22.04.2016

Ernährung Zucker: Gesunde Alternativen

Foto: ©iStock/Magone

Zucker ist Gift für den Körper. Daran besteht mittlerweile kein Zweifel mehr. Zum Glück gibt es aber einige gesunde Alternativen!

Ein Schokoriegel hier, ein Keks da und im Kaffee darf der Zucker ebenfalls nicht fehlen. Da kommt über den Tag einiges an Zucker zusammen. Für Sie mag das auf den ersten Blick nur eine kleine Belohnung im Alltag sein. Doch für den Körper ist es das reinste Gift. Studien haben herausgefunden, dass Zucker im Gehirn die gleichen Reaktionen wie Nikotin und Kokain hervorrufen! Davon abgesehen, dass er das Verdauungssystem stört, den Pilzbefall im Darm fördert, das Immunsystem schwächt, Allergien begünstigt, Zähne kaputt macht, dick und launisch macht und sogar Depressionen auslösen kann.

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Zucker macht krank

Eine Studie der Universität Hannover ergab sogar, dass Kinder, die viel Süßigkeiten und kaum Frischobst essen, schlechtere Noten erzielen als Kinder, die sich vollwertig ernähren. Ganz zu schweigen von den Spät-Folgen, die Zucker auslösen kann: Knochen- und Gelenkprobleme, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Sehstörungen, Leberschwäche und Diabetes.

Dass ein Durchschnittsdeutscher jährlich 34,3 Kilogramm Zucker zu sich nimmt, ist daher sehr beunruhigend. Und ein Grund mehr, den gefährlichen Industrie-Zucker von seinem Speiseplan zu entfernen und durch gesunde, natürliche Alternativen zu ersetzen.

Stevia

Sie ist derzeit in aller Munde: Die Stevia-Pflanze. Ihre Beliebtheit kommt nicht von ungefähr. Stevia ist nämlich rein pflanzlich, ca. 300 Mal süßer als Haushaltszucker und hat dabei null Kalorien! Ein weiterer Vorteil: der Blutzuckerspiegel bleibt konstant und die Bauchspeicheldrüse entspannt. Es muss also kein Insulin ausgeschüttet werden, die Fettverbrennung wird nicht gehemmt und der Heißhunger bleibt aus.

Einen Haken muss es aber auch bei Stevia geben: Der Geschmack. In Kaffee, Tee, Smoothies und Shakes schmeckt es, zum Kochen und Backen ist Stevia aber leider weniger geeignet. Auch, weil es schwer zu dosieren ist. Beim kauf sollte darauf geachtet werden, ob es sich um reines Stevia handelt, oder Zuckerersatzstoffe wie Erythrit beigemischt wurden, um es zuckerähnlicher schmecken zu lassen.

Ahornsirup

Wie der Name schon verrät, gibt es Ahornsirup nicht in Kristall- oder Pulver-Form sondern nur als Sirup. Dass macht ihn jedoch nicht weniger lecker. Im Gegensatz zu Stevia beeinflusst der Ahornsirup zwar den Blutzuckerspiegel, allerdings nicht annähernd so negativ wie normaler Haushaltszucker. Der Geschmack ist jedoch besonders intensiv und malzähnlich. Im Kaffee schmeckt er daher nicht. Zu Desserts, Shakes, Marmelade, Gebäck und etlichen Kuchenarten (z. B. im Apfelstrudel) allerdings schon!

Yacon

Hiervon dürften Sie bisher eher weniger gehört haben: Yacon (Smallanthus sonchifolius). Hierbei handelt es sich um eine Pflanze aus Südamerika, die dort bereits seit Jahrhunderten als Nähr- und Heilpflanze verwendet wird. Yacon kann bei Diabetes, Nierenkrankheiten und Verdauungsbeschwerden helfen und ist somit eine wahre Wunder-Pflanze!

Optisch erinnert sie an eine Süßkartoffel. Aus ihr kann Yaconsirup und Yaconpulver gewonnen werden, welches sich hervorragend als Süßungsmittel eignet. In Europa waren Yacun-Produkte lange Zeit nicht erhältlich, da der Verkauf untersagt war. Mittlerweile kommt man aber problemlos an Sirup und Pulver der tollen Pflanze.

Mit Yacon zu süßen hat gleich mehrere Vorteile: Der Yaconsirup besteht zu 40 – 50 Prozent aus Fructooligosacchariden (präbiotische, süß schmeckende, lösliche Ballaststoffe), die der Darmflora als Nahrung dienen, der Darmgesundheit sehr förderlich sind und die Verdauung regulieren. Ideal bei chronischer Verstopfung und Durchfall.

Fructooligosaccharide gehören zwar zu den Kohlenhydraten, sind als Ballaststoffe jedoch unverdaulich, gelangen also nicht – wie Zucker – ins Blut und erhöhen daher weder das Körpergewicht noch den Blutzuckerspiegel. Yacon trägt ausserdem zur Deckung des Mineralstoffbedarfs bei und liefert deutlich weniger Kalorien als Haushaltszucker und sogar Honig. Für Diabetiker ist es daher hervorragend geeignet.

Übergewichtigen Menschen kann die Yacon-Wurzel außerdem beim abnehmen helfen. In einer amerikanischen Studie mussten 55 übergewichtige Frauen mit Cholesterinproblemen und Verstopfung vier Monate lang eine fettarme und kalorienreduzierte Diät halten. 40 von ihnen bekamen täglich Yacon-Sirup, 15 nahmen Placebo-Sirup.

Das Ergebnis ist überragend: Nach Beendigung der Studie hatten die Yacon-Frauen satte 15 Kilo verloren, während die Frauen in der Placebo-Gruppe 1,6 Kilo zugenommen hatten. Bei den Yacon-Frauen löste sich zudem die Verstopfung auf und die Nüchtern-Insulinwerte sanken um 42 Prozent. Gleichzeitig reduzierte sich die Insulinresistenz der Zellen um 67 Prozent. Auch die zuvor hohen Cholesterinwerte sanken um 29 Prozent.

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Kokosblütenzucker

Wer Kokosöl bereits zu Hause hat, hat sich für eine gesündere Alternative beim Braten entschieden. Doch Kokos kann noch mehr. Kokosblütenzucker zum Beispiel ist eine hervorragende Alternative zu herkömmlichem Haushaltszucker. Er wird aus dem Blütennektar der Kokospalme gewonnen und nach traditioneller Art eingedickt, getrocknet und gemahlen.

Dank seines niedrigen glykämischen Index’ steigt der Blutzuckerspiegel nicht an, was wiederrum Heißhungerattacken vorbeugt. Kokosblütenzucker ist nicht so süß wie Haushaltszucker. Allgemein wird dennoch empfohlen, ihn wie den normalen Zucker einzusetzen. Einen Kokos-Geschmack haben Sie nicht zu befürchten. Der Kokosblütenzucker schmeckt eher nach Karamell, was beispielsweise hervorragend in einen Latte Macchiato passt.

Es gibt also genügend Alternativen, die es einem erlauben, den weißen Haushaltszucker ein für alle Mal aus der Küche zu verbannen.

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