06.06.2019

Gesunde Gene Epigenetische Ernährung: Kann die Ernährung unsere Gene beeinflussen?

Unsere Erbveranlagungen sind nicht mehr in Stein gemeißelt, denn unsere Gene werden auch von äußeren Faktoren beeinflusst, wie unter anderem der Ernährung.

Foto: iStock/skynesher

Unsere Erbveranlagungen sind nicht mehr in Stein gemeißelt, denn unsere Gene werden auch von äußeren Faktoren beeinflusst, wie unter anderem der Ernährung.

Unser Erbgut kann von äußeren Faktoren – etwa der Ernährung – beeinflusst werden. Erfahren Sie hier, welche Nährstoffe und Ernährungsweise gut für die Gene ist.

Nachdem lange angenommen wurde, dass wir unseren Genen vollkommen ausgeliefert sind, so zeigt ein relativ junges Fachgebiet namens Epigenetik auf, dass dem nicht so ist. Eine gute Nachricht, denn das heißt, dass wir tatsächlich die Möglichkeit haben, Erbgut und Veranlagungen unserer Eltern aktiv zu beeinflussen und zwar unter anderem durch unseren Lebensstil, Umgang mit Stress, Bewegung und vor allem auch der Ernährung.

Wie eine "epigenetische Ernährung" aussehen kann und welche Nährstoffe besonders gut für die Gene sein sollen, erfahren Sie hier.

Was ist Epigenetik?

Bevor wir Sie mit Ernährungstipps versorgen, möchten wir kurz erklären, was Epigenetik überhaupt ist. Genetik wird Ihnen wahrscheinlich noch aus dem Biologie-Unterricht geläufig sein. Aber was hat es nun mit dem "Epi" auf sich?

Die Epigenetik hat herausgefunden, dass Genmaterial beeinflussbar ist und dass Gene “ein- und ausgeschaltet” werden können und zwar durch äußere Faktoren, wie zum Beispiel Nährstoffe. Damit wurde der lang anhaltende Glaube, dass unser Genmaterial unveränderbar ist und wir Erbanlagen – inklusive Krankheiten – vollkommen hilflos ausgesetzt sind, gekippt.

Epigenetik und Ernährung: Nährstoffe für die Gene

Als Teilbereich der Epigenetik wird die Auswirkung der Ernährung auf die Gene untersucht und dabei wurde bereits herausgefunden, dass bestimmte Nährstoffe gut für die Gene sind, während eine insgesamt ungesunde Ernährung sich eher negativ auf die Gene auswirken kann. Untersucht wurde dies unter anderem im Rahmen der Entstehung von Krebs.

Dabei hat man herausgefunden, dass bestimmte Nährstoffe Gene, die mit Krebs in Verbindung stehen unterdrücken bzw. “ausschalten” oder auch Gene, die gegen Krebs wirken, “anschalten” können. Zu diesen zählen unter anderem Folsäure sowie die Vitamine B4, B6 und B12. Auch Antioxidantien und Pflanzenstoffe wie Polyphenole, die zum Beispiel in grünem Tee, Kakao, Beeren und bestimmten Nüssen enthalten sind, oder Resveratrol, wie in Trauben, Rotwein und Kakao enthalten, sollen sich positiv auf “Krebs- bzw. Anti-Krebs-Gene” auswirken.

Was sind eigentlich Antioxidantien?

Beschreibung anzeigen

Epigenetische Ernährung: Nährstoffreich und naturbelassen

Doch nicht nur einzelne Nährstoffe sondern auch die Ernährung insgesamt soll sich auf unsere Gene auswirken. Generell soll eine nährstoffreiche Ernährung mit viel Gemüse und Obst gut für die Gene sein. Auch auf Vollkorn, gesunde Fette, helles Fleisch und Fisch in Maßen und insgesamt qualitativ hochwertige und möglichst naturbelassene Nahrungsmittel – ähnlich der Mittelmeerküche – wird im Rahmen einer epigenetischen Ernährung hingewiesen. Eine unausgewogene und ungesunde Ernährungsweise wiederum, basierend auf leere Kalorien und stark verarbeiteten Nahrungsmitteln, Fast Food, Weißmehl, Zucker etc., soll sich negativ auf das Erbgut auswirken.

Tatsächlich hat sich aus den ersten Erkenntnissen der Wissenschaft zu Ernährung und Epigenetik auch schon ein erstes Ernährungskonzept entwickelt: Es nennt sich EPI-Food und wurde von Alexandra Stech und Felicitas Riederle aus München entwickelt. Die beiden Frauen haben sich mit dem Thema auseinandergesetzt und empfehlen eine Ernährungsweise frei von Weizen, Zucker und Kuhmilch – jene Nahrungsmittel, die heutzutage zu den meist verarbeiteten Produkten zählen. Stattdessen wird auf nährstoffreiche Lebensmittel und naturbelassenere Alternativen gesetzt, die den Genen zugute kommen sollen.

Fazit: Epigenetische Ernährung ist noch ganz am Anfang

Tatsächlich steht die Auswirkung der Ernährung auf die Gene noch relativ am Anfang. Viele Studien dazu wurden bisher nur an Mäusen vorgenommen, sodass nicht ganz klar ist, inwieweit sie auch auf den Menschen zutreffen. Welche Nährstoffe nun wie genau auf die Gene wirken, gilt es daher noch herauszufinden. Sicherlich liegt hier jedoch viel Potential, unter anderem was Krankheiten und Veranlagungen betrifft.

Da die DNA – die die Gene beinhaltet – eines jeden Menschen einzigartig ist, kann die epigenetische Ernährung sicherlich auch eine gute Basis für eine individuell zugeschnittene Ernährungsweise sein. Die bisherigen Empfehlungen sind jedoch schon jetzt eine gute Richtlinie für eine insgesamt gesunde und ausgewogene Ernährung, die der Gesundheit im Allgemeinen zugute kommt.

Die verschiedensten Ernährungsweisen und Diäten stellen wir Ihnen auf unseren Themenseiten Diäten und der unserer Autorin Natürlich Nadine vor.

Quelle: The Impact of Nutrition and Environmental Epigenetics on Human Health and Disease, Céline Tiffon, International Journal of Molecular Medicine, 2018

Seite