31.05.2018

Bekämpfen & vorbeugen Das ist die richtige Ernährung bei Nierensteinen

Ernährung ist ein wichtiger Faktor, um die Beschwerden von Nierensteinen zu lindern, ihrer Bildung vorzubeugen oder ein erneutes Auftreten zu verhindern.

Foto: iStock/Alexis Paige

Ernährung ist ein wichtiger Faktor, um die Beschwerden von Nierensteinen zu lindern, ihrer Bildung vorzubeugen oder ein erneutes Auftreten zu verhindern.

Fünf bis sieben Prozent der deutschen Bevölkerung leiden unter den unangenehmen Nierensteinen. Das sind rund vier bis sechs Millionen Betroffene – wobei die Zahl noch deutlich höher liegen könnte, denn nicht immer führen Nierensteine zu Beschwerden und bleiben daher häufig unbemerkt. Die richtige Ernährung kann Wachstum und Entstehen von Nierensteinen mindern.

Nierensteine lösen sich häufig von selbst und werden über den Urin ausgeschieden. Werden sie jedoch zu groß und bleiben stecken, kann dies zu starken Schmerzen führen, und eine operative Entfernung wird notwendig. Leider können Nierensteine immer wieder auftreten. Sie können aber Nierensteinen durch die Ernährung vorbeugen, Schmerzen mindern und die Chance eines erneuten Auftretens verringern.

Nierensteine: Auf diese Ernährung sollten Sie achten

Es gibt bestimmte Lebensmittel sowie Inhaltsstoffe von Nahrungsmitteln, die die Bildung von Nierensteinen begünstigen können. Bei den Calciumsteinen sind das Kochsalz, das dazu führt, dass vermehrt Calcium über den Urin ausgeschieden wird, sowie Oxalsäure, die u. a. in Spinat und Rhabarber enthalten ist.

Die Bildung von Harnsteinen auf der anderen Seite soll durch eine sehr eiweißreiche Ernährung – vor allem tierisches Eiweiß wie Fleisch und Milchprodukte – begünstigt werden. Auch Nahrungsmittel, die Purine enthalten, sollten gemieden werden, da sie die Harnsteinbildung fördern. Zu den purinreichen Nahrungsmitteln zählen vor allem Innereien und Wurst.

Lesen Sie, wie Sie sich präventiv oder bei akutem Nierensteinleiden ernähren, warum Sie viel trinken und welche Lebensmittel Sie unbedingt meiden sollten.

Grundregel bei Nierensteinen: Viel trinken!

Einer der wichtigsten Bestandteile, wenn nicht sogar der Wichtigste, der richtigen Ernährung bei Nierensteinen: ausreichend trinken. Denn Flüssigkeit verringert das Wachstum von Nierensteinen bzw. das Risiko, dass (neue) Steine entstehen.

Wenn Sie also unter Nierensteinen leiden oder in der Vergangenheit davon betroffen waren, achten Sie darauf, um die 2 bis 3 Liter Flüssigkeit pro Tag zu trinken. Am besten verteilt sich diese Menge auch auf nachts. Zumindest sollten Sie direkt vor dem Schlafengehen nochmal etwas Wasser trinken und dann direkt nach dem Aufstehen wieder. Achten Sie auch darauf, an heißen Tagen oder bei sportlicher Betätigung mehr zu trinken.

Übrigens: Flüssigkeit ist nicht gleich Flüssigkeit!

  • Bei Nierensteinleiden sollten Sie auf sogenannte harnneutrale Getränke achten. Zu den harnneutralen Getränken zählen mineralstoffarmes Mineralwasser, Nieren-, Blasen- sowie Früchtetee und verdünnte Fruchtsäfte.
  • Da Calciumsteine durch einen Mangel an Citrat (Bestandteil von Zitronensäure) entstehen können, ist Wasser mit frisch gepresstem Zitronensaft ein wertvolles Getränk bei Nierensteinleiden. Gleichzeitig wirkt Zitrone im Körper basisch, was sich positiv auf den Urin-pH-Wert auswirkt. Außerdem sollten Sie auf bicarbotnatreiches Mineralwasser achten.
  • Auf der anderen Seite sollten Sie auf schwarzen Tee, Pfefferminztee, Bier und Wein möglichst verzichten, wenn Sie unter Nierensteinen leiden oder eine Veranlagung dazu haben. Auch koffeinhaltige Getränke wie Kaffee sollten Sie nur in geringem Maß zu sich nehmen, da sie die Bildung von Nierensteinen begünstigen können.

Die wichtigsten Grundsätze der Ernährung bei Nierensteinen

Neben einem ausreichenden Maß an Flüssigkeit haben Sie mit der richtigen Auswahl an Lebensmitteln die Möglichkeit, das Wachstum und die Bildung von Nierensteinen zu verringern. Die gängigen Ernährungsempfehlungen bei Nierensteinen beziehen sich vor allem auf Calcium- und Harnsteine, da diese am häufigsten auftreten:

  • So gelten bei Nierensteinen neben dem Verzicht auf zu viel tierisches Eiweiß sowie purinreiche Nahrungsmittel (Harnsteine) bzw. oxalsäurehaltige Nahrungsmittel und Kochsalz (Calciumsteine) ein paar weitere Grundsätze.
  • Hierzu gehört der ausreichende Verzehr von Citrat (Salz der Zitronensäure), wie es in Zitrone, Zitrusfrüchten, Johannis-, Preisel- und Himbeeren enthalten ist.
  • Auch Magnesium hemmt die Bildung von Nierensteinen, sodass ausreichend magnesiumhaltige Lebensmittel, wie Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte, Nüsse sowie bestimmte Gemüse- und Obstsorten einen Teil der Ernährung ausmachen sollten.
  • Auch Calcium ist ein wichtiger Bestandteil der Ernährung bei Nierensteinen – ein Verzicht auf den wertvollen Mineralstoff kann zu Mangelerscheinungen führen. Dennoch sollte die Calciumzufuhr nicht die von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfohlene Menge von 1.000 mg pro Tag überschreiten.
  • Grundsätzlich sollten Sie bei Nierensteinen auf eine gesunde Ernährungsweise achten. Daher sollte Ihre tägliche Ernährung viele pflanzliche Bestandteile enthalten wie Gemüse, Obst, Nüsse, Saaten, Hülsenfrüchte, Vollkornprodukte. Zu viel Zucker, Süßigkeiten, Soft-Drinks, Alkohol, raffinierte und stark verarbeitete Nahrungsmittel sowie Fertigprodukte sollten einen sehr geringeren Teil der Ernährung ausmachen bzw. komplett gemieden werden.

Um Nierensteinen vorzubeugen bzw. die Beschwerden zu lindern, müssen Sie vermutlich einiges an Ihrer Ernährungsweise ändern. Wir erklären in vier Schritten, wie Ihnen die Ernährungsumstellung langfristig gelingt.

Auf der nächsten Seite haben wir Ihnen in zehn übersichtlichen Punkten die wichtigsten Grundsätze der richtigen Ernährung bei Nierensteinen zusammengestellt.

 

Auf einen Blick: So sollten Sie sich bei Nierensteinen ernähren

  1. täglich ca. 2,5 bis 3 Liter trinken, vor allem harnneutrale Getränke wie mineralstoffarmes Wasser, Nieren- und Blasentee, Früchtetee, verdünnte naturbelassene Fruchtsäfte sowie Zitronenwasser (Citrat) und bicarbonatreiches Wasser (achten Sie auf das Flaschenetikett)
  2. auf ausreichend magnesiumreiche Nahrungsmittel achten: Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte, Gemüse und Obst wie Bananen und Beeren
  3. auf eine ausreichende Calciumzufuhr achten
  4. eher pflanzliches Eiweiß wählen: Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte, Saaten
  5. tierisches Eiweiß minimieren (vor allem bei Harnsteinen): wenig Fleisch, Fisch, Milchprodukte; Wurstwaren, Fleisch- und Fischkonserven am besten ganz meiden
  6. purinreiche Nahrungsmittel meiden (Harnsteine): vor allem Innereien, Muskelfleisch, Wurst, Haut von Geflügel und Fisch sowie Makrele, Sardine, Hering
  7. oxalsäurehaltige Lebensmittel meiden (Calciumsteine): Spinat, Mangold, Rote Bete, Rhabarber, Pfefferminztee, schwarzer Tee, kakaohaltige Lebensmittel wie Schokolade, Nüsse
  8. Kochsalz und kochsalzhaltige Produkte minimieren (Calciumsteine): Fertigprodukte, Konserven, Käse, Chips, Knabberwaren, Wurst
  9. Konsum von Zucker, Süßigkeiten, stark verarbeiteten Nahrungsmitteln und Fertigprodukten so weit wie möglich reduzieren
  10. Alkohol wie Bier und Wein sowie koffeinhaltige Getränke wie Kaffee und Cola so weit wie möglich reduzieren

Hat man einmal Nierensteine gehabt oder die Veranlagung dazu, so kommen Sie schnell wieder. Durch eine gezielte Ernährungsweise und den Verzicht auf bestimmte Inhaltsstoffe aus unserer Nahrung kann das Wachstum von Nierensteinen jedoch gestoppt und auch das Risiko des erneuten Entstehens minimiert werden. Beachten Sie: Für gezielte individuelle Ernährungsempfehlungen und Behandlungen sollte die Zusammensatzung der Nierensteine vorab genau geklärt sein. Dann können Sie Ihre gesunde Ernährung bei Nierensteinen individuell gestalten.

Lesen Sie zudem, wie Laser und Klebstoff Nierensteine entfernen können.

Wie entstehen Nierensteine?

Wenn sich Mineralstoffe oder Harnsäure in der Niere als Kristalle in einem Gebilde zusammen sammeln, wird von Nierensteinen gesprochen. Die am häufigsten vorkommende Art von Nierensteinen sind die Calciumsteine, die aus Calciumkristallen bestehen. Früher ist man davon ausgegangen, dass eine calciumarme Ernährung bei dieser Art von Nierensteinen sinnvoll sei, doch mittlerweile ist bekannt, dass nicht das Calcium aus der Nahrung für die Steinbildung verantwortlich ist. Neben Calciumsteinen gibt es außerdem Nierensteine, die aus Harnsäure bestehen, sowie sehr selten vorkommende Infektsteine.

Warum Nierensteine auftreten, ist bisher nicht eindeutig geklärt. So sollen sie unter anderem aufgrund von Veranlagung entstehen oder auch durch eine Veränderung des Urin-pH-Wertes gebildet werden. Fest steht, dass Männer häufiger betroffen sind als Frauen, und dass die falsche Ernährung die Bildung von Nierensteinen begünstigen kann.

Nicht nur bei Nierensteinen sollte auf gesunde Ernährung geachtet werden. Erfahren Sie, wie die richtige Ernährung bei Gallensteinen aussieht. Bei solchen Krankheiten gibt es gewisse Diäten, die sinnvoll sind.

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