14.05.2019

Darm & Psyche Mit der GAPS Diät zum gesunden Darm

Die GAPS Diät soll die Heilung von psychischen Erkrankungen unterstützen und zu mehr geistigem Wohlbefinden führen. Die Basis dafür ist ein gesunder Darm.

Foto: iStock/nensuria

Die GAPS Diät soll die Heilung von psychischen Erkrankungen unterstützen und zu mehr geistigem Wohlbefinden führen. Die Basis dafür ist ein gesunder Darm.

Gesund, glücklich und schlank: Bei der GAPS Diät wird auf einen gesunden Darm gesetzt. Dieser soll die Heilung psychischer Erkrankungen unterstützten. Wir verraten Ihnen alles zur Darm-Diät.

Eine Diät, mit der man abnimmt und glücklich wird. So wird die GAPS Diät von diversen Zeitschriften beschrieben. Tatsächlich handelt es sich bei der "Diät" jedoch vielmehr um eine therapeutische Ernährungsform, die auf dem Ansatz basiert, dass unsere Darmgesundheit die Basis für geistiges (und auch körperliches) Wohlbefinden ist. Daher soll die GAPS Diät eine heilsame Wirkung auf psychische Erkrankungen, wie Depression, Autismus oder auch Bipolarität sowie Darmerkrankungen haben.

Wir erklären Ihnen, wie genau die GAPS Diät funktioniert, für wen sie geeignet ist, bei welchen Beschwerden und Erkrankungen sie eingesetzt wird und ob sie nun wirklich beim Abnehmen helfen kann.

GAPS Diät: Der Ernährungsplan für geistige Erkrankungen

Dr. Natasha Campbell-McBride hat die GAPS Diät entwickelt, um ihren autistischen Sohn zu unterstützen – mit Erfolg. GAPS steht für "Gut and Psychology Syndrome", was so viel bedeutet wie "Darm und Psychologie Syndrom". Der Begriff wurde ebenfalls von Campbell-McBride kreiert, um damit psychische Erkrankungen zusammenzufassen, die durch einen kranken Darm verursacht werden. Die Darm-Diät soll daher vor allem bei psychischen Erkrankungen, wie Autismus, Depression, Schizophrenie, Lernschwäche und auch Essstörungen, helfen, aber auch bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen, dem sogenannten "Leaky Gut Syndrome" (durchlässige Darmwand), chronischem Durchfall, Pilzinfektionen und ähnlichem, Abhilfe schaffen.

So funktioniert die GAPS Diät

Die GAPS Diät basiert auf einem ziemlich strengen Ernährungsplan, der sich in 3 Phasen teilt:

  1. Einführungsphase: Die Einführungsphase ist vor allem für Menschen mit starken Beschwerden des Magen-Darm-Bereichs und/oder der Psyche gedacht, wie zum Beispiel chronischem Durchfall, Colitis Ulcerosa, Gastritis, Depressionen, Schizophrenie etc. Der Darm soll in dieser Phase entlastet werden und beginnen, sich zu regenerieren. Es werden in erster Linie selbstgemachte Fleisch- und Fischbrühen mit Einlage und probiotische Lebensmittel gegessen. Dann werden nach und nach bestimmte Lebensmittel je nach individueller Verträglichkeit eingeführt. Die Phase dauert je nach Schweregrad der Beschwerden zwischen 3 bis 6 Wochen.
  2. Diät-Phase: Erschrecken Sie nun nicht, doch die eigentliche Diät-Phase der GAPS Diät dauert tatsächlich zwischen 1,5 und 2 Jahren. In dieser Zeit soll der Darm und die Darmflora über die genau vorgegebene Ernährung regenerieren. Darmerkrankungen und psychische Erkrankungen sollen in dieser Zeit heilen können.
  3. Auslaufphase: In dieser Phase findet man langsam zurück zu einer normalen Ernährungsweise.

Was darf bei der GAPS Diät gegessen werden

Die ca. 2 jährige Diät-Phase der GAPS Diät ist relativ streng gehalten. Backwaren, Zucker, verarbeitete Nahrungsmittel, wie Fertigprodukte und Fast Food, werden komplett gemieden. Auch auf stärkehaltiges Gemüse und Getreide wird verzichtet. Dafür stehen folgende Lebensmittel auf dem Speiseplan:

  • Fleisch und Fisch aus biologischer Herkunft
  • Brühen
  • Bestimmte Gemüsesorten
  • Bestimmte Obstsorten
  • Fermentiertes Essen
  • Eier aus biologischer Herkunft
  • Qualitativ hochwertiges tierisches und pflanzliches Fett
  • Bestimmte Hülsenfrüchte
  • Milchprodukte – im besten Fall selbst hergestellt
  • Bestimmte Käsesorten
  • Bestimmte Nüsse

Hinzu kommen einige Tipps, was die Kombination bestimmter Lebensmittel betrifft. So sollen beispielsweise Fleisch und Fisch mit Gemüse kombiniert werden, um deren säurebildenden Effekt zu reduzieren. Außerdem werden Nahrungsergänzungsmittel, wie unter anderem Probiotika, Fischölkapseln und Enzyme, empfohlen.

Hilft die GAPS Diät wirklich?

Tatsächlich gibt es bisher keine Studien zur GAPS Diät, sondern vielmehr Erfahrungsberichte. Der Zusammenhang zwischen einem durchlässigen Darm oder einer Dysbalance der Darmflora und psychischen Erkrankungen ist bisher nicht ausreichend wissenschaftlich belegt, wobei erste Studien unter anderem auf Zusammenhänge von Autismus mit einer schwachen Darmleistung hinweisen.

Die GAPS Diät wird kontrovers diskutiert, da sie aufgrund der vielen Restriktionen möglicherweise wichtige Nährstoffe nicht in ausreichender Menge liefert. Gleichzeitig ist die Umsetzung relativ schwer, da nicht nur der Ernährungsplan sehr streng gehalten ist, sondern zusätzlich möglichst alles selbst zubereitet werden soll – von den Fleischbrühen bis hin zu fermentierten Lebensmitteln.

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Hilft die Diät beim Abnehmen?

Grundsätzlich würde die GAPS Diät sicherlich beim Abnehmen helfen, wobei das eher ein Nebeneffekt wäre. Grund hierfür ist schon alleine der Verzicht auf verarbeitete Lebensmittel, Zucker und Getreide. Hinzu kommt, dass auch ein gesunder Darm eine wichtige Grundlage für ein gesundes Körpergewicht und eine schlanke Figur sind.

Doch die GAPS Diät ist nicht zum Gewichtsverlust entwickelt worden und ist hierfür viel zu streng gehalten. Wenn Sie insgesamt gesund sind und nicht unter den genannten Erkrankungen und Beschwerden leiden, sollten Sie zum Abnehmen besser auf eine insgesamt gesunde und ausgewogene Ernährungsweise setzen, die Sie im Alltag auch umsetzen können. Natürlich können dabei einige Empfehlungen der GAPS Diät mit beachtet werden, wie wenig verarbeitetes Essen, viel selbst zubereitete Mahlzeiten oder probiotische Lebensmittel.

Fazit zur GAPS Diät: Schwer umzusetzen und bisher noch nicht ausreichend belegt

Die GAPS Diät verfolgt einen sehr strengen und restriktiven Ernährungsplan, der für Erkrankungen der Psyche und des Darms entwickelt wurde. Bisher wurde die tatsächliche Wirkung der Diät nicht wissenschaftlich belegt, soll jedoch gemäß Erfahrungsberichten Erfolge erzielen können. Gerade Menschen mit weiter oben genannten Symptomen und Beschwerden, die aus medizinischer Sicht schon alles mögliche ausprobiert haben, könnten möglicherweise Erfolge mit der Diät erzielen. Allerdings sollten auch hier individuelle Verträglichkeiten beachtet werden.

Sollten Sie Interesse an der Ernährungsweise haben, so sollten Sie dies am besten mit einer/m Ernährungsberater/in absprechen und sich auch durch die Diät begleiten lassen.

Mehr zum Thema Depression erfahren Sie auf unserer umfangreichen Themenseite. Um eine gesunde Ernährung geht es auf der Themenseite unserer Autorin Natürlich Nadine.

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