26.07.2016 - 15:16

Zum „The Taste“-Start Cornelia Poletto: „Diese Show ist ein Sprungbrett“

Cornelia Poletto wird ab dem 11. Oktober bei "The Taste " zu sehen sein.

Foto: SAT.1

Cornelia Poletto wird ab dem 11. Oktober bei "The Taste " zu sehen sein.

Bei „The Taste“ coached Star-Köchin Cornelia Poletto wieder junge Talente. Mit uns sprach sie über Koch-Nachwuchs, Casting-Shows und Désirée Nick

Es gibt nur wenige Frauen, die sich unter den prominenten Köchen so hervortun, wie Cornelia Poletto. Die Hamburgerin ist ab dem 11. Oktober wieder als Coach in der SAT.1-Show "The Taste" tätig und hilft Profis und Hobby-Köchen dabei, den perfekten Löffel zu zaubern.

bildderfrau.de: Bei "The Taste" suchen Sie den besten "Löffel"-Koch. Hat man da nicht manchmal die Befürchtung, man holt sich die Konkurrenz direkt ins Haus?

Cornelia Poletto: Es gibt ja ein altes Sprichwort: "Konkurrenz belebt das Geschäft" und von daher freue ich mich natürlich riesig, wenn es durch eine Sendung wie "The Taste" dazu kommt, dass Talente entdeckt werden. Auch, wenn manchmal die Gefahr besteht, dass die vielleicht sogar besser werden als ich selber.(lacht)

Welcher Koch kann Sie wirklich beeindrucken – und womit?

Am meisten beeindrucken mich die Köche, die die vermeintlich einfachsten Gerichte auf den Löffel bringen und mit dem reinen Geschmack punkten. Zum Beispiel mit einer kleinen Mini-Frikadelle mit Kartoffelpüree.

Im Sommer gab es "The Taste" mit prominenter Besetzung. Ist es eigentlich leichter einen Koch oder einen Promi zu coachen?

Definitiv einen Koch. Promis haben oft gar nicht so viel Gelegenheit zum Kochen, weil ihnen aus beruflichen Gründen die Zeit dazu fehlt und somit auch die Praxis. Ein Koch hingegen ist natürlich immer sehr interessiert, sehr offen und hat meist ein wesentlich stabileres Basiswissen als ein Promi.

Sie hattet Désirée Nick ihn ihrem Team, da hat die Koch-Zusammenarbeit nicht so toll funktioniert. Was würden Sie ihr denn als "Versöhnungs-Essen" zubereiten?

Ach, das sehe ich nicht so eng. Es gibt halt Regeln in diesem Spiel und Désirée war einfach die schwächere Kandidatin, weshalb ich mich von ihr verabschiedet habe. Nicht mehr und nicht weniger. Und ich freue mich, wenn sie mich in meinem Restaurant in Hamburg besuchen kommt – eine Einladung ist noch offen.

>> Roland Trettl: „Mut ist das, was den meisten Köchen fehlt“

Hätten Sie sich vorstellen können, in Ihrer Anfangszeit jemals an so einem Koch-Casting teilzunehmen? Oder sind Sie froh, dass Sie das nie mussten?

Zu meiner Anfangszeit war Alfred Bioleks Küche ganz neu, da gab es noch keine Casting-Kochshows (lacht). Aber ich muss ehrlich sagen, wenn ich in jungen Jahren die Chance gehabt hätte, mich bei so einem Casting vorzustellen, wäre das natürlich eine tolle Chance gewesen. Man lernt nicht nur wahnsinnig schnell und viel dazu, sondern trifft unheimlich tolle Menschen und Köche und ein Gewinn einer solchen Show ist ein unglaubliches Sprungbrett für die Karriere.

Nach welchen Kriterien suchen Sie aus, wen Sie coachen wollen?

Für mich ist natürlich der Geschmack das allererste Kriterium. Die Sendung heißt "The Taste" und ohne Geschmack kommt man nicht weiter. Wenn mich jemand mit seinem Löffel beeindruckt hat, freue ich mich natürlich umso mehr, wenn auch die persönliche Energie zwischen uns funktioniert.

Was macht den perfekten "Löffel" für Sie aus?

Der perfekte Löffel besticht durch Geschmack und Textur. Die richtigen Proportionen hinzubekommen, das ist die Herausforderung.

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Stellt ein "Löffel" nicht eine noch größere Herausforderung für den Koch dar?

Absolut! Diese wahnsinnig kleine Fläche bricht vielen am Anfang das Genick. Das ist kein Tellergericht mit dem ich bestechen möchte, sondern tatsächlich nur ein Löffel, der im Zweifel auch kleiner ist, als viele denken.

Haben Sie auch eine Rezeptempfehlung für einen "Löffel", den unsere Leserinnen mal daheim ausprobieren sollten?

Ich würde gar nicht empfehlen, die Familie plötzlich mit Löffeln zu bekochen (lacht). Wichtiger ist herauszufinden, welch tolle Kompositionen man generell zaubern kann, auch in Normalgröße. Ein spannendes Gericht lebt von seinen Gegensätzen. Ein Spiel von knusprig und smoothy, von süß und sauer, von scharf und mild. Das gibt den gewissen Kick.

Worauf dürfen sich die Poletto-Fans nach "The Taste" freuen?

Am 11. November 2017 öffnet mein PALAZZO in Hamburg wieder die Tore. Eine Dinner-Show mit Artisten, Akrobatik und großartigem 4-Gang-Menü. Sehr empfehlenswert und einzigartig. In Deutschland sind noch mehrere Palazzi unterwegs, vielleicht auch in der Nähe der Leserinnen, die nicht in der Nähe von Hamburg wohnen.

Vielen Dank, dass Sie sich die Zeit für das Interview genommen haben und wir warten nun gespannt, wer ab dem 11. Oktober, 20.15 Uhr auf SAT.1 den perfekten Löffel kreiert.

Ein Herbst-Rezept konnten wir der Star-Köchin dann doch noch entlocken:

Kürbiscarpaccio mit Ziegenricotta & Wulksfelder Salatbabys

Rezept für 4 Personen

Zutaten:

  • 800g Kürbis (am liebsten Hokkaido)
  • 30g Ingwer
  • 100ml Reisessig
  • 100ml Ahornsirup
  • Salz und Pfeffer aus der Mühle
  • Zitronensaft zum Abschmecken
  • 200g Babysalatspitzen (gewaschen)
  • 200g Ziegenricotta
  • geröstete Kürbiskerne

Zubereitung

Ingwer, Reisessig und Ahornsirup in einen Topf geben und aufkochen lassen. Den Kürbis vierteln, entkernen und in feine Scheiben hobeln. Diese in eine Form geben und mit kochender Marinade übergießen. Etwas von dem Fond für das Dressing aufheben. Die Kürbisscheiben für mind. 3 Stunden marinieren und auskühlen lassen. Dann mit Salz, Pfeffer und mit Zitrone abschmecken. Zum Anrichten das Carpaccio auf Tellern verteilen, den Salat mit dem restlichen Fond marinieren und auf das Carpaccio geben. Mit den Kürbiskernen und gezupften Ziegenricottastückchen bestreuen und servieren.

Wir haben im vergangenen Jahr bereits ein Interview mit Cornelia Poletto zu ihrem Buch "Koch Dich glücklich" geführt. Lesen Sie auf der nächsten Seite das Interview von damals.

 

bildderfrau.de: Im Mai haben Sie Ihr neuestes Buch "Koch Dich glücklich", in dem es um Wohlfühlküche geht, veröffentlicht. Was bedeutet das?

Cornelia Poletto: Wohlfühlküche bedeutet für mich in erster Linie eins: Genießen! Man muss keineswegs auf seine Lieblings-Nudeln verzichten. Pasta mit Tomatensugo ist zum Beispiel schnell zubereitet, leicht und macht satt – und das ganz ohne schlechtes Gewissen. Ideal ist eine ausgewogene Kombination aus frischen, saisonalen und qualitativ hochwertigen Zutaten.

Immer mehr Kinder sind übergewichtig, viele Krankheiten entstehen durch die falsche Ernährung. Wann haben wir verlernt, bewusst zu essen?

In der heutigen Zeit meinen viele, es müsse immer alles schnell gehen. Gegessen wird zwischen Tür und Angel. Gemeinsame Mahlzeiten haben in vielen Familien nicht mehr den Stellenwert, den sie früher einmal hatten. Und wenn Eltern selbst am Esstisch Obst, Gemüse und Vollkornprodukte meiden und nur mit guten Worten versuchen, ihre Kinder zu überzeugen, geht das häufig schief. Eine bewusste Ernährung muss man vorleben. Aber dabei ist es eben nicht nur wichtig, gesund zu essen, sondern auch richtig zu genießen.

Viele berufstätige Mütter und Väter klagen über Zeitmangel für das Kochen in der Woche. Was meinen Sie: Wie viel Zeit braucht man, um ein ausgewogenes Wohlfühlessen auf den Tisch zu bekommen?

Eine schnelle Pasta oder Suppe bereite ich Ihnen in nur 30 Minuten zu. Wohlfühlküche muss gar nicht lange dauern.

Sie sind selber eine berufstätige Mutter. Worauf achten Sie bei der Ernährung Ihrer Tochter?

Wir achten auf die richtige Mischung! Bei uns kommen viel Gemüse und Obst, aber auch Fisch und Fleisch auf den Tisch. Dabei muss es gar nicht aufwendig sein. Mein Tipp: Spaghetti mit Venusmuscheln – die sind schnell gemacht und schmecken super-lecker. Essenstechnisch gibt es bei uns keine Verbote, aber eben immer eine leckere, gesunde Alternative zu Fastfood und Süßigkeiten, deshalb hat meine Tochter nur sehr selten Lust auf ungesundes Essen.

Woran scheitern so viele Menschen, bei dem Wunsch nach einer gesunden Ernährung?

Ausrede Nummer eins: Stress im Alltag. Was meiner Meinung nach völliger Quatsch ist. Frisch zu kochen, dauert meist nicht viel länger als ein Fertiggericht zuzubereiten. Das Ergebnis ist aber um ein Vielfaches besser. Mein Lieblings-Mantra: Keep it simple! Ich verwende lieber wenige und dafür richtig gute Produkte für ein Gericht, so dass jedes Lebensmittel seinen kleinen Auftritt hat. Das spart nebenbei auch noch etwas Zeit.

Superfoods sind gerade ein Trendthema in der Ernährung. Sie sollen zwar besonders gesund sein, sind aber auch meist sehr teuer. Was halten Sie davon?

Ich bin kein Freund davon, auf jeden neuen Trend aufzuspringen. Klar, Superfoods liefern dem Körper in kleinen Mengen hochkonzentriert Nährstoffe – allerdings sind sie eben auch leider teuer. Meiner Meinung nach kann man auch sehr gut mit herkömmlichen gesunden Nahrungsmitteln auskommen. Frisches Obst und Gemüse oder ein magerer Fisch können auch „Superfoods“ sein – und sind bei weitem nicht so teuer.

Bei der Ernährung spielt der richtige Einkauf eine bedeutende Rolle. Haben Sie ein paar Tipps, worauf man achten sollte?

Am besten kauft man beim Händler seines Vertrauens ein. Schließlich möchte ich wissen, woher das Obst und Gemüse, das Fleisch und der Fisch stammen, die bei mir auf den Teller kommen. Grundsätzlich würde ich die Finger von Fertiggerichten lassen! Selbstgekochtes schmeckt besser, ist gesünder und in den meisten Fällen auch noch günstiger.

Ist der Discounter, den man aus Zeit- oder Geldmangel aufsucht, grundsätzlich verkehrt?

Nein, grundsätzlich verkehrt ist der Discounter natürlich nicht. Aber hier kann man sich – wenn man auf die heimische Herkunft von Obst und Gemüse achtet – von den Jahreszeiten inspirieren lassen. Und viele Discounter bieten inzwischen auch eigene Bio-Produkte an, die zwar etwas teurer sind als die Nicht-Bio-Varianten, aber meist immer noch günstiger als im normalen Supermarkt.

Sie stehen jeden Tag in der Küche. Wie erhalten Sie sich den Spaß am Kochen?

Ich liebe es, immer neue kulinarische Kreationen auszuprobieren.Ich freue mich, wenn ein Rezept, das ich mir im Kopf zusammengesponnen habe, auch in der Realität richtig gut schmeckt. Genauso glücklich macht es mich, wenn mir ein Gast sagt, dass es ihm richtig gut geschmeckt hat. Vermutlich ist die Erklärung ziemlich simpel: Köchin ist nicht nur mein Beruf, es ist meine Berufung. Und genau deswegen habe ich jeden Tag aufs Neue Spaß in der Küche.

Mit welchen Projekten dürfen wir in Zukunft rechnen?

Ich habe ständig neue Ideen und weiß selber manchmal nicht, was als nächstes kommt. Ein großes, spannendes Projekt, das mich in den kommenden Monaten sehr auf Trab halten wird, ist leider noch nicht spruchreif. Aber darauf freue ich mich schon ganz besonders. Ich liebe neue Herausforderungen!

Und nun hätten wir gerne noch ein "Wohlfühl-Rezept" für die leichte Sommerküche.

Mein erfrischender Glasnudel-Salat mit Papaya:

Dafür gebe ich Glasnudeln (150 Gramm) mit kochendem Wasser in eine Schüssel und lasse sie für 20 Minuten ziehen. In der Zwischenzeit schäle ich Gurke (200 Gramm), einen Kohlrabi und Ingwer (20 Gramm) und hobele alles in hauchdünne Scheiben.

Danach schneide ich Frühlingszwiebeln (drei) in dünne Ringe. Die Papaya (250 Gramm) schäle ich, entferne die Kerne und schneide das Fruchtfleisch in feine Würfel. Die Erdnüsse (2 EL) werden fein gehackt und die rote frische Chilischote vom Stiel befreit und in feine Streifen geschnitten.

Anschließend gieße ich die Nudeln ab, schneide sie mit einer Schere in kleinere Stücke und gebe sie zu den vorbereiteten Zutaten. Aus dem Saft einer Limette, Sesamöl (1 bis 2 EL) und Puderzucker (1 TL) rühre ich ein Dressing an und mische es unter den Salat.

Jetzt noch fix 10 Minuten ziehen lassen – fertig ist der erfrischende Sommersalat für die Mittagspause.

Dieses Rezept finden Sie auch in Cornelia Polettos aktuellem Kochbuch "Koch dich glücklich mit Cornelia Poletto: Frisch kochen - entspannt genießen".

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