02.03.2017

Stiftung Warentest Wie gut ist unser Olivenöl?

Stiftung Warentest stellt fest: "Natives Olivenöl extra muss nicht teuer sein."

Foto: iStock/dulezidar

Stiftung Warentest stellt fest: "Natives Olivenöl extra muss nicht teuer sein."

Olivenöl gehört vor allem in die mediterrane Küche und wir glauben uns etwas Gutes zu tun, wenn wir Olivenöl nutzen. Aber wie gut ist es wirklich?

Was Stiftung Warentest herausgefunden hat im Olivenöl-Test zeigt: Gutes Öl muss nicht teuer sein.

24 Olivenöle wurden getestet, von denen 10 mit Note mangelhaft abschnitten. 24 Öle bezeichnen sich als "nativ extra", aber 10 tragen den Hinweis für die höchste Güteklasse zu Unrecht. Beim Test wurden vor allem Mischöl-Produkte, wie sie häufig bei den Discountern wie Aldi, Lidl, Penny und Co. verkauft werden, ausgewählt. Bei diesen Ölen ist die Herkunft nicht klar deklariert, die Öle sind oft ein Mischprodukt aus mehreren Herkunftsländern wie Italien, Griechenland, Spanien oder Portugal oder aus Regionen wie der Toskana oder Kreta.

In der Küche nur wenige Ölsorten nutzen

Vor einem Jahr testete Stiftung Warentest schon einmal Olivenöle, damals aber ausschließlich solche mit klarer Herkunftsdeklaration. Von den diesjährig und im vergangenen Jahr getesteten Olivenölen, insgesamt 50 an der Zahl, schnitt nur eins mit Note "gut" ab: Das spanische O-Med Picual Extra virgin olive oil. Der Preis liegt bei 40 Euro pro Liter. Zum Vergleich: Der Literpreis der Discounter-Öle liegt bei durchschnittlich 5 bis 6 Euro.

Diese Olivenöle konnten überzeugen

Stiftung Warentest stellt fest: "Natives Olivenöl extra muss nicht teuer sein. Doch sensorische Spitzenklasse dürfen Verbraucher für kleines Geld nicht erwarten." Empfehlenswert waren Gut Bio von Aldi (Nord), Primadonna von Lidl und Vegola von Netto Marken-Discount. Sie schnitten sensorisch, bei Schadstoffen und insgesamt befriedigend ab. Das zweite Olivenöl, das Lidl anbietet, Primadonna Bio, ist jedoch deutlich mit Mineralölen belastet.

Das Fiore-Öl war übrigens das einzige nahezu schadstofffreie Öl im Test, erhielt abschließend aber nur das Urteil "ausreichend" aufgrund von Kennzeichnungsmängeln.

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Diese Olivenöle erhielten die Note mangelhaft

Im Test der Mischöle erhielten 10 Produkte die Note mangelhaft. Diese waren: Carapelli Bio, Carapelli Il Nobile, Kaiser's Tengelmann/A&P natives Olivenöl extra, Norma/Beluccino, Penny Olivenöl, Pietro Coricelli Il Biologico Bio, Real Quality fruchtiger Geschmack, Rewe/Ja!, Sol d'Olio, Kunella Feinkost Italienische Art.

In den Punkten Mineralölbelastung, sensorische Qualität und vor allem bei der Deklaration erhielten die Öle schlechte Noten. Sie zeichnen sich zu Unrecht mit dem Gütemerkmal "nativ extra" aus.

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Mineralölbelastung ist der häufigste Mangel

Mineralöle stellen das größte Schadstoffproblem dar. Alle getesteten Olivenöle enthalten gesättigte Mineraöl-Kohlenwasserstoffe, die sich im Körper anreichern können. Das zweitteuerste Öl, Carapelli Bio enthielt nicht nur hohe Mengen Mosh (gesättigte Mineralöl-Kohlenwasserstoffe), sondern auch hohe Belastungen von Moah. Das wiederum sind aromatische Mineralöl-Kohlenwasserstoffe, die als potentiell krebserregend gelten.

Wie kommen Mineralöle ins Olivenöl?

Über Abgase oder technische Öle von Produktionsmaschinen können Mineralöle das Olivenöl verunreinigen. Auch Paraffinöl, das als Pflanzenschutzmittel verwendet wird, verunreinigt das Öl. Es ist dennoch in der EU zulässig, auch im Ökolandbau. Grenzwerte für Mosh und Moah im Lebensmittelbereich gibt es bisher nicht.

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Warum Olivenöl so gesund ist

Auf der deutschen Hitliste der Öle landet Olivenöl auf Platz drei hinter Raps- und Sonnenblumenöl. Olivenöl ist besonders reich an einfach ungesättigter Fettsäure, die hilft den Cholesterinspiegel zu senken. Es enthält außerdem Alpha-Linolensäure, die der Mensch selbst nicht bilden kann. Diese braucht der Mensch für viele Stoffwechselfunktionen.

Den vollständigen Test von Stiftung Warentest lesen Sie in der Ausgabe 02/2017.

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