06.11.2017 - 17:00

Feuriges Heilmittel Darum ist Chili so scharf und gesund

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Chilis

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Auf der ganzen Welt ist Chili beliebt, um Speisen zu würzen. Chili ist aber nicht nur ein echter Scharfmacher, sondern hat auch viele positive Eigenschaften für den Menschen. Wir informieren Sie über die Frucht und geben Tipps, was Sie tun sollten, wenn Sie doch mal zu scharf gegessen haben...

Sie mögen es gerne scharf? Wenn Ihnen beim Verzehr von Chili nicht die Augen tränen, die Schweißperlen von der Stirn tropfen und der Mund nicht höllisch brennt, dann gehören Sie wohl zu den Glücklichen, die scharfes Essen bestens vertragen. Für alle anderen haben wir gute Tipps, wie Sie das feurige Gefühl im Mund wieder loswerden, wenn Sie doch einmal zu scharf gewürzt haben.

Lesen Sie außerdem, warum Chili eigentlich so scharf ist und welche positiven Wirkungen die Frucht auf den menschlichen Körper hat.

Chili: Herkunft, Aufbewahrung, Verarbeitung

Chilis sind die kleinen Früchte der Gewürzpaprikapflanze. Sie gehören botanisch zu den Beerenfrüchten. Die Chili stammt aus Mittel- und Südamerika. Wir verdanken ihre Verbreitung Christoph Kolumbus, der die Pflanze Ende des 15. Jahrhunderts nach Europa brachte. Heute werden die scharfen Schoten hauptsächlich aus Mexiko, China, Japan und Thailand importiert.

Frische Chilis halten sich in trockener und kühler Umgebung ungefähr eine Woche. Um die Haltbarkeit zu verlängern, können sie getrocknet werden. Wenn Sie eine Chili verarbeiten, dann befreien Sie zunächst die Schote vom Stiel und schneiden Sie die Frucht anschließend so klein wie gewünscht. Wer nicht die ganze Schärfe haben möchte, trennt Scheidewände und Samen mit einem Messer heraus und verzichtet auf deren Verwendung.

Unbedingt beachten: Nach der Zubereitung sollten die Hände gründlich gewaschen werden! Wenn die Schärfe in die Augen oder andere Schleimhäute gelangt, kann es anfangen, schrecklich zu brennen. Bei scharfen Schoten empfiehlt sich sogar das Tragen von Einweghandschuhen.

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Warum sind Chilis eigentlich so scharf?

Chilis enthalten Capsaicin. Dieser Stoff ist für die Schärfe verantwortlich. Je mehr Capsaicin in einer Chili steckt, umso schärfer ist sie. Der Scharfstoff Capsaicin sitzt vor allem in den Samen und den Innenwänden der Chilis. Der Stoff reizt dabei nicht die Geschmacksnerven auf der Zunge, sondern löst einen Schmerzreiz in den Schleimhäuten aus. Schärfe ist also kein Geschmack.

Es gibt Hunderte Arten von Chilis. Sie unterscheiden sich vor allem im Schärfegrad. Je kleiner dabei die Frucht ist, desto schärfer ist sie. Der Schärfegrad einer Chili wird mit der sogenannten Scoville-Skala bestimmt. Zu den bekannten Chilisorten zählen unter anderen Cayenne, der oft getrocknet und gemahlen in Pulverform als Cayennepfeffer verkauft wird, oder auch Jalapeño, der Klassiker aus der Tex-Mex-Küche. Für die asiatische Küche ist Thai Chili unentbehrlich.

Eine der schärfsten Chilisorten ist zudem Habanero, die für sehr scharfe Soßen verwendet wird. Als schärfste Chilisorte der Welt gilt aber die Dragon's Breath. Sie steht seit April 2017 im Guinness-Buch der Rekorde. Bei ihr wurden 2.480.000 Scoville-Einheiten gemessen. Zum Vergleich: Milde Gemüsepaprikas weisen etwa bis 500 Scoville auf. Tabasco erreicht bis zu 5.000 und Habanero-Chilis können einen Wert von bis zu 350.000 Scoville-Einheiten erreichen. Vom Verzehr der Dragon's Breath wird aber deutlich abgeraten, da er zum Tode führen kann.

Zu scharf gegessen? Tipps gegen Feueralarm im Mund

Haben Sie die Schärfe einer Soße unterschätzt? Oder war die Currywurst extra feurig? Dann bekommen Sie mit diesen kleinen Erste-Hilfe-Maßnahmen das Brennen im Mund ganz gut in den Griff:

  1. Essen oder Trinken Sie Fetthaltiges. Milchprodukte wie Joghurt, Milch, Käse oder Eiscreme sind ideal. Das Capsaicin ist nämlich fettlöslich.
  2. Eine zehnprozentige Zuckerlösung ist genauso effektiv wie Milch.
  3. Versuchen Sie es vielleicht auch einmal mit einem Stückchen Brot oder einem Löffel Reis. Diese sollen die Fett- und Ölreste im Mund aufsaugen, in denen das Capsaicin steckt.
  4. Auch etwas Salz soll gegen das Schärfegefühl im Mund helfen.
  5. Wenn die Haut brennt, kann dies mit Einreiben von Alkohol gestoppt werden.

Wasser, Säfte, Bier oder Limonade helfen hingegen nicht gegen die Schärfe! Das Capsaicin löst sich in diesen Flüssigkeiten nicht auf, so dass keine entschärfende Wirkung eintritt.

Übrigens: Man kann sich tatsächlich an scharfes Essen gewöhnen. Man muss es nur regelmäßig trainieren!

Studien belegen, dass Chili enorme therapeutische und vorbeugende Wirkungen hat. Welche Heilkräfte die scharfe Paprikafrucht besitzt, erfahren Sie auf der nächsten Seite!

11 positive Wirkungen von Chili

  • Chilis stärken die Abwehrkräfte. Frische Chilis enthalten dreimal so viel Vitamin C wie Zitrusfrüchte. Mit der Frucht lässt sich also das Immunsystem stärken. Außerdem wird der Körper gegen Infektionen geschützt.
  • Chilis machen glücklich! Das Capsaicin bewirkt ein Brennen im Mund. Um den Schmerzreiz zu lindern, schüttet unser Körper Adrenalin und Endorphine aus. Der Verzehr von Chili kann also die Stimmung heben.
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  • Die Früchte haben antibakterielle Eigenschaften. Es werden Krankheitserreger wie Bakterien oder Pilze abgewehrt. Dadurch verbessern sich auch die Bedingungen für die Lagerung und Hygiene der Lebensmittel. Lebensmittel, die mit Chili versetzt sind, halten deshalb länger. Dies ist mitunter ein Grund dafür, dass in warmen Ländern und in Ländern mit unzureichenden Hygienestandards häufig scharf gekocht und gegessen wird.
  • Bereits im Magen vorhandene Bakterien werden durch den Verzehr von scharfem Essen abgetötet. Zudem wird vermehrt Magensaft produziert. Schwer verdauliche Speisen, wie zum Beispiel eine fettige Pizza mit viel Käse, werden dadurch bekömmlicher und wirksamer zersetzt. Darüber hinaus haben die sauren Verdauungssäfte eine antibakterielle Wirkung. Sie können verhindern, dass schädliche Mikroorganismen den Darm erreichen. Dadurch wird beispielsweise einer Magen-Darm-Infektion sowie Durchfall vorgebeugt.
  • Chilis bringen den Kreislauf in Schwung. Das Capsaicin regt die Durchblutung an und heizt dem Körper von innen ein. Tipp: Hilft gegen kalte Füße.
  • Chili wirkt bei Erkältungen schleimlösend, da die Frucht die Schleimhäute der Atemwege beeinflusst. Dies bedeutet, dass die Nase befreit wird und das Abhusten leichter fällt.
  • Frische Chilis enthalten die Vitamine B1, B6 sowie die Mineralien Kalium, Calcium, Magnesium, Phosphor und Zink.
  • Beim Verzehr von scharfen Speisen wird der Speichelfluss angeregt. Durch den vermehrten Speichelfluss werden Zähne und Mund wirksamer von Nahrungsresten befreit und gereinigt.
  • Chili soll dabei helfen, Übergewicht zu verhindern. Durch das Capsaicin soll der Stoffwechsel beschleunigt, der Energieumsatz erhöht und die Bildung von Fettzellen vermindert werden. Das Gewürz aus roten Chilischoten soll zudem den Hunger dämpfen sowie den Kalorienverbrauch erhöhen.
  • Salben oder Öle, die Chili enthalten, fördern die Durchblutung. Sie helfen bei Gelenk- und Muskelschmerzen, Verspannungen, Zerrungen, Hautreizungen und Rheuma. Cayennepfeffer ist deshalb ein wichtiger Bestandteil von Wärmepflastern.
  • Scharfem Essen wird außerdem eine erotisierende Wirkung nachgesagt.

Achtung: Große Mengen Chili können bei einem empfindlichen Magen zu Sodbrennen oder Verdauungsproblemen führen. Auch Menschen, die unter einem Reizdarmsyndrom leiden, sollten das scharfe Gewürz lieber sparsam einsetzen. Kleine Kinder bitte auch von scharfem Essen fernhalten.

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