Milchbestandteile muss Butter gekühlt werden, während Butterreinfett mehrere Monate bei Raumtemperatur aufbewahrt werden kann.

Goldenes Elixir: Wie wirkt Ghee?

Laut Ayurveda-Heilkunde unterstützt Ghee unter anderem die Verdauung und Entgiftung, wirkt positiv auf das Immunsystem, stärkt in Schwächephasen, soll Entzündungen hemmen, die Wundheilung fördern und bei Hautkrankheiten helfen. Aufgrund seiner hautfreundlichen Eigenschaften eignet sich Ghee auch hervorragend als Salbenzutat. In der ayurvedischen Medizin wird das Fett daher auch als Trägerstoff verwendet. Auch in Massagen und Stirngüssen findet Ghee Anwendung. Außerdem wird es im Rahmen von Entgiftungskuren getrunken.

Mittlerweile wird Ghee auch wissenschaftlich untersucht. Erste Studien zeigen beispielsweise eine sehr positive Wirkung von Ghee auf Schuppenflechte. Außerdem deuten Studien darauf hin, dass Ghee trotz hohem Anteil gesättigter Fettsäuren, den Cholesterinspiegel nicht negativ beeinflussen soll.

Allerdings sollten Menschen, deren Cholesterinwerte bereits hoch sind, Ghee und auch Butter nur in Maßen zu sich nehmen. Generell ist auch bei gesunden Fetten auf die Mengen zu achten, da sie eine hohe Kaloriendichte haben. Außerdem sollte Ghee andere Fette, wie Olivenöl oder Rapsöl, nicht gänzlich ersetzen, da auch diese aufgrund ihrer ungesättigten Fettsäuren wichtig für die Gesundheit sind.

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Ghee selber herstellen: So geht's

Auch wenn Ghee in Reformhäusern erhältlich ist, kann man es auch selbst herstellen:

  • 250 Gramm Butter in einen Topf geben und zunächst bei niedriger Temperatur erhitzen, bis sie geschmolzen ist.
  • Dann die Temperatur erhöhen und die Butter kurz aufkochen lassen, bis sich weißer Schaum absetzt. Das sind die Eiweiß- und Milchzuckerbestandteile. Der Schaum wird abgeschöpft.
  • Die Butter eine weitere halbe Stunde vor sich hinköcheln lassen, bis sich kein Schaum mehr an der Oberfläche bildet und das Fett klar wird (man kann den Topfboden sehen).
  • Die geklärte Butter durch ein mit Küchentuch ausgelegtes Sieb abgießen und abkühlen lassen.

Fazit zu Ghee

Auch wenn Ghee wissenschaftlich bisher noch wenig untersucht ist, so kann die jahrtausendealte Weisheit und Erfahrungsmedizin des Ayurveda sicherlich Rückschlüsse auf die positiven Wirkweisen geben. So wird das Butterreinfett unter anderem mit einer Stärkung der Verdauung, Milderung von Hauterkrankungen, Hilfe bei der Wundheilung oder Kräftigung in Schwächephasen in Verbindung gebracht. Außerdem soll es die Lebensenergie insgesamt im Einklang halten.

Dabei sollte Ghee dennoch nicht als Allheilmittel gesehen werden und auch keine gesunde Ernährung sowie andere Fette gänzlich ersetzen. Vielmehr kann das goldgelbe Fett ergänzend oder alternativ zu Butter und anderen Ölen durchaus einen Beitrag zu einer insgesamt gesunden Ernährung leisten.

Mehr über natürliche Heilmittel und Alternativmedizin finden Sie auf unserer umfangreichen Themenseite Naturheilkunde. Rund um eine gesunde Ernährungsweise werden Sie auf der Themenseite unserer Autorin Natürlich Nadine fündig.

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