21.01.2020

Alternativen gesucht! Zuckerersatz: Die verschiedenen Sorten auf dem Prüfstand

3 Hightech Zucker Sorten
Di, 23.01.2018, 13.50 Uhr

3 Hightech Zucker Sorten

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Fast 100 Gramm Haushaltszucker essen wir jeden Tag. Das sind viele Kalorien und keine Nährstoffe: höchstens die Hälfte wird von Experten empfohlen. Hier stellen wir Ihnen verschiedene Varianten an Zuckerersatz vor – samt ihrer Vor- und Nachteile.

Haushaltszucker versteckt sich in den meisten Lebensmitteln – und auch in der heimischen Küche kommt er beim Kochen und Backen regelmäßig zum Einsatz. Dabei ist längst bekannt, dass der übermäßige Genuss von Haushaltszucker weder gesund noch gut für die Figur ist. Mittlerweile kursieren verschiedene Formen an Zuckerersatz im Handel. Wir haben diese mal auf den Prüfstand gestellt und Vor- und Nachteile der einzelnen Sorten für Sie herausgearbeitet.

Zuckerersatz: Verschiedene Sorten im Überblick

1. Kokosblütenzucker

Dieser Zuckerersatz stammt aus dem Nektar der Kokospalmen-Blüte. Eine Kokospalme kann 70 Jahre lang zur Zuckergewinnung genutzt werden – nachhaltiger kann man kaum süßen.

Vorteile: Kokosblütenzucker ist angeblich reich an Vitaminen und evrschiedenen Mineralstoffen – darunter Eisen, Magnesium und Zink. Darüber hinaus besitzt er eine ähnliche Süßkraft wie gewöhnlicher Haushaltszucker. Auch der Geschmack zeigt sich von seiner besten Seite: Er schmeckt nicht nur süß, sondern auch leicht nach Karamell.

Nachteile: Kokosblütenzucker ist verhältnismäßig teuer – der Kilogramm-Preis liegt bei ca. 20 Euro. Außerdem ist er (wie normaler Zucker auch) eine reine Form von Zucker, was also das Risiko für Diabetes, Fettleibigkeit und Co steigert. Auch in Sachen Kalorien unterscheidet er sich kaum von normalem Zucker.

Sie wollen Kokosblütenzucker mal in einem Rezept ausprobieren? Dann versuchen Sie sich doch mal an diesen süßen Feigenbroten.

2. Stevia

Stevia alias Stevioglycoside sind Süßstoffe, die aus einer Pflanze namens Süß- bzw. Honigkraut gewonnen wird. In der EU ist der Zuckerersatz seit 2011 als Lebensmittelzusatzstoff gekennzeichnet, davor galt Stevia als Badezusatz.

Vorteile: Stevia punktet mit 0 Kalorien und süßt 300- bis 400-mal stärker als Zucker. Auch für Diabetiker ist Stevia geeignet, da es keinen Einfluss auf den Blutzuckerspiegel hat.

Nachteile: Stevia wird in chemisch extrahierter Form Lebensmitteln zugesetzt (E 960), wodurch keinerlei wertvolle Inhaltsstoffe enthalten sind. Außerdem schmeckt die südamerikanische Pflanze bitter, ein bisschen nach Lakritz – muss man mögen.

Sie wollen ausprobieren, inwiefern sich Stevia gut beim Backen macht? Dann legen wir Ihnen diesen saftigen Low-Carb-Zitronenkuchen ans Herz.

3. Agavendicksaft

Dieser zähflüssige Fruchtsaft wird aus der mexikanischen Agaven-Pflanze gewonnen und erinnert an klassischen Honig, auch wenn die Konsistenz etwas flüssiger ist.

Vorteile: Agavendicksaft enthält wertvolle, sekundäre Pflanzenstoffe und ist – anders als Honig – sogar für Veganer geeignet. Etwas süßer als herkömmlicher Zucker ist der Dicksaft auch – also mengenmäßig etwas sparsamer verwenden.

Nachteile: Wer auf die schlanke Linie achtet, findet im Agavendicksaft nicht den besten Zuckerersatz, denn: Er liefert quasi genausoviele Kalorien wie Honig und damit nur unwesentlich weniger als Industriezucker. Auch problematisch ist Agavendicksaft bei einer Fruktoseintoleranz, da der Anteil an Fruchtzucker überaus hoch ist. Und auch, wer nicht unter der Intoleranz leidet: Ein langfristiger Konsum von einem Zuviel an Fruktose ist gesundheitsschädlich, da etwa Blutfettwerte negativ beeinflusst werden und eine Insulinresistenz herbeigeführt werden kann.

4. Xylit

Spricht man von Xylit, meint man damit einen bestimmten Zuckeralkohol (E 967), der auch als Birkenzucker bekannt ist, und der als Zuckerersatz verwendet wird. Xylit ist unter anderem ein natürlicher Bestandteil von manchen Obst- und Gemüsesorten – kann aber auch industriell gewonnen werden. Meist erfolgt die Gewinnung heutzutage aus den Resten von Maiskolben.

Vorteil: Xylit hat rund 40 Prozent weniger Kalorien als der herkömmliche Haushaltszucker. Darüber hinaus lässt er den Blutzuckerspiegel nach dem Konsum nicht so stark ansteigen. Außerdem ist Xylit auch gut für die Zahngesundheit, da Karies nicht begünstigt wird. Von der Süße her ist Xylith vergleichbar mit normalem Zucker.

Nachteil: Wie bereits erwähnt, ist Xylit nicht ganz frei von Kalorien und schlägt immerhin mit knapp 240 Kalorien auf 100 g zu Buche. Größere Mengen an Xylit (bereits 20 bis 30 g) können außerdem zu Verdauungsstörungen wie Blähungen und Durchfall führen.

Sie wollen Xylit mal ausprobieren? Dann bereiten Sie sich doch mal eine selbstgemachte Milchschnitte mit Quark-Joghurt-Cremefüllung zu.

5. Erythrit

Ähnlich wie Xylit ist auch Erytrit ein Zuckeraustauschstoff. Er kommt in Lebensmitteln wie Melonen und Trauben vor – kann aber aus industriellen Zwecken auch aus Mais und Pilzen gewonnen werden.

Vorteile: Anders als Xylith enthält Erythrit fast keine Kalorien, beeinflusst den Blutzuckerspiegel nicht und ist nicht schädigend für die Zähne.

Nachteil: Leider ist Erythrit ziemlich kostenintensiv. Ein Kilo des Zuckerersatzes kann bis zu zwölf Euro kosten. Darüber hinaus kann Erythrit anfangs zu Blähungen führen und gar abführend wirken.

Backen mit Erythrit: Unser Rezept für eine Low-Carb-Donauwelle mit Kirschen und Schokoglasur.

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Fazit: Zuckerersatz ist auch kein Wundermittel

Selbstredend: Es ist durchaus gut zu wissen, dass man Haushaltszucker auch durch andere Produkte ersetzen kann, die zum Teil gesünder, zum Teil auch kalorienärmer sind. Doch wie unser Test herausgestellt hat, haben alle Formen von Zuckerersatz auch so ihre Nachteile – etwa in Form von hohen Fruktoseanteilen, vielen Kalorien oder auch in Form von Verdauungsbeschwerden. Wie bei Zucker gilt also auch beim Ersatz: alles in Maßen genießen.

Mehr interessante Infos zum Thema zuckerfrei hält unsere Themenseite für Sie bereit.

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