29.08.2016

Weißes Gift Diese Getränke bestehen fast nur aus Zucker

Sogenannte Softgetränke wie Cola sind äußerst beliebt, aber alles andere als gesund!

Foto: iStock/kzenon

Sogenannte Softgetränke wie Cola sind äußerst beliebt, aber alles andere als gesund!

Das Getränkeangebot in deutschen Supermärkten ist schier unendlich. Doch gesund sind die zuckerhaltigen Getränke nicht... findet Foodwatch.

Wenn die Temperaturen steigen, dann ist ein eisgekühlter Softdrink schon etwas Feines. Oder ein Erfrischungsgetränk, wie es so schön auf den zahlreichen Etiketten verschiedener Produkte und Hersteller heißt. Von Erfrischung kann aber laut Foodwatch keine Rede sein. Eher von Zuckerschock! 463 hat die Verbraucherorganisation auf ihren Zuckergehalt untersucht. Das Ergebnis: Mehr als jedes zweite Produkt enthält zu viel Zucker!

Von 463 Limonaden, Lifestyle-Wässerchen, Schorlen und Co. enthalten 274 Produkte mehr als fünf Prozent Zucker. Noch höher ist der Gehalt sogar in 171 Produkten. Sie enthalten mehr als acht Prozent Zucker – also sechseinhalb Stück Würfelzucker pro 250 Milliliter! Das macht nicht nur dick, sondern ist auch extrem ungesund.

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Zuckersteuer

Orientiert hatte sich Foodwatch an den neuen Richtlinien in Großbritannien. Demnach müssen Hersteller ab 2018 eine Sonderabgabe für zuckerhaltige Getränke zahlen. Und zwar bereits ab einem Zuckergehalt von fünf Prozent, denn das gilt als eindeutig überzuckert. Für Getränke mit fünf bis acht Prozent Zucker werden pro Liter 18 Pence (21 Cent) fällig, für noch süßere Getränke sind es sogar 24 Pence (28 Cent).

Der Grund für die Abgabe liegt nicht nur auf der Hand, sondern ist auch mehr als notwendig! Die 600 Millionen Euro, die so in Großbritannien beispielsweise zusammen kommen, sollen ausschließlich projektgebunden für Aufklärungsprogramme gegen Fettleibigkeit verwendet werden. In Deutschland würden bei gleicher Abgabenhöhe aufgrund eines höheren Pro-Kopf-Verbrauchs und einer höheren Einwohnerzahl übrigens knapp eine Milliarde Euro zusammen kommen.

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Ärzte schlagen Warnung

Oliver Huizinga von Foodwatch gibt sich entschieden: „Entweder reduzieren Pepsi, Coke & Co den Zuckergehalt drastisch, oder sie müssen sich an den milliardenschweren Gesundheitskosten beteiligen und Präventionsprogramme finanzieren.“ Unterstützung bekommt die Organisation von Ärzten. „Flüssiger Zucker in Form von Getränken erhöht das Risiko für Fettleibigkeit, Typ-2-Diabetes und andere Krankheiten“, erklärt Wieland Kiess, Direktor der Kinder- und Jugendklinik am Universitätsklinikum Leipzig, gegenüber Foodwatch.

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Und die Warnung ist nicht unbegründet. Laut Foodwatch trinken allein die Deutschen mehr als 80 Liter zuckergesüßter Getränke pro Jahr! Für das Gesundheitssystem ein Genuss mit Folgen. Etwa 63 Milliarden Euro jährlich müssen Krankenversicherungen aufbringen – nur für Übergewichtige!

Immerhin: 32 Getränke (sagenhafte sieben Prozent!) enthalten überhaupt keinen zugesetzten Zucker oder Süßstoffe. Dafür greifen diese Durstlöscher aber auf natürlichen Fruchtzucker aus Saftbeimischungen zurück. Nur sechs Produkte enthalten wirklich gar kein Gramm Zucker – ob Fruchtzucker oder Kristallzucker: Der Pfanner Pure Tea oder das Apollinaris Lemon von Coca Cola. Na dann Prost!

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