19.07.2017

Gesunde Ernährung Heidelbeeren und Blaubeeren

125 g Heidelbeeren haben gerade mal 45 kcal.

Foto: iStock/Creativeye99

125 g Heidelbeeren haben gerade mal 45 kcal.

Dunkles, samtiges Blau charakterisiert die Heidelbeere. Aber nicht nur die Farbe ist entscheidend. Heidelbeeren sind kalorienarm, gesund und schmecken köstlich.

Heidelbeeren (botanisch: Vaccinium) gehören zur Familie der Heidekrautgewächse (Ericaceae). Man unterscheidet verschiedene Arten. Bei uns heimisch ist die Blaubeere (Vaccinium myrtillus), die auch Heidelbeere, Schwarzbeere, Waldheidelbeere oder Bickbeere genannt wird.

Am häufigsten findet man auf unseren Märkten die Kulturheidelbeere (Vaccinium corymbosum L.). Sie stammt nicht, wie oft vermutet, von der eurasischen Blaubeere ab, sondern ist aus Züchtungen der nordamerikanischen Wildheidelbeere hervorgegangen. Seit Beginn des 20. Jahrhundert werden in Nordamerika Heidelbeeren kultiviert.

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In Deutschland begann die Züchtung von Kulturheidelbeeren dagegen erst um 1930. Die Hauptanbaugebiete liegen in der Lüneburger Heide, in Brandenburg und im Oldenburger Raum sowie in Süddeutschland und Mittelbaden. Eine Farbe, die verpflichtet: Jedes Jahr wird in Niedersachsen eine Heidelbeerkönigin gekrönt.

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Was unterscheidet die heimische Blaubeere von der Kulturheidelbeere?

Blaubeeren sind meist kleiner als Kulturheidelbeeren und durch und durch dunkelblau gefärbt. Die intensive Färbung bewirken Pflanzenfarbstoffe namens Anthocyane, die bei Blaubeeren sowohl in der Schale als auch im Fruchtfleisch enthalten sind.

Bei Kulturheidelbeeren befinden sich diese Farbstoffe nur in der Schale, ihr Fruchtfleisch ist eher weißlich. Die Anthocyane sind auch verantwortlich für die starke Blaufärbung der Lippen, Zunge und Zähne beim Genuss von Blaubeeren. Blaubeeren haben eine dünnere Schale und sind daher empfindlicher als Kulturheidelbeeren.

Ernte und Lagerung

Die Erntezeit erstreckt sich über mehrere Wochen von Ende Juni bis Ende August. Geerntet wird von Hand oder mit Hilfe eines „Blaubeer- oder Heidelbeerkamms", ein Kasten mit einem Stahlkamm als Aufsatz. Der Kamm wird durch die Sträucher gezogen, und die Beeren fallen dabei in den Kasten.

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Heidelbeeren sind wie alle Beeren nur begrenzt haltbar. Achten Sie beim Einkauf auf eine pralle, unbeschädigte Oberfläche der Beeren. Dann sind die Beeren frisch und können für kurze Zeit im Kühlschrank gelagert werden. Entfernen Sie Früchte mit beschädigter Schale, da diese durch die austretende Feuchtigkeit schnell zu Schimmelbildung neigen.

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Zubereitung

Heidelbeeren sind eine ideale Zutat für Obstsalate, Müslis, Quark- und Joghurtspeisen. Pur oder kombiniert mit anderen Beeren wie Himbeeren, Brombeeren oder mit Sommerobstsorten wie Pfirsichen und Nektarinen sind sie eine köstliche Zwischenmahlzeit.

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Heidelbeeren werden auch für warme Gerichte verwendet, z. B. für Heidelbeerpfannkuchen, oder als Saucenzutat für exquisite Fleischgerichte. Vor allem Blaubeeren werden gern zu Kompott, Marmelade und in Obstkuchen verarbeitet.

Waschen Sie vor dem Verzehr die Heidelbeeren unter fließendem Wasser ab. Vom Verzehr selbst gepflückter, ungewaschener Blaubeeren wird abgeraten, da die Eier des Fuchsbandwurmes an den Beeren anhaften können. Es ist ratsam, selbst gepflückte Blaubeeren nur zum Kochen zu verwenden, da durch die Hitzeeinwirkung eventuell vorhandene Parasiten abgetötet werden.

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Heidelbeeren eignen sich hervorragend zum Einfrieren. Legen Sie die gewaschenen Beeren ausgebreitet auf ein Tablett oder großen Teller und frieren Sie diese ein. In gefrorenem Zustand lassen sich die Beeren dann ohne Schaden in geeignete Vorratsbehälter füllen.

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Mit einem Sud aus getrockneten Blaubeeren lassen sich zum Beispiel Ostereier hervorragend auf natürliche Weise blau bis violett färben. Früher wurden die getrockneten Beeren auch zum Färben von Stoffen verwendet.

Inhaltstoffe

Heidelbeeren haben wenig Kalorien (pro 100g liefern Blaubeeren etwa 37 kcal, Kulturheidelbeeren etwa 83 kcal), dafür aber viel Vitamin C, Folsäure und Eisen. Diese Stoffe sind wichtig für die Bildung von Blutkörperchen und Zellmembranen. Die Ballaststoffe der Heidelbeeren sorgen für eine ausgeglichene Darmflora und damit für eine bessere Verdauung.

Die farbgebenden Anthocyane haben eine antioxidative Wirkung. Sie nehmen Sauerstoffradikale im Körper auf, die z. B. durch Stress, Umwelteinflüsse und UV-Strahlung entstehen, und schützen die Zellen so vor Schäden. Amerikanischen Studien zufolge gelten Heidelbeeren daher als Früchte mit der besten Anti-Stress-Wirkung.

Eine Senkung des Cholesterinspiegels nach dem Verzehr von Heidelbeeren wurde in Tierexperimenten beobachtet und wird zur Zeit noch weiter erforscht.

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Getrocknete Heidelbeeren werden auch zu medizinischen Zwecken eingesetzt. Die in hohen Mengen enthaltenen Gerbstoffe, vorwiegend Catechingerbstoffe, wirken adstringierend, antibakteriell und leicht schmerzlindernd. Tees oder Extrakte aus getrockneten Heidelbeeren werden daher bei Durchfallerkrankungen und zur lokalen Behandlung von leichten Entzündungen der Mund- und Rachenschleimhaut eingesetzt. Heidelbeerblätter verwendet man allerdings heute nicht mehr, da sich herausstellte, dass eine längerfristige Einnahme für den Menschen giftig ist.

Siehe auch: Obst, Smoothies und Obstsalat

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