01.10.2016

STIFTUNG WARENTEST Wie gesund sind Veggie-Produkte wirklich?

Bei Stiftung Warentest standen Fleischersatzprodukte auf dem Prüfstand mit zum Teil ernüchternden Ergebnissen.

Foto: istock/dourleak

Bei Stiftung Warentest standen Fleischersatzprodukte auf dem Prüfstand mit zum Teil ernüchternden Ergebnissen.

Fleischfreie Ernährung ist auf dem Vormarsch und der Markt um Fleischersatzprodukte boomt. Doch wie gesund ist der Fleischersatz überhaupt?

Stiftung Warentest hast wieder getestet und schaut sich die beliebtesten Fleischersatzprodukte genauer an: vegetarische Schnitzel, Bratwürste und Frikadellen. Auf dem Prüfstand stehen die Inhaltsstoffe, ernährungsphysiologische und die mikrobiologische Qualität, die Verpackung, sowie die Deklaration. Die Beweggründe der Verbraucher, statt zu Fleisch zu fleischfreien Alternativen zu greifen wurden mithilfe einer Befragung näher beleuchtet.

Dabei kam heraus, dass 58 Prozent der befragten Haushalte angaben keinen Vegetarier oder Flexitarier unter sich zu haben. Mit Flexitariern sind Personen gemeint, die, wenn auch selten, Fleisch und Fisch zu sich nehmen, es aber nicht Mittelpunkt der Mahlzeit ist. Lediglich fünf Prozent der Haushalte zählen mindestens einen Vegetarier zur Familie. Hauptbeweggrund für den Kauf von Fleischersatzprodukten sind moralisch-ethische Gründe, die 66 Prozent ausmachen, gefolgt von dem Wunsch sich gesund zu ernähren (17 Prozent) und der Neugierde, Neues ausprobieren zu wollen (17 Prozent).

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Die Testergebnisse im Überblick

Im Test waren insgesamt 20 Fleischersatzprodukte, je sechs Schnitzel und Frikadellen und acht Bratwürste, von denen insgesamt neun Produkte bio waren. Die ausführliche Übersicht über die Prüfmethoden können Sie auf www.test.de nachlesen.


Vegetarische Schnitzel unter die Lupe genommen

Getestet wurden die Produkte Valess Schnitzel fleischfrei, Edeka Bio + Vegan Vegane Soja-Schnitzel, Also (Nord) Gut Bio Soja-Schnitzel, Vegetaria "Die uns Wienerinnen schmeckt's" Schnitzel, Wheaty Veganbratstück Das Schnitzel und Rügenwalder Mühle Vegetarische Mühlen Schnitzel klassisch.

Gewinner: Als Sieger ging Valess hervor, denn hier überzeugten Geschmack, die mikrobiologische Qualität und die Deklaration. Lediglich bei der Schadstoffbelastung mussten die Tester Abstriche machen.

Verlierer: Mit dem Qualitätsurteil mangelhaft schnitt das Schnitzel der Rügenwalder Mühle ab, was besonders der Schadstoffbelastung zugeschrieben wird. Die Mineralölbelastung ist hier sehr hoch.

Zusammenfassend: Generell haben die Veggie-Schnitzel ähnlich viele Kalorien, wie ein Schweineschnitzel, was an der Panade liegt. Hier steckt das meiste Fett. Enttäuscht zeigten sich die Tester von der Zusammensetzung der Nährstoffe, die noch viel Luft nach oben haben. Auch kulinarisch könnte an den Produkten noch gearbeitet werden, denn der meiste Geschmack steckt in der teilweise dicken Panade, die bei Vegetaria satte 40 Prozent des Schnitzels ausmachte.


Vegetarische Bratwürste im Test

Im Test standen Valess Bratwürste, Meica Bratmaxe Veggie-Griller, Wiesenhof Bruzzzler veggie, Taifun Rostbräterle, Viana Veggiefresh Bratwurst, Alnatura Bratwürstchen vegan, Alberts Lupinen Rostbratwürstchen und Netto Marken-Discount BioBio Vegetarische Bratwürste. Es wurden die gleichen Messkriterien angelegt, wie an den Veggie-Schnitzeln.

Gewinner: Wie auch schon bei den Soja-Schnitzeln holte sich Valess den Sieg und überzeugte geschmacklich, dicht gefolgt von Meica Bratmaxe Veggie-Griller, der allerdings in puncto ernährungsphysiologische Qualität, also bei der Zusammensetzung der Nährstoffe nur ausreichend als Note erhielt.

Verlierer: Alnatura, Alberts und Netto teilen sich die Note ausreichend, was vor allem an der hohen Schadstoffbelastung liegt. Ursache hierfür können mit Weißöl behandelte Kunststoffdärme sein. Alberts ist allerdings der einzige Hersteller ohne Zusatzstoffe.

Zusammenfassend: Mit nur zwei von acht als gut bewerteten Produkten fällt das Urteil über die vegetarischen Würstchen eher ernüchternd aus. Nicht nur, dass bei Viana und Netto die Würstchen als "trocken, krümelig und schwer zu kauen" beschrieben werden, so ist auch die Mineralölbelastung wieder ein Problem.


Vegetarische Frikadellen sind fettärmer als Frikadellen aus Fleisch

Überraschend, aber keine der vegetarischen Frikadellen im Test war vegan, denn keins der sechs getesteten Produkte kommt ohne Ei aus. Die Tester schauten sich die Frikadellen der Rügenwalder Mühle, Heirler, Also Süd Vegetarisch lecker, Garden Gourmet, Berief und von Lidl an.

Gewinner: Als Sieger ging die Rügenwalder Mühle hervor, deren Frikadellen in Konsistenz und Würze, aber auch in Bezug auf die geringe Schadstoffbelastung überzeugten, dicht gefolgt von den Heirler Frikadellen.

Verlierer: Am wenigstens überzeugten die Lidl-Frikadellen, nicht nur geschmacklich (sehr salzig und rauchig), sondern auch aufgrund der höchsten Keimbelastung. Auf dem vorletzten Platz landete Berief. Pro Frikadelle sind 4 Gramm Salz enthalten, was zwei Dritteln der tolerierten Tagesmenge entspricht.

Zusammenfassend: Eine positive Feststellung ist, dass die Frikadellen fettärmer sind als die fleischhaltigen Varianten. Vor allem die Veggie-Bällchen von Aldi Süd stachen mit 13 Gramm weniger Fett pro 100 Gramm als in Frikadellen aus Schweinefleisch hervor und erhielten immerhin noch die Note befriedigend.

Den ausführlichen Test lesen Sie in der aktuellen Ausgabe der Stiftung Warentest oder auf der Webseite www.test.de.

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