02.11.2015

Herbst- und Winterleckerei Maronen und Esskastanien: Wo ist eigentlich der Unterschied?

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Maronen und Esskastanien – wo liegt eigentlich der Unterschied? Fakt ist jedoch: Die Nussfrüchte sind vor allem geröstet ein Hochgenuss.

Foto: iStock/joannatkaczuk

Maronen und Esskastanien – wo liegt eigentlich der Unterschied? Fakt ist jedoch: Die Nussfrüchte sind vor allem geröstet ein Hochgenuss.

Dachten Sie auch immer, Esskastanien und Maronen seien das gleiche? Stimmt nicht! Beides sind zwar Kastanien, aber verschiedene Arten. Gemeinsam haben sie aber eines: Beide sind äußerst lecker.

Vor allem auf Weihnachtsmärkten findet man sie oft. Können Sie daran vorbei gehen, wenn die Röstaromen Ihnen in die Nase steigen? Maronen sind als kleiner Magen wärmender Snack allseits beliebt. Und Maronen sind ja Kastanien – oder? Wo liegt denn eigentlich der Unterschied zwischen Maronen und Esskastanien?

Maronen und Esskastanien: Unterschied ist nicht groß, aber da

Maronen sind weiter gezüchtete Sorten der ursprünglichen Edelkastanie. Esskastanien hingegen, ebenfalls eine Abwandlung der Edelkastanie, sind schwächer im Geschmack, sie sind außerdem kleiner und runder als Maronen. Beide stammen ursprünglich aus der Region ums Schwarze Meer. Auf dem deutschen Markt werden Maronen und Esskastanien aus Frankreich, Italien und der Pfalz – dem größten deutschen Anbaugebiet – angeboten. Beliebt sind sie beide, die Marone schmeckt allerdings süßer und eben intensiver. Die europäische Kastanie ist übrigens eine Nussfrucht.

Einkauf und Sammeln von Maronen und Esskastanien

Die Maronen- und Esskastaniensaison beginnt im September und reicht bei einigen Sorten bis in den Dezember hinein. Kaufen kann man sie teilweise sogar von Anfang September bis März. Das ganze Jahr über sind Esskastanien und Maronen aber auch in getrockneter Form, in Konserven oder als Püree erhältlich.

Die eigene Ernte ab Ende September aber ist besonders einfach. Die reifen Früchte können nämlich einfach vom Boden aufgesammelt werden. Aber lange nicht alle Kastanienarten sind essbar! Die bei uns am häufigsten vorkommenden Kastanienbäume sind Rosskastanien, welche nicht mit den essbaren Edelkastanien verwandt sind.

Noch ein Maronen- und Esskastanien-Unterschied: Die stachelige grüne Hülle ist bei Esskastanien übrigens viel feiner als die der Rosskastanie. Reif sind die Früchte, wenn die grüne Schale aufgebrochen und die braunen Früchte sichtbar sind.

Zubereitung der Nussfrüchte

Maronen eignen sich als stärkehaltige Beilage zu Fleisch- und Gemüsegerichten. Geröstet sind sie den meisten von uns vor allem vom Weihnachtsmarkt bekannt. Sie können aber auch für pikante Füllungen und süße Cremes verwendet werden. In Frankreich sind die karamellisierten “Marrons glacés” eine feine und teure Spezialität. Auf Korsika wird sogar Bier aus Kastanien gebraut. Vermischt mit Weizen- oder Dinkelmehl eignet es sich für herzhafte und süße Backwaren. Kastanienmehl ist glutenfrei und kann daher für die Ernährung bei Zöliakie eingesetzt werden.

Den Frischegrad von beiden können Sie einfach testen, da ist der Maronen-Esskastanien-Unterschied nicht groß: Legen Sie die Nussfrüchte in lauwarmes Wasser. Wenn sie auf den Boden sinken, sind sie frisch. Schwimmen sie an der Oberfläche, sind sie wahrscheinlich alt oder verwurmt und sollten entsorgt werden.

Das essbare Fleisch ist von einer Samenhaut und einer holzigen Schale umgeben. Um beides entfernen zu können, schneiden Sie die Schale kreuzweise ein. Anschließend können die Früchte entweder 20 Minuten in Salzwasser gekocht oder bei heißen 250 °C im Ofen geröstet werden, bis die Schale aufplatzt.

Tipp: Wenn Sie die Kastanien vor dem Rösten etwa zehn Minuten in heißem Wasser einweichen und sie dann anritzen, können Sie sie auch bei 180-200 °C etwa 15 Minuten in den Ofen packen. Sie bleiben dabei saftiger. Nach dem Rösten schälen Sie einfach die braune Schale sowie die pelzige Haut ab (Vorsicht, heiß!) und essen das Fruchtfleisch.

Sie können die Maronen aber auch zehn Minuten kochen, schälen und das Fruchtfleisch dann zu Püree oder Maronensuppe sowie Füllung für die Weihnachtsgans weiterverarbeiten – oder Kuchen und Brot damit backen. Wie wäre es mit einer leckeren Maroni-Torte für die Feiertage?

Lagerung

Frisch gesammelte Früchte können Sie bis zu einem Monat lagern. Am besten eignet sich für die Aufbewahrung ein Plastikbeutel, in den Sie einige Löcher hinein stechen. Packen Sie die Kastanien hinein und lagern Sie sie bei kühlen Temperaturen, am besten im Kühlschrank. Bei Raumtemperatur verlieren die Kastanien schnell an Geschmack und beginnen zu keimen. So gelagert halten sie sich maximal eine Woche frisch.

Inhaltstoffe

Lange galten Esskastanien und Maronen als "Brot oder Kartoffeln der Armen". Mit Kastanienmehl gebackenes Brot sowie traditionelle Gerichte aus frischen Esskastanien oder Maronenpüree stehen aber noch heute in vielen Mittelmeerländern regelmäßig auf dem Speiseplan. Esskastanien und Maronen enthalten neben Stärke wertvolle Inhaltsstoffe wie Eisen, Phosphor, Kalium, Vitamin B1, B2, B6, C, E und Betakarotin. Wenn Sie sich jetzt fragen: " Machen Nüsse dick?" Können wir Ihnen antworten: Obwohl Maronen und Esskastanien nicht so fettreich sind wie andere Nüsse, enthalten 100 g etwa 210 Kalorien. 100 g Maronen kommen mit 2 g Fett daher.

Übrigens: Falls Sie sich wundern – es gibt auch Pilze, die Maronen heißen. Der Maronen-Röhrling hat seinen Namen aber tatsächlich von der Esskastanienart, weil er optisch an sie erinnert. Der Speisepilz des Jahres 2016 wächst vor allem in bodensauren Nadelwäldern und kann auf verschiedene Arten zubereitet werden. Er lässt sich sogar trocknen. Nur vom Rohverzehr wird abgeraten. Allerdings gilt der Maronen-Röhrling vor allem um die Münchner Gegend herum als stark mit radioaktivem Caesium belastet. Diese Belastung lässt sich durch Abziehen der Huthaut aber deutlich verringern.

Und noch ein wenig Wissen am Rande: Die Esskastanie ist der Baum des Jahres 2018.

Wie wäre es mal mit einem Rezept, das Pilze und Maronen kombiniert? Ob nun Maronen oder Esskastanien, der Unterschied ist nicht so groß, geschmacklich toll, wärmend – vor allem rund um Weihnachten – und gesund sind sie beide. Guten Appetit!

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