16.05.2017

Vorsicht, Ernährungsfalle! Warum ein Low-Carb-Frühstück nicht immer schlank macht

Eier gehören zu einem Low Carb Frühstück fest dazu. Dabei ist es egal, ob sie hart gekocht, zu Rührei, Spiegelei, Omelett verarbeitet oder pochiert werden. Damit's nicht zu langweilig wird, sollten Sie frisches Gemüse und Kräuter zu den Eiern servieren.

Foto: iStock/Anaiz777

Eier gehören zu einem Low Carb Frühstück fest dazu. Dabei ist es egal, ob sie hart gekocht, zu Rührei, Spiegelei, Omelett verarbeitet oder pochiert werden. Damit's nicht zu langweilig wird, sollten Sie frisches Gemüse und Kräuter zu den Eiern servieren.

Wer mit einem Low Carb Frühstück abnehmen will, verzichtet auf Kohlenhydrate. Dabei können sie uns auch helfen, intelligent abzuspecken...

Low-Carb steht ganz weit oben auf der Liste der aktuellen Ernährungstrends. Viele Frauen verbannen als erstes die Kohlenhydrate vom Frühstückstisch. Und tappen dabei in die Kalorienfalle – vor allem, wenn im Eifer des Gefechts aus einem Low-Carb-Frühstück kurzerhand ein No-Carb-Frühstück wird.

Heißhunger-Gefahr nach Low-Carb-Frühstück

Kohlenhydrate sind nicht per se böse, sondern lebensnotwendig. Sie sind die wichtigste Energiequelle für den Körper. Vor allem unser Gehirn ist auf eine stete Versorgung mit Glukose, also Kohlenhydraten, angewiesen, da Nervenzellen im Gegensatz zu Muskelzellen keine Energie speichern können. Sackt der Blutzuckerspiegel zu stark ab, leidet nicht nur die Denkleistung, sondern auch unsere Willensstärke. Dem inneren Schweinehund wird Tür und Tor geöffnet. Die Folge: Wir sind Heißhunger-Attacken schutzlos ausgeliefert.

Damit es gar nicht erst so weit kommt, sollte die erste Mahlzeit des Tages auch komplexe Kohlenhydrate enthalten. Also zum Beispiel Vollkorn statt Weißmehl. Kohlenhydrate aus dem vollen Korn lassen den Blutzucker nicht kurzfristig in die Höhe schnellen, sondern sorgen auf der Langstrecke bis zum Mittag für ausreichend Energie.

Achtung, Fettfalle!

Viele Low-Carb-Frühstücksideen sind häufig ziemlich fettreich. Das muss nicht unbedingt schlecht sein. Eine cremige Avocado mit einem wachsweichen Ei zum Frühstück ist nicht nur superlecker, sondern enthält auch hochwertige Proteine, Vitamine, Mineralstoffe und gesunde Fettsäuren. Allerdings auch reichlich Kalorien. Ein Gramm Fett liefert mit 9,3 kcal/g immerhin mehr als doppelt so viel Energie wie Kohlenhydrate. Wer nicht aufpasst, tappt schnell in die Fettfalle.

>> Kohlenhydrate am Morgen: Muss das Frühstück Low-Carb sein?

Noch ein Beispiel gefällig? Low-Carb-Eiweißbrot ist arm an Kohlenhydraten, dafür reich an Proteinen. Hört sich verlockend an. Was viele aber nicht wissen: Der Fettgehalt ist bis zu zehnmal so hoch wie bei herkömmlichem Brot. Weniger Kohlenhydrate, mehr Kalorien. Also Augen auf: Low-Carb bedeutet nicht immer gleich kalorienarm.

Vorsicht, Selbstbetrug!

Ein weiteres Problem: Selbst dann, wenn morgens konsequent Kalorien eingespart werden, ist der Abnehmerfolg nicht garantiert. Denn wer sich nach einem extraleichten Frühstück in Sicherheit wiegt, neigt dazu, am Abend zuzuschlagen. Sei es aus Belohnung oder einfach, weil die nötige Energie fehlt. Eine üppige Portion Nudeln am Abend kann den Abnehm-Effekt schnell zunichtemachen.

>> Für Gesundheit und Figur: Wir sollten mehr Eier essen

Fazit: Seien Sie nicht zu streng mit sich. Behalten Sie die Gesamtmenge an Kalorien und Kohlenhydraten über den ganzen Tag verteilt im Blick. Denn nur wer satt und zufrieden ist, wird auch dauerhaft Gewicht verlieren. Oder das Gewicht halten.

5 Tipps für ein intelligentes Low-Carb-Frühstück

1. Eiweiß macht schlank

Proteine haben zwar den gleichen Kaloriengehalt wie Kohlenhydrate (4 kcal/g), jedoch benötigt der Körper rund 30 Prozent der Eiweiß-Kalorien allein für den Stoffwechsel. Das ist auch der Grund, weshalb Eiweiß-Diäten so gut funktionieren. Ein fettarmer Natur-Joghurt mit frischem Obst zum Frühstück ist ideal.

2. Keine Angst vor Kohlenhydraten

Von Haferflocken allein ist noch niemand dick geworden. Integrieren Sie deshalb in Maßen Kohlenhydrate aus Vollkorn in Ihr Frühstück. Ihr Blutzucker und Ihre Laune werden es Ihnen danken. Reduzieren Sie stattdessen Honig, Marmelade und Weißmehl – und natürlich Haushaltszucker. Das Löffelchen Zucker im Kaffee wird schon nicht so schlimm sein? Denken Sie daran: Bei vier Tassen pro Tag summieren sich die Zuckerkalorien im Monat auf über 1800 kcal.

Hier gibt es leckere Low Carb Rezepte...

3. Unterschätzte Ballaststoffe

Schon gewusst? Ballaststoffe sind auch Kohlenhydrate, nur dass sie weitgehend unverdaulich sind. Immer mehr Studien beschäftigen sich mit ihren gesundheitlichen Vorteilen. Ballaststoffe machen nicht nur satt und regen die Verdauung an, sondern schützen auch vor Stoffwechselstörungen und haben vermutlich auch Einfluss auf unsere Stimmung. Ernährungsexperten empfehlen mindestens 30 Gramm pro Tag, viele von uns schaffen aber nicht einmal die Hälfte. Vollkornprodukte, Beeren und Nüsse liefern jedoch reichlich davon. Ein Tipp für Naschkatzen: Honigsüße Datteln sind besonders ballaststoffreich.

Ideen fürs Low carb Frühstück

4. Gute Fette, schlechte Fette

Die Mischung macht´s. Achten Sie darauf, wie die Fette verpackt sind. Kommen sie zusammen mit Ballaststoffen, Mineralien und komplexen Kohlenhydraten wie in Nüssen oder Avocados, dann greifen Sie zu. Pure Fette wie Butter oder Öl bitte in Maßen konsumieren.

5. Beeren für den Bärenhunger

Essen Sie Beeren! Wissenschaftler sind sich einig: Himbeeren, Heidelbeeren & Co sind extrem gesunde Kraftpakete. Ihr niedriger Kaloriengehalt sucht seinesgleichen, und trotzdem sorgen sie im Müsli oder Joghurt für angenehme Süße. Zum Vergleich: Heidelbeeren liefern nur 40 Kalorien pro 100 Gramm. Bananen schlagen mit mehr als das doppelt so vielen Kalorien zu Buche und liefern außerdem deutlich weniger Ballaststoffe.

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