21.12.2016

Ernährung Markenprodukt, No-Name oder Bio - was ist besser?

Billigprodukt oder doch Markenware? Die meisten Deutschen entscheiden sich bei Lebensmitteln für die günstigere No-Name-Variante.

Foto: iStock / skynesher

Billigprodukt oder doch Markenware? Die meisten Deutschen entscheiden sich bei Lebensmitteln für die günstigere No-Name-Variante.

Wir verraten, inwieweit sich Lebensmittel vom Discounter, herkömmlichen Supermärkten und Bio-Läden voneinander unterscheiden.

105 Minuten! Diese Zeit widmen die Deutschen täglich im Durchschnitt ihrer Ernährung. Das beinhaltet Einkaufen, Zubereiteten und natürlich essen. Frühstück, Mittag, Abendbrot, dazwischen vielleicht noch ein paar Snacks - zusammengenommen nimmt unsere Nahrungsaufnahme nicht mehr Zeit in Anspruch als ein durchschnittlicher Spielfilm dauert.

Lebensmittel müssen vor allem eins sein: billig. 84 Prozent der Deutschen kaufen deshalb regelmäßig bei Discountern wie Aldi, Lidl oder Penny ein. Die Preise für Tiefkühlpizza, Joghurt, Süßigkeiten und Co. sind dort bis zu einem Drittel billiger als die vergleichbaren Markenprodukte. Inzwischen hat sich herumgesprochen, dass sich hinter den Eigenmarken der Discounter oft die bekannten Hersteller verbergen.

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Die Schokoküsse von Aldi werden in derselben Fabrik hergestellt, wie die berühmten Dickmänner. Das Gleiche gilt für Fertig-Lasagne, Tütensuppen oder Salzstangen. Laut Experten macht es qualitativ demnach kaum einen Unterschied, ob sich der Kunde für die Tiefkühlpizza von Dr. Oetker oder Mama Mancini (Aldi) entscheidet.

Um bei den Fertigprodukten zu bleiben: Der Markt boomt. Trotz steigender Aufklärung in Sachen gesunder Ernährung. Kaum jemand hat nicht schon mal davon gehört, dass sich in Fertig-Gerichten, die nur noch in die Mikrowelle oder in den Ofen geschoben werden müssen, jede Menge Salz, Zucker, Fett, künstliche Aromen und Zusatzstoffe verbergen, getarnt als E 110 oder E 250. Letztes gilt in hohen Dosen als extrem giftig.

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Trotzdem kommen durchschnittlich bei jedem Deutschen drei Mal pro Woche Industrie-Mahlzeiten auf den Teller. Zeiteinsparung schlägt in diesem Fall Gesundheitsfaktor. Trotzdem ist nicht alles schlecht. Tiefkühlgemüse enthält zum Beispiel mehr Vitamine und Mineralstoffe als die frische Version vom Marktstand, da es direkt nach der Ernte schockgefrostet wird.

Generell gilt: Je kleiner die Zutaten-Liste auf der Verpackungsrückseite und je weniger Nummern und kryptische Bezeichnungen sich darauf aneinanderreihen, desto unverarbeiteter und nährstoffreicher ist auch das Produkt. So haben Zucker und E-Nummern in Müsli-Mischungen nichts zu suchen, genauso wenig wie in Säften oder Brot.

Ökologie und Nachhaltigkeit - was wirklich sinnvoll ist

Und wie verhält es sich mit biologisch hergestellten Lebensmitteln? Ist Bio gleich besser? Mittlerweile entscheidet sich jeder fünfte Deutsche regelmäßig für die bis zu 40 Prozent teureren Bio-Versionen, besonders was Fleisch- und Milchprodukte angeht.

Tatsächlich sind Bio-Produkte weniger mit Pestiziden belastet, Industriezucker oder chemische Zusatzstoffe gelten als Tabu. Die Tiere werden nicht mit Hormonen vollgepumpt und dürfen so weit wie möglich ein relativ artgerechtes Leben führen. Auch achten viele Biomärkte darauf, ihre Waren möglichst von regionalen Händlern und Bauern zu beziehen, obwohl trotzdem immer wieder Bio-Äpfel aus Neuseeland im Regal liegen. Was für ein Irrsinn, Obst, das ist seiner köstlichsten Form hierzulande wächst, um den halben Erdball fliegen zu lassen!

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Auch enthält eine Packung Bio-Kekse genauso viel Fett und Kalorien wie sein herkömmliches Pendant und Tiefkühlpizza wird nicht zur Vitaminbombe, nur weil Bio draufsteht. Teuer ist also nicht gleich gesund, ein Markenname verspricht keine ausgewogene Mahlzeit und Bio ist kein Garant für gesunde Ernährung.

Je mehr die ursprünglichen Bestandteile unserer Nahrung in den Fabriken weiterverarbeitet, verändert oder mit Chemikalien versetzt werden, desto schlechter sind solche Produkte auch für unseren Körper. Ganz gleich, ob sie im Discounter oder herkömmlichen Supermärkten gekauft werden.

Lebensmittel, das sind, wie das Wort schon ausdrückt, Mittel, die uns am Leben erhalten. Solch essentiellen Dingen nur 105 Minuten am Tag zu widmen, das ist wohl das eigentliche Qualitätsproblem unserer Ernährung.

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